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Dienstag, 10. Februar 2026
Digitalisierungsstudie 2025

Drei: Mehr als zwei Drittel der KMUs nutzen bereits KI

Telekom | Dominik Schebach | 04.12.2025 | |  
Angetrieben durch den KI-Boom sieht Drei CEO Rudolf Schrefl einen kräftigen Schub bei der Digitalisierung der heimischen KMUs. Angetrieben durch den KI-Boom sieht Drei CEO Rudolf Schrefl einen kräftigen Schub bei der Digitalisierung der heimischen KMUs. Wettbewerbsdruck und die zunehmende Verbreitung von KI sorgen für einen Digitalisierungsschub bei Österreichs mittelständischen Unternehmen. Wie eine von Drei bei marketagent in Auftrag gegebene Studie zeigt, nutzen demnach mehr als zwei Drittel der heimischen KMUs mittlerweile künstliche Intelligenz. Große Lücken klaffen allerdings bei der Cyber-Security und der digitalen Bildung.

„Angetrieben vom KI-Boom stehen wir am Übergang zu einer neuen, intensiven Phase der Digitalisierung“, erklärte Drei CEO Rudolf Schrefl heute bei der Präsentation der Studie in Wien. „Jedes zweite Unternehmen hält KI zukünftig für wettbewerbsentscheidend. Prozesse müssen deshalb von Grund auf neu gedacht und effizienter gestaltet werden, statt sie nur digital abzubilden.“

Österreichs Mittelstand reagiert auf den Druck mit einer verstärkten Nutzung von Schlüsseltechnologien wie KI, Cloud Computing und Data Analytics auf geopolitische Veränderungen und steigenden Wettbewerbsdruck. Während 2023 erst 10% der mittelständischen Unternehmen KI-Technologien genutzt haben, setzen heute bereits 68% der Unternehmen für ihre Arbeit mittlerweile künstliche Intelligenz. Wie die Studie – für die 850 Unternehmen mit 10 bis 249 Mitarbeiter befragte wurden – zeigte, nutzen diese Unternehmen KI zumindest als Large Language Modell wie ChatGPD.

Allerdings herrscht dabei noch eine Kluft zwischen punktueller Nutzung und strategischer Einbindung: Spezifisch setzen aktuell 29% der Betriebe KI ein. Aber nur jedes fünfte Unternehmen sieht seine KI-Nutzung aktuell am gewünschten Stand. Während im vergangenen Jahr 13% KI-Expertise zugekauft haben, planen dies 28% in den kommenden zwölf Monaten. Die häufigsten Anwendungsbereiche betreffen tägliche Arbeitsprozesse (26%), den Ersatz der Internetsuche (22%), den Kundenkontakt (10%) und Produktionsabläufe (8%). Fragezeichen gibt es vor allem noch beim Thema Datensicherheit: Bei 60% aller heimischen Unternehmen herrscht in diesem Punkt nach wie vor große Skepsis gegenüber dem KI-Einsatz.

Für Drei CEO Rudolf Schrefl und Karim Taga, Managing Partner von Arthur D. Little Austria (l.), braucht es klare Rahmenbedingungen beim Einsatz von KI. „Für den erfolgreichen Einsatz von KI ist es noch lange nicht zu spät – doch zuerst müssen Bund und Behörden ihre Hausaufgaben machen. Österreich hat schon einmal bewiesen, dass es an die Weltspitze gehören kann: 2006 waren wir bereits Nummer 1 im E-Government – das Erfolgsrezept dafür kennen wir also. Jetzt müssen wir es wieder anwenden“, so Taga.

Für Drei CEO Rudolf Schrefl und Karim Taga, Managing Partner von Arthur D. Little Austria, braucht es deshalb klare Rahmenbedingungen. „Für den erfolgreichen Einsatz von KI ist es noch lange nicht zu spät – doch zuerst müssen Bund und Behörden ihre Hausaufgaben machen. Österreich hat schon einmal bewiesen, dass es an die Weltspitze gehören kann: 2006 waren wir bereits Nummer 1 im E-Government – das Erfolgsrezept dafür kennen wir also. Jetzt müssen wir es wieder anwenden“, so Taga.

Aufholbedarf bei Digitalstrategien und Cyber-Security

Auch in allen anderen Schlüsseltechnologien – bei der Software- und Speicher-Nutzung in der Cloud, im Bereich Datenanalysen und beim Internet der Dinge – haben die heimischen Unternehmen laut Umfrage einen Sprung nach vorne gemacht. Damit liegt Österreich im Eurostat-Vergleich weiterhin im europäischen Mittelfeld. In manchen Bereichen – vor allem in der digitalen Sicherheit – gibt es aber noch viel zu tun.

Denn die Studie zeigt auch, dass mittelständische Unternehmen oft nicht über die notwendigen Ressourcen für den strategischen Einsatz von Schlüsseltechnologien verfügen. 56% aller Betriebe zwischen 10 und 19 Mitarbeitenden haben keine Digitalstrategie. Drei Viertel der Betriebe, die KI nutzen, fehlt es an einer KI-Richtlinie.

Auch im Bereich Cyber-Security ist noch Luft nach oben: 45% der Unternehmen schätzen die Gefahren von Cyberkriminalität gering ein. Dabei ist es bei fast jedem zweiten Betrieb (47%) bereits zu Vorfällen gekommen. Etwa 16% sind mehrmals im Jahr davon betroffen, bei Betrieben zwischen 50 und 249 Mitarbeitenden liegt dieser Anteil sogar bei 28%. Die häufigsten Vorfälle betreffen Phishing und Social Engineering (20%) sowie Malware-Infektionen (17%).

Investitionen in Cloud, IoT, SD-WAN und Data Analytics

Die Nutzung von Cloud Services ist von 2023 auf 2025 um 16 Prozentpunkte auf 61% gestiegen. 29% der Unternehmen nutzen datenbasierte Analysen. In den kommenden zwölf Monaten wollen die Betriebe vermehrt in Schlüsseltechnologien investieren, die auf die Vernetzung von Geräten, Standorten und Arbeitsabläufen sowie die Prozessoptimierung abzielen: je 17% in Cloud Services, IoT-Anwendungen sowie SD-WAN (intelligentes, soft-waregesteuertes Unternehmensnetz), 12% in Data Analytics und jedes zehnte Unternehmen in sichere Private Networks. Resilienz und Verbesserungspotenziale stehen dabei im Vordergrund: Vier von fünf Unternehmen sehen die Prozessoptimierung als größten Vorteil, gefolgt von der Stärkung der Kundenbeziehung (71%). An dritter Stelle liegt der verbesserte Einsatz finanzieller Mittel und Ressourcen (66%).

„Die Digitalisierung wird als Hebel für Prozessoptimierung, Kundenbindung und Effizienz erkannt, aber es fehlt oft an einer Strategie und nachhaltigen Verankerung im Unternehmen. Der Mittelstand steht am digitalen Wendepunkt. Deshalb benötigt Österreichs Wirtschaft jetzt mehr denn je investitions- und chancenorientierte Rahmenbedingungen, Bürokratieabbau sowie Rechtssicherheit und ein chancenorientiertes Mindset, das auf Beratung statt Bestrafung abzielt“, so Schrefl.

Home-Office und virtuelle Meetings sind gekommen, um zu bleiben

Home-Office wird in jedem zweiten Unternehmen angeboten. Die Nutzung hat sich im vergangenen Jahr nochmals leicht erhöht, wobei der Einsatz je nach Branche stark variiert. Während 73% des IKT-Sektors Home-Office nutzt, sind es im Handel 39% und in der Bau-branche 34%. Virtuelle Meetings sind auch lange nach der Pandemie Usus: Vier von fünf Betrieben nutzen hybride Kollaborationsformen wie Teams oder Google Meets, bei einem Viertel der Unternehmen hat sich die Nutzung zuletzt gesteigert. Kleinere Unternehmen verwenden Online-Meetings seltener, bei Firmen ab 20 Mitarbeitenden liegt die Anwendung bei weit über 90%.

 

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