Telekom- und Rundfunkbranche als Stützen der heimischen Wirtschaft
Economica-Geschäftsführer Christian Helmenstein, Helga Tieben, Geschäftsführerin des WKÖ-Fachverbandes Telekom|Rundfunk und Gerhard Haidvogel, Obmann des Fachverbandes Telekom | Rundfunk sprachen heute zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Telekommunikations- und Rundfunkbranche. (© Martin Lusser)
Das Wirtschaftsforschungsinstitut Economica hat im Auftrag des Fachverbandes Telekom|Rundfunk in der WKÖ neuerlich die volkswirtschaftlichen Effekte der Telekommunikations- und Rundfunkbranche untersucht. Aufbauend auf der Ersterhebung zeigt das Update 2024, dass die beiden Sektoren zu den wichtigsten Leistungsträgern der heimischen Wirtschaft zählen.Sie sichern Arbeitsplätze, leisten hohe Steuerzahlungen und investieren kontinuierlich in die digitale Infrastruktur – auch in einem konjunkturell unsicheren Umfeld erweisen sich die Unternehmen der Telekom- und Rundfunkbranche als wichtige Stützen der heimischen Wirtschaft. „Die Telekommunikations- und Rundfunkbranche bleibt ein Stabilitätsanker für den Standort Österreich. Sie schafft Beschäftigung, stärkt die Kaufkraft und ermöglicht die digitale Transformation quer durch alle Wirtschaftssektoren“, betont Helga Tieben, Geschäftsführerin des WKÖ-Fachverbandes Telekom|Rundfunk. Im Jahr 2024 wurden rund 7,9 Mrd. Euro an Bruttowertschöpfung direkt durch die Telekommunikations- und Rundfunkbranche erwirtschaftet. Über Vor- und Zuliefernetzwerke kamen weitere rund 4,6 Mrd. Euro hinzu, sodass in Summe 12,5 Mrd. Euro auf die beiden Branchen zurückzuführen sind. Das entspricht 2,88% der gesamten österreichischen Bruttowertschöpfung und liegt damit auf dem Niveau der Energieversorgung.
Mit diesen Wertschöpfungseffekten waren rund 44.000 Beschäftigungsverhältnisse direkt mit der Branche verbunden. Insgesamt – inklusive indirekter und induzierter Effekte – sicherten Telekommunikation und Rundfunk über 87.600 Arbeitsplätze, was knapp 1,95% der Gesamtbeschäftigung in Österreich entspricht. Die direkt zurechenbaren Löhne und Gehälter beliefen sich 2024 auf 2,9 Mrd. Euro. Ergänzt um indirekte und induzierte Effekte ergibt sich ein gesamter Lohn- und Gehaltseffekt von 4,75 Mrd. Euro, was 2,48% der gesamten Bruttolohnsumme in Österreich entspricht.
Im selben Zeitraum leisteten die Branchen einen erheblichen Beitrag zu den öffentlichen Finanzen: Die gesamten Steuern und Abgaben beliefen sich auf 4,63 Mrd. Euro. Damit übertrifft die Fiskalwirkung das Aufkommen der Mineralölsteuer 2024. Was nach Ansicht von Gerhard Haidvogel, Obmann des Fachverbandes Telekom | Rundfunk und CTO von Kabelplus, die Bedeutung der Telekommunikations- und Rundfunk-Branche unterstreicht.
Telekommunikationsbranche
Dabei erwirtschaftete die Telekommunikationsbranche im vergangenen Jahr mehr als 11,2 Mrd. Umsatz. Insgesamt sicherte die Telekommunikationsbranche über 75.000 Beschäftigungsverhältnisse, was ihre hohe Bedeutung für den Arbeitsmarkt unterstreicht. Die direkt zurechenbaren Löhne und Gehälter beliefen sich auf 2,49 Mrd. Euro, der gesamte Effekt über alle Ebenen – also inklusive indirekter und induzierter Wirkungen – erreichte nahezu 4,10 Mrd. Euro.
Die Fiskalwirkung der Telekommunikationsbranche betrug im Jahr 2024 insgesamt 4,10 Mrd. Euro. Davon entfielen 1,93 Mrd. Euro auf lohnabhängige Steuern und Abgaben, 1,33 Mrd. Euro auf die Umsatzsteuer, 350 Mio. Euro auf sonstige Produktionsabgaben, 161 Mio. Euro auf Gütersteuern sowie 325 Mio. Euro auf inländische Ertragsteuern. Damit zählt die Telekommunikationsbranche zu den größten Beitragszahlern innerhalb der Informations- und Kommunikationswirtschaft.
Rundfunkbranche
Die Rundfunkbranche erwirtschaftete im Jahr 2024 rund 1,27 Mrd. Euro an totaler Bruttowertschöpfung und bleibt damit ein bedeutender Bestandteil der österreichischen Medien- und Kreativwirtschaft. Insgesamt waren mehr als 12.000 Beschäftigungsverhältnisse direkt, indirekt oder induziert mit der Branche verbunden, was die starke arbeitsmarktpolitische Relevanz des Sektors unterstreicht.
Die direkt zurechenbaren Löhne und Gehälter beliefen sich auf 406 Mio. Euro; ergänzt um indirekte und induzierte Effekte ergab sich ein Gesamteffekt von 655 Mio. Euro. Die Fiskalwirkung des Rundfunks betrug im Jahr 2024 insgesamt 540 Mio. Euro. Davon entfielen 351 Mio. Euro auf lohnabhängige Steuern und Abgaben, 83 Mio. Euro auf die Umsatzsteuer, 59 Mio. Euro auf Produktionsabgaben, 18 Mio. Euro auf Gütersteuern und 29 Mio. Euro auf Ertragsteuern.
Investitionen im Telekommunikations- und Rundfunksektor
Im Jahr 2024 tätigten die Telekommunikations- und Rundfunkunternehmen Investitionen in Höhe von 1,67 Mrd. Euro, wovon rund 1,32 Mrd. Euro wertschöpfungswirksam in Österreich waren. Diese Investitionen flossen in den weiteren Ausbau digitaler Infrastrukturen, in moderne Übertragungstechnologien, Produktionsanlagen sowie in Software- und Netzwerklösungen – Bereiche, die entscheidend für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit sind.
Die damit verbundenen wirtschaftlichen Impulse waren beachtlich: Aus den Investitionen resultierte eine totale Bruttowertschöpfung von 933 Mio. Euro, die direkt, indirekt und induziert in Österreich generiert wurde. Darüber hinaus sicherten die Investitionen insgesamt rund 7.400 Beschäftigungsverhältnisse, die von Bau und Technik über Planung und Installation bis hin zu Betrieb und Wartung reichen.
„Die Investitionen der Telekommunikations- und Rundfunkbranche sind nicht nur Voraussetzung für den mittelfristigen Erfolg der ökodigitalen Transformation, sondern stabilisieren kurzfristig auch die Konjunktur gerade in Zeiten hoher ökonomischer Unsicherheit“, bekräftigt Economica-Geschäftsführer Christian Helmenstein.



Kommentare