6-7 und Hobby Dogging
(© Pixabay)
Das Internet hat schon viele fragwürdige Trends hervorgebracht, aber unsichtbare Hunde an der Leine spazieren zu führen und eine zufällige Zahlenkombination als Insiderwitz zu feiern, setzt dem Ganzen eine neue Krone auf. Haben wir zu viel Zeit oder ist das einfach der Trend von heute?Ich dachte ja, ich hätte im Internet schon alles gesehen. Doch dann stolperte ich vor Kurzem über ein Video, in dem Menschen imaginäre Hunde durch die Gegend führen und einen Parcours absolvieren. Dieser Trend nennt sich Hobby Dogging und ist – kein Scherz – der Nachfolger von Hobby Horsing. Damals sprangen meist Mädchen mit Steckenpferden über Mini-Hürden, als würden sie bei einem Turnier mitreiten. Jetzt wird das Pferd also durch einen unsichtbaren Hund ersetzt. Ob das wirklich ein Fortschritt ist, darf jeder selbst entscheiden. In den Kommentaren schwankt die Stimmung jedenfalls zwischen Faszination und Fassungslosigkeit. „Egal, was die geraucht haben – ich will das Gleiche“, schreibt ein User. Andere kommentieren trockener: „Ich hab dem Hund sein Geschirr ausgezogen, jetzt finde ich ihn nimmer.“ Wieder andere sind weniger amüsiert: „Die Welt wird immer bekloppter.“ Und ich gebe zu: Das dachte ich im ersten Moment auch. Hundetrainerin und Erfinderin Barbara Gerlinger nimmt das hingegen alles gelassen und bietet mittlerweile eigene Kurse für Hobby Dogging an. „Es ist ein bisschen verrückt“, sagte sie im Interview mit der dpa . „Aber was ist nicht verrückt? Wir leben in einer verrückten Welt.“ Die Videos von Gerlinger gehen inzwischen viral. Ein Clip hat sogar fast fünf Millionen Aufrufe.
Doch Hobby Dogging ist nicht der einzige Internet-Trend, der mich in letzter Zeit ein wenig an der Menschheit zweifeln lässt. Ein weiteres Beispiel: 6–7. Falls Sie es nicht kennen: Keine Sorge, es bedeutet nichts. Also wirklich nichts. Der Rapper Skrilla sagt in seinem Song „Doot Doot“ einfach nur die Zahlen „six, seven“ und bezieht sich damit auf die 67th Street in Philadelphia, wo er aufgewachsen ist. Das fanden Jugendliche anscheinend so lustig, dass sie die Phrase seither überall rufen. Dem Internet reicht das offenbar: Dictionary.com kürte „6-7“ sogar zum Wort des Jahres 2025. Die Begründung: Die Phrase zeige, wie Sprache heute nicht mehr nur aus Grammatik, sondern aus Humor, Klang und digitaler Ironie entstehe.
Und dann wäre da noch der Trend, sich zum gemeinsamen Puddingessen zu verabreden. Mit der Gabel. In Wien trafen sich dafür kürzlich mehrere hundert Jugendliche. Sie sitzen zusammen, stechen mit einer Gabel in Pudding, filmen das Ganze und stellen es online. Die Absurdität des Treffens sei eine Art „Ventil in unserer Zeit“, erklärte eine Organisatorin. „Etwas, wo man einfach mal lachen kann.“ Und vielleicht ist genau das der Punkt. Diese Trends mögen auf den ersten Blick vielleicht unsinnig wirken, aber vielleicht geht’s uns allen nur darum, gemeinsam Spaß zu haben und nicht alles so ernst zu nehmen. Vielleicht brauchen wir gerade solche Dinge, um mit einer manchmal überfordernden Welt klarzukommen? Wie dem auch sei: Ich gehe jetzt erstmal mit meinem echten Hund spazieren. Ganz ohne Trend.



Ich warte bis die ersten Idioten mit einem Lenkrad in der Hand auf der Autobahn spazieren! Durch TikTok, Facebook etc. verblöden die Menschen mehr und mehr