Deloitte Studie sieht weihnachtlichen Sparkurs
Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Stimmung der Konsumenten zu Weihnachten nochmals verschlechtert. (© Deloitte)
Die erneute Teuerung dämpft die Vorfreude auf das Weihnachtsshopping. Dies geht aus den Ergebnissen einer repräsentativen Befragung des Unternehmensberaters Deloitte unter 500 österreichischen Konsumenten hervor. Laut der heute vorgestellten Studie wollen 34 % der Befragten ihre Festtagsausgaben im Einzelhandel kürzen, 31 % sparen bei Gastronomie. Zudem rücken günstige Anbieter aus dem Online-Handel weiter vor.Das Jahr 2025 ist geprägt von Krisenmeldungen. Zusätzlich drückt die erneute Inflation in vielen heimischen Haushalten die Stimmung. Das ist auch beim Ausblick auf das vorweihnachtliche Treiben zu spüren. Wie eine aktuelle Umfrage von Deloitte zeigt, ist von einer Weihnachtsstimmung derzeit wenig zu spüren. Die Vorfreude hält sich in Grenzen – stattdessen planen viele der Befragten einen weihnachtlichen Sparkurs. Damit hat die hohe Inflation der vergangenen Monate einen direkten Einfluss auf die Kauflaune. Doch zumindest der Kerngedanke von Weihnachten bleibt erhalten: Die Spendenbereitschaft der heimischen Konsumenten ist trotz der angespannten Lage konstant.
„Bei knapp der Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher leidet die Vorfreude auf den Weihnachtseinkauf unter den gestiegenen Preisen. Bei sechs von zehn Befragten beeinflusst das die diesjährigen Ausgaben. Am härtesten trifft es den Einzelhandel: 34 % wollen hier ihr Budget kürzen“, so Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Viele Händler versuchen mit Rabatten und Aktionen gegenzusteuern und das Weihnachtsgeschäft anzukurbeln. Das drückt aber gleichzeitig die Margen – und erschwert besonders kleinen Betrieben das Überleben.“
Gespart wird – laut Deloitte-Studie – neben dem Einzelhandel auch bei der Gastronomie: 31 % der heimischen Konsumenten wollen dafür weniger ausgeben als im Jahr zuvor. Bei den Geschenken selbst wird von 28 % der Rotstift angesetzt. Als Hauptgründe dafür werden sowohl die anhaltend hohe Inflation (48 %) als auch die persönliche finanzielle Situation (48 %) genannt.
„Die Lage in Österreich hat sich weiter zugespitzt. Knapp die Hälfte der Befragten (48%) muss bereits während des Jahres Geld auf die Seite legen, um sich die Weihnachtsausgaben leisten zu können. Bei 27 % davon ist das unmittelbar der hohen Inflation geschuldet“, analysiert Harald Breit, CEO von Deloitte Österreich. Damit habe der Sparzwang gegenüber dem Vorjahr deutlich zugenommen, da waren diese Werte mit 40% bzw. 21% deutlich niedriger. „Da ist es wenig verwunderlich, dass die Mehrheit keinen Weihnachtsurlaub geplant hat. Auch hier spielen die gestiegenen Preise – speziell im Wintertourismus – eine Rolle.“
Erhöhtes Preisbewusstsein
Die meisten Österreicher haben sich ein Geschenkebudget von EUR 100,- bis EUR 500,- gesetzt. Ausgegeben wird das vor allem für Gutscheine (30 %) und Geldgeschenke (27 %), aber auch gemeinsame Zeit (26 %), Spielzeug (25 %) sowie Kosmetik und Parfums (18 %) werden gerne verschenkt. Elektrogeräte folgen weiter hinten in der Wertung: So liegt bei 5% der Befragten ein Handy bzw. Smartphone unterm Weihnachtsbaum, 3% wollen ihr Weihnachtsbudget für einen PC oder Laptop verwenden und 1% spitzt auf einen Fernseher. Die Kaufentscheidung wird dabei in den meisten Fällen vom Preis geleitet (56 %), gefolgt von den Wünschen der Beschenkten (53 %). Aspekte wie Nachhaltigkeit (12 %) oder Regionalität (11 %) der Produkte rücken in den Hintergrund.
Interessant ist auch, wann die Österreicher ihre Weihnachtseinkäufe planen: Demnach wollen 31% der Befragten bereits im November ihre Geschenke besorgen und 18% um Black Friday zuschlagen. Immerhin 30% planen ihre Einkäufe in der ersten Dezemberhälfte, während 8% mit ihrem Einkauf bis zu den Tagen vor Weihnachten, vom 16. bis 24. Dezember, warten wollen.
„Das erhöhte Preisbewusstsein führt dazu, dass billigere Anbieter wie Online-Händler profitieren. Laut unserer Umfrage kaufen beachtliche 46 % ihre Geschenke im Netz, während der stationäre Handel mit 41 % weiter an Bedeutung verliert“, ergänzt Orsolya Hegedüs. „Für den Wirtschaftsstandort ist das ein durchaus besorgniserregender Trend, dem man durch die Stärkung des physischen Einkaufserlebnisses, etwa durch persönliche Beratung oder haptische Produktwahrnehmung, entgegenwirken sollte.“
Spendenbereitschaft bleibt konstant
Allen Sparvorhaben zum Trotz haben die österreichischen Konsumenten den Grundgedanken von Weihnachten nicht aus den Augen verloren. Ähnlich wie im Vorjahr werden heuer 41 % einen Teil ihres Weihnachtsbudgets spenden, bei mehr als der Hälfte davon bleibt die Spendensumme gleich hoch wie in den vergangenen Jahren. Am häufigsten unterstützt werden Kinderhilfsorganisationen (38 %), Menschen in Österreich (31 %) und Tierschutzzwecke (29 %).
„Wenn man bedenkt, wie viele Österreicherinnen und Österreicher besonders auf die Finanzen schauen müssen, ist es umso beeindruckender, dass sie am Kern von Weihnachten festhalten. Es bleibt jetzt nur zu hoffen, dass bald eine wirtschaftliche Kehrtwende einsetzt. Denn wenn Haushalte sparen, bremst das auch das Wirtschaftswachstum – diese Abwärtsspirale muss durchbrochen werden“, betont Harald Breit abschließend.


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