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Freitag, 16. Januar 2026
Hot!Registrierung für Partnerbetriebe ab sofort möglich

Geräte-Retter-Prämie startet am 12. Jänner

Hintergrund | Julia Jamy | 10.12.2025 | | 2  
(© J.Jamy) Der Reparaturbonus kehrt am 12. Jänner zurück – mit neuem Namen und mit reduziertem Umfang. Umweltminister Norbert Totschnig und der Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der WKÖ, Manfred Denk, präsentierten heute in einer Pressekonferenz die Details. elektro.at war für Sie vor Ort.
Kaum ein Thema hat die Branche in den vergangenen Wochen so stark beschäftigt wie die neu aufgelegte „Geräte-Retter-Prämie“. Die Wiederaufnahme der Förderung, die im Mai 2025 überraschend gestoppt worden war, sorgt für gemischte Reaktionen. Das Umweltministerium sieht darin jedoch einen zentralen Schritt hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. „Bei Elektrogeräten bedeutet das, die Funktionsdauer so lange wie möglich zu verlängern, indem sie repariert und wiederverwendet werden, statt sie vorschnell zu ersetzen.Genau hier setzt die neue Geräte-Retter-Prämie an. Mit ihr starten wir ein kosteneffizientes und budgetschonendes Fördermodell, das Reparieren von Geräten attraktiv und vor allem auch leistbar macht“, so Totschnig. Angesichts der angespannten Budgetsituation müsse jeder Euro „zweimal umgedreht werden“, um sinnvolle Investitionen auszulösen. „Die Geräte-Retter-Prämie wird einen Beitrag zur Unterstützung des Aufschwungs in Österreich leisten“, ist sich der Umweltminister sicher.

Was ist nun neu?

Partnerbetriebe können sich ab heute Mittwoch, den 10. 12. 2025, registrieren. Die Seite www.geräte-retter-prämie.at ist die einzige offizielle Seite zur Geräte-Retter-Prämie und für Betriebe ist die Registrierung kostenlos. Im Anschluss prüft die Kommunalkredit Public Consulting (KPC) die registrierten Betriebe. Konsumenten können die Geräte-Retter-Prämie ab 12. Jänner 2026 beantragen. Die Prämie konzentriert sich künftig klar auf klassische Haushaltsgeräte und Geräte, die im Alltag häufig genutzt werden und viele Rohstoffe binden. Dazu zählen Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräte, Staubsauger, Akkugeräte sowie Geräte für die Krankenpflege wie beispielsweise Rollstühle, Pflegebetten, Beatmungsgeräte und Blutdruckmessgeräte. Der Fördersatz beträgt wie bisher höchstens 50 Prozent der Bruttokosten. Unverändert bleibt auch, dass Kostenvoranschläge weiterhin mit bis zu 30 Euro gefördert werden können. Neu ist jedoch, dass die maximale Förderhöhe von 200 Euro auf 130 Euro deutlich reduziert wurde.

Nicht mehr gefördert werden hingegen Fahrräder, E-Bikes, Handys, Luxus- und Wellnessgeräte wie Massagesessel, Fußsprudelbäder oder besondere Unterhaltungselektronik wie beispielsweise Karaokeanlagen. „Die bisherige Nachfrage zeigt, dass Österreich eine starke Reparatur-Kultur hat. In Zeitraum 2022 bis 2025 wurden 1,8 Millionen Boni eingelöst und mehr als 400 Millionen Euro Investitionen ausgelöst. Beteiligt haben sich rund 5.860 Betriebe. Diese Reparaturen schaffen regionale Wertschöpfung, sie stärken vor allem kleinere und mittlere Betriebe und machen nachhaltiges Handeln im Alltag einfacher“, so Totschnig.

Warum der Neustart?

Der Neustart sei bewusst gewählt, so der Umweltminister. „Wir haben sämtliche Förderprogramme umfassend geprüft, und dabei wurde deutlich, dass wir künftig noch kosteneffizienter arbeiten müssen. Die budgetäre Situation macht es notwendig, mit weniger Mitteln auszukommen. Daher haben wir uns bewusst dafür entschieden, den Fokus klar auf den Elektrobereich zu legen und die Förderung dort möglichst effizient auszurichten. Gleichzeitig war uns wichtig, dass ein breiter Kreis an Haushalten Zugang zur Prämie hat und dass alles konsequent umweltschonend umgesetzt wird.“ Totschnig fügt hinzu: „Wir wollten außerdem eine verlässliche Planbarkeit für die kommenden Jahre schaffen, was gerade für Konsumentinnen und Konsumenten von großer Bedeutung ist. Insgesamt haben wir die Prämie sehr sparsam  neu aufgesetzt. Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Weg ist, um gut und klar strukturiert neu zu starten. Die Betriebe wissen, wie das System funktioniert, und auch die Konsumentinnen und Konsumenten erhalten damit Transparenz darüber, worum es geht und wie das Fördermodell angewendet wird.“

Auf Nachfrage von elektro.at, ob durch die Einschränkung auf weniger Produktkategorien weniger Partnerbetriebe teilnehmen könnten, zeigt sich der Minister optimistisch: „ Wir haben die Frage diskutiert. Es gibt 10.000 mögliche Betriebe in Österreich und das heißt, wir schätzen, dass wieder ein ähnlich großer Kreis an Partnerbetrieben wieder erreicht werden kann.“ Auch Obmann Denk zeigt sich optimistisch: Wir werden seitens der Wirtschaftskammer nun kräftig die Werbetrommel rühren, damit sich unsere Betriebe möglichst rasch registrieren. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass die Anmeldeprozesse reibungslos funktionieren. Ich gehe daher davon aus, dass das auch diesmal sehr schnell gehen wird. Man darf nicht vergessen: Für die Unternehmen ist die Teilnahme äußerst attraktiv. Sie eröffnet zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten und schafft einen direkten Zugang zu den Haushalten, wo sich oft weitere Dienstleistungen oder Reparaturen anbieten.“

„Sehr, sehr glücklich“

Bundesberufsgruppenobmann der Kommunikationselektroniker Thomas Plank

Bundesberufsgruppenobmann der Kommunikationselektroniker Thomas Plank sagt gegenüber elektro.at: „Wir sind sehr, sehr glücklich, dass die Geräte-Retter-Prämie jetzt endlich startet. Viele Reparaturbetriebe warten sehnsüchtig darauf, weil zahlreiche Kunden ihre Geräte bereits beim Betrieb abgegeben haben, in der Hoffnung, sie reparieren lassen zu können, sobald die Prämie wiederkommt. Außerdem freuen wir uns sehr, dass die Förderhöhe noch immer 130 € beträgt und die Förderung weiterhin dazu beitragen wird, viel CO2 einzusparen.“

Plank fügt hinzu: „Die Berufsgruppe findet es auch gut, dass man wieder zum Ursprung des ersten Reparaturbonus zurückkehrt, wenn es um die Frage der teilnehmenden Reparaturbetriebe geht. Wir hoffen, dass die Geräte-Retter-Prämie einen Aufschwung bei den Reparaturbetrieben im kommenden Jahr bringen wird. Unser großer Dank gilt dem Ministerium.“

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Kommentare (2)

  1. …oder besondere Unterhaltungselektronik… sehr klar formuliert? Was soll man darunter verstehen? TV, Steroanlage, Radiowecker, ….. alles nicht mehr oder doch noch?
    Das die Räder raus sind, wird wieder viele Radleichen auf der Strasse hervor bringen, schade um diesen Bereich.
    Und über Handys brauchen wir nicht reden, werden eben wieder alle mit schwachen Akku getauscht und die Altgeräte entsorgt.
    Und wegen max. 130€ werden sich viele überlegen, ob sie noch reparieren lassen oder doch entsorgen und neu kaufen. OK, so kann man den Handel auch fördern :-).
    Und das man als bereits registrierter Betrieb nochmals alles eingeben und zusenden muß, ist auch gut durchdacht. Liegt wohl an der sinnvollen neuen Bezeichnung und der damit einher gehenden neuen Webseite. Aber ist ja OK, wird ja alles nur gemacht, weil gespart werden muß. Wiehoch ist der Betrag wohl, für die Umstellung und die Kosten für die neu Werbung/Wegseite/ Logos/…..
    Dafür scheint Geld genug da zu sein.

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  2. Die beliebte Produktgruppe „Handys“ wurde ausgenommen, sanfte Rad-Mobilität ist nicht mehr gefragt. Genauso musste man den bewährten Markenbegriff austauschen, nur um es zu „ent-grünen“.
    Ob im Haushalt wirklich der zitierte Akkuschrauber öfter im Einsatz ist als die ebenfalls ausgenommene Unterhaltungselektronik namens Fernseher?

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