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Samstag, 6. Dezember 2025
„Die Zahlen sind wirklich alarmierend."

PV Austria: Photovoltaik-Zubau fällt auf niedrigsten Stand seit drei Jahren

Photovoltaik Energiezukunft | Julia Jamy | 28.11.2025 | | 3  
Wie aus dem aktuellen „Quartalsbericht Erhebung Netzanschluss“ der E-Control hervorgeht, setzt sich im dritten Quartal der rückläufige Trend mit lediglich 305 Megawatt (MW)  fort und das jährliche Ausbauziel von 2.000 MW rückt in weite Ferne. Wie aus dem aktuellen „Quartalsbericht Erhebung Netzanschluss“ der E-Control hervorgeht, setzt sich im dritten Quartal der rückläufige Trend mit lediglich 305 Megawatt (MW) fort und das jährliche Ausbauziel von 2.000 MW rückt in weite Ferne. (© PV Austria) Wie steht es wirklich um den Photovoltaik-Ausbau in Österreich? Die Antworten könnten derzeit widersprüchlicher kaum sein. Die E-Control schlägt im aktuellen „Quartalsbericht Erhebung Netzanschluss“ Alarm: Mit lediglich 305 Megawatt (MW) im dritten Quartal setze sich der rückläufige Trend fort und das jährliche Ausbauziel von 2.000 MW rücke in weite Ferne. Nach rund 1.000 MW in den ersten drei Quartalen drohe für 2025 ein massives Zieldefizit. Ein Szenario, vor dem der Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria) schon seit längerem warnt.

Wo steht Österreich beim Solar-Ausbau wirklich? Während aus Ecken der PV-Branche zu hören ist, dass der Ausbau trotz sinkender Förderungen weiter gut vorankomme, schlägt Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria, Alarm:  „Die Zahlen sind wirklich alarmierend. Der Photovoltaik-Zubau befindet sich auf einem Tiefststand seit drei Jahren und die Branche steht unter immensem Druck. Man sieht, wie schnell der Fortschritt einbricht, wenn Rahmenbedingungen ins Wanken geraten. Die Unternehmen verlieren Aufträge, Arbeitsplätze geraten in Gefahr. Ohne verlässliche, politische Leitplanken wird sich diese Situation weiter verschärfen.“ Der Rückgang betreffe vor allem das Segment der privaten PV-Anlagen (Anlagen bis 20 Kilowatt Engpassleistung; Balkonkraftwerke ausgenommen). PV Austria macht dafür vor allem die politischen Unsicherheiten verantwortlich, darunter die vorzeitige Abschaffung der Mehrwertsteuerbefreiung, unklare Förderbedingungen sowie die anhaltenden Diskussionen über mögliche Zusatzkosten für das Einspeisen von Strom.

Vernunft und Verlässlichkeit gefordert

Seit Jahren warte die Branche auf die dringend benötigten Energiewende-Gesetze: das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) und das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG). Aktuell wachse die Sorge vor einer weiteren Verzögerung. Wie wichtig jedoch politische Verlässlichkeit sei, bestätige eine aktuelle Branchen-Umfrage. Auf die Frage, wo aus Sicht der Branche der größte politische Handlungsbedarf bestehe, antwortete diese:

1. Verlässliche Politik: mit stabilen Gesetzen und Planungssicherheit
2. Speicheroffensive: Fördern von Batteriespeichern und systemdienliches Integrieren
3. Bürokratieabbau: mit weniger Verwaltungsaufwand bei Bau, Anschluss und Förderung

„Ein solides und insbesondere durchdachtes Gesetzespaket aus ElWG und EABG ist dringend notwendig. Alles andere – wie politische Unsicherheit oder der geplante Österreich- Aufschlag – schwächt die Branche und den gesamten Wirtschaftsstandort massiv“, betont Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV Austria. „Die Politik realisiert leider nicht, welches Wachstumspotential für die heimische Wirtschaft im verstärkten Ausbau der Erneuerbaren liegt und wie positiv sich das auf die Strompreise auswirken würde.“ Die PV-Branche ruft zu politischer Vernunft sowie Verlässlichkeit auf und fordert einen raschen ElWG-Gesetzesbeschluss ohne Österreich-Aufschlag auf heimischen Strom.

Hier gelangen Sie zum aktuellen „Quartalsbericht Erhebung Netzanschluss 2025“ der E-Control: www.e- control.at/documents/1785851/1811582/Erhebung-Netzanschluss-Bericht-Q3- 2025.pdf/165cea3d-2b36-8631-f150-99f5fb6329f5?t=1763986754758

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