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Freitag, 16. Januar 2026
Hintergrund-Kommentar E&W 12/2025

Zähe Rückkehr zur Normalität

Hintergrund | Dominik Schebach | 07.12.2025 | Bilder | |  Meinung
Black Friday ist vorbei, das erste Adventwochenende ins Land gezogen und die Shopping-Auguren stürzen sich auf die Zahlen aus dem Handel. Wie bei Wahlen gilt: Umfragen sind das eine, aber zum Schluss gilt nur das reale Ergebnis.

Umfragekaiser sind schon oft auf den letzten Metern vor dem angestrebten Amt „verhungert“ und genauso haben vorhergesagte Trends im Handel immer wieder auf sich warten lassen oder sind überhaupt ausgeblieben.  Nach diesem verrückten Jahr und der damit verbundenen Verunsicherung der Endkunden ist die Versuchung besonders groß, viel in die ersten Tage der Weihnachtssaison hineinzuinterpretieren. In einer Welt, die aus den Fugen ist, hofft jeder auf einen versöhnlichen Ausgang des Jahres – einerseits bei den Umsätzen, aber auch in einer Rückkehr zu den gewohnten Abläufen und Rahmenbedingungen. Und so ehrlich muss man sein: Ein Quäntchen von Normalität kann jetzt wirklich jeder brauchen und wenn es nur der Trubel des Weihnachtsgeschäfts ist.

Deswegen sind die ersten Rückmeldungen aus dem Weihnachtsgeschäft ermutigend und werden auch gerne gehört. Andererseits kann sich auch das Weihnachtsgeschäft den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht entziehen. Deswegen könnte die erste Erkenntnis zum Auftakt des Weihnachtsgeschäfts lauten: Die Konsumenten zücken zwar gerne ihre Brieftaschen, um Geschenke für ihre Lieben und auch sich selbst zu kaufen. Andererseits shoppen sie dieses Jahr preisbewusster und verschenken eher Nützliches für den Haushalt. Gekauft werden aber auch die Tech-Produkte zur täglichen Unterhaltung sowie Produkte für den kleinen Luxus.

Persönlich gehe ich davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft in den kommenden Wochen weiter Fahrt aufnehmen wird – immer vorausgesetzt, dass die Rahmenbedingungen sich nicht plötzlich verschlechtern. Nachrichten wie die hartnäckig hohe Inflationsrate oder schlechte Wirtschaftsdaten schieben die Endkonsumenten zur Weihnachtszeit zwar etwas weiter von sich weg, ganz ignorieren lassen sich diese  allerdings nicht. Noch mehr Unsicherheit geht jedoch  von den Brandherden in unserer weiteren Nachbarschaft aus. Dass sich die Chaosmaschine jenseits des Atlantiks in Form von US-Präsident Donald Trump und seiner Regierung in absehbarer Zeit beruhigt, bleibt ebenfalls wohl nur ein frommer Wunsch ans Christkind.  Wir dürfen deswegen nicht den Fehler machen, und die ersten zarten Triebe einer Trendwende als eine Rückkehr zur Normalität sehen.

Nach fünf Jahren Achterbahnfahrt und einem tumultartigen Jahr 2025 wird es das nicht so schnell spielen. Gleichzeitig sollten wir auch nicht in die Falle tappen, die jetzigen Zustände als das „New Normal“ zu akzeptieren. Denn wir können als Gesellschaft, aber auch jeder Einzelne von uns, daran arbeiten und uns konsequent ein Problem nach dem anderen vornehmen. Das ist zäher als der immer wieder versprochene große Wurf, aber nachhaltiger und langfristig erfolgreicher. Das heißt aber auch, dass es auch im kommenden Jahr auf den berühmten langen Atem ankommt, um die angekündigte Erholung auch Wirklichkeit werden zu lassen. Das sollte uns allerdings im Weihnachtsgeschäft nicht belasten. Darum wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Weihnachtssaison, ein besinnliches Fest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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