2. Runde der KV-Verhandlungen bringt keine Einigung
(© Claudia Hautumm/ pixelio.de)
Auch die zweite Runde der KV-Verhandlungen gestern Donnerstag brachte kein Ergebnis. Trotz intensiver Gespräche liegen die Positionen noch weit auseinander: Während die Arbeitgeber eine Erhöhung um 2,25% bieten, fordern die Arbeitnehmervertreter 2,9%.„Wir hatten auch in der zweiten Verhandlungsrunde sehr gute und intensive Gespräche. Deshalb ist es bedauerlich, dass die Gewerkschaft nicht bereit war, das letzte Stück auf uns zuzugehen und die Realitäten im heimischen Handel zu akzeptieren. Diese sind nach wie vor sehr herausfordernd. Wir brauchen daher einen Abschluss, der dieses schwierige Umfeld abbildet“, sagte Bundesspartenobmann Rainer Trefelik nach der zweiten Verhandlungsrunde über die Kollektivverträge für die rund 430.000 Angestellten und 20.000 Lehrlinge im österreichischen Handel.
Ein solches Angebot haben die Arbeitgeberverhandler laut Trefelik – nach konstruktiven Gesprächen über rahmenrechtliche Anpassungen – in den Abendstunden gelegt: Es sieht eine Erhöhung der KV-Gehälter um 2,25% für 2026 vor. „Wir wollen keine Salamitaktik und daher nicht scheibchenweise über jeweils andere Zahlen reden. Aber dem Wunsch der Gewerkschaft und der konstruktiven Gespräche folgend nennen wir jetzt trotzdem eine Zahl“, so Trefelik. Denn Österreich befinde sich im dritten Rezessionsjahr und trotz einer leichten Besserung im ersten Halbjahr könne von einer nachhaltigen Erholung des Konsums leider noch keine Rede sein. „Die Zahl der Insolvenzen und Schließungen im Handel liegt auf Rekordniveau, die Arbeitslosigkeit ist zuletzt um rund 10 Prozent gestiegen. Diese Situation kann man im Handels-KV nicht ausblenden.“
Gewerkschaft kündigt Betriebsversammlungen an
Die Gewerkschaft GPA sieht dieses Angebot allerdings als zu gering an, wie sie in einer Aussendung Donnerstagabend betonte. Die Arbeitnehmervertreter geben sich deswegen kämpferisch und wollen in der kommenden Woche mit Betriebsversammlungen in ganz Österreich starten. „Die heutigen Gespräche haben gezeigt, dass unsere Vorstellungen von einem fairen Abschluss immer noch deutlich auseinanderliegen. Wir erwarten in der nächsten Verhandlungsrunde ein verbessertes Angebot, das die Leistung der Beschäftigten anerkennt, sonst werden wir die nächsten Schritte setzen müssen!“, fasst Mario Ferrari, Chefverhandler der Gewerkschaft GPA die Lage zusammen.
Bereits in der vergangenen Woche wurde von den Betriebsräten der Branche einstimmig eine Resolution verabschiedet alle notwendigen betriebsrätlichen und gewerkschaftlichen Maßnahmen zu unterstützen, sollte es in der zweiten Verhandlungsrunde zu keinem akzeptablen Angebot kommen. Als nächster Schritt folgen nun Betriebsversammlungen in ganz Österreich: „In der kommenden Woche werden wir die Beschäftigten in allen Bundesländern über den aktuellen Verhandlungsstand informieren und weitere Schritte beraten, sollte es auch in der nächsten Verhandlungsrunde zu keinem fairen Angebot kommen“, betont Martin Müllauer, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in der Gewerkschaft GPA und Betriebsratsvorsitzender der Morawa Buchhandlungen.
Die für die Verhandlungen relevante Inflationsrate liegt bei 3,0 Prozent – und damit nur 0,1 Prozentpunkte höher als jener Wert, der im Abschluss des Vorjahres eine Erhöhung von 2,9% vorgesehen hätte. „Deshalb haben wir heute angeboten, den im Vorjahr vereinbarten Wert für 2026 zu übernehmen und damit Planungssicherheit und Stabilität für alle Beteiligten zu ermöglichen. Doch seitens der Arbeitgeber scheint es kein Interesse an einer pragmatischen Lösung zu geben“, so Ferrari weiter. „Die Kolleginnen und Kollegen haben uns bereits bei unseren Betriebsrats-Konferenzen ihre volle Unterstützung zugesichert. Deshalb werden wir weiterhin mit allen Kolleginnen und Kollegen für einen fairen Abschluss kämpfen!“, so Ferrari und Müllauer abschließend.



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