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Freitag, 16. Januar 2026
Gewerkschaft vida pocht auf 3,5% Lohnerhöhung – Bundessparte Handel blockt ab

KV-Verhandlungen für Handelsarbeiter bleiben festgefahren

Hintergrund | Dominik Schebach | 03.12.2025 | | 2  
Die Forderung von 3,5 % Lohnerhöhung der Gewerkschaft vida ist für Bundesspartenobmann Rainer Trefelik fern jeder wirtschaftlichen Realität. Die Forderung von 3,5 % Lohnerhöhung der Gewerkschaft vida ist für Bundesspartenobmann Rainer Trefelik fern jeder wirtschaftlichen Realität. Auch die dritte KV-Verhandlungsrunde für die Arbeiter im Handel hat kein Ergebnis gebracht. Die Gewerkschaft vida, als Verhandlungsführerin auf Arbeitnehmerseite, fordert eine Lohnerhöhung von 3,5%. Dies sei fern jeder wirtschaftlichen Realität, hieß es dagegen aus der Bundessparte Handel.

„Es gibt nur einen Handel mit Mitarbeitern, die in unterschiedlichsten Bereichen geographisch als auch aufgabentechnisch arbeiten. Gemeinsam sitzen wir in einem Boot, das derzeit leider durch „wirtschaftlich herausforderndes Wetter“ fährt“, sagt Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel. In den letzten Jahren gab es zudem stete Bemühungen der vida zur Angleichung der Rechte der Arbeiter an die der Angestellten in unterschiedlichen Regelungstiefen, entsprechend könne man beim KV-Abschluss nicht mit zweierlei Maß messen.

„Ich bin sehr verwundert über die überzogene Forderung der Gewerkschaft vida, die sich in den Handelsdaten keinesfalls abbilden lässt“, erklärt Trefelik nach der heutigen dritten KV-Verhandlungsrunde für die rund 140.000 Arbeiter im heimischen Handel weiter. Auch der stete Hinweis auf die Situation im Lebensmitteleinzelhandel ist nicht nachvollziehbar – da „nur“ rund 8000 Mitarbeiter im Lebensmitteleinzelhandel beschäftigt sind und man einen Kollektivvertrag für den gesamten Handel verhandle!

Die vida fordert nach wie vor 3,5 % KV-Erhöhung und hat zusätzliche Forderungen, über das ursprüngliche Forderungspapier hinausgehend, gestellt. Zu den heute dargelegten Forderungen gehören eine überproportionale Erhöhung der Zulagen und zusätzliche freie Tage je nach Dienstzugehörigkeit. Eine Erhöhung zu verlangen, die weit über dem erzielten Abschluss bei den Handels-Angestellten liegt, sei ein unverständliches Messen mit zweierlei Maß. „Die konjunkturelle Lage ist für alle dieselbe. Das schwierige Umfeld, mit dem die österreichischen Handelsunternehmen konfrontiert sind, ist beim KV der Handelsarbeitern genauso zu berücksichtigen wie bei jenem der Angestellten“, betont Trefelik.

Die Arbeitgeber bieten daher – analog zur KV-Erhöhung bei den Angestellten – ein Plus der KV-Löhne um 2,55 % und werden diese „Gleichbehandlung aller Mitarbeiter im Handel“ auch den Mitgliedsbetrieben für 2026 empfehlen. „Wir haben es nach wie vor mit einer enorm hohen Zahl an Schließungen und Insolvenzen zu tun, die Arbeitslosigkeit im Handel steigt weiter. Trotz einzelner Lichtblicke sind wir von einer nachhaltigen Erholung noch weit entfernt. Es ist bedauerlich, dass die Verhandler der vida diesen Tatsachen nicht ins Auge sehen wollen und wir daher heute erneut zu keiner Einigung finden konnten“, so Trefelik.

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Kommentare (2)

  1. Die Handelsarbeiter haben ca. bis zu 150€ niedrigeres Gehalt als die Angestellten.Die unterste Gehaltsklasse liegt derzeit bei 2090,00€.Wenn man noch mit den Auto pendeln muss ist man Working poor eingestuft.Arm trotz (harter)Arbeit.Was auch vergessen wird während so gut wie alle Branchen die letzten 2 Jahre die Inflation abgegolten bekommen hat(tlw.sogar die Gehaltsabschlüsse über der Inflation) wurde im Handel unter Inflation abgeschlossen.Voriges Jahr schon 0,5%.Jetzt in Folge schon zum dritten mal.Find ich armselig bei Menschen die für Hungerlöhne um jeden zehntel Prozentpunkt zu feilschen.Die Bonzen was verhandeln sollen sich mal vorstellen was das heist um dieses Geld zu Buckeln.Nicht mal wenn es netto währe.Also nicht 2090€ Brutto sondern Netto hätten sie keine Ahnung davon zu leben in Zeiten der Teuerung.

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