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Donnerstag, 22. Januar 2026
Editor's ChoiceAb Juli 2026. Temu & Shein im Visier

EU beschließt 3 Euro „Paket-Zoll“ auf Sendungen aus Drittstaaten

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 15.12.2025 | |  
Handelsverband GF Rainer Will. (Foto: Handelsverband) Handelsverband GF Rainer Will. (Foto: Handelsverband) Endlich haben sich die EU-Finanzminister geeinigt, ab Juli 2026 einen festen Zollsatz von 3 Euro auf Lieferungen aus Drittstaaten wie China einzuführen. Der Handelsverband sieht darin einen wichtigen Schritt zu faireren Wettbewerbsbedingungen.

Die EU beschloss einen 3 Euro „Paket-Zoll“ auf Sendungen aus Drittstaaten. Diese Maßnahme zielt insbesondere auf Fernost-Plattformen wie Shein und Temu ab und soll ab Juli 2026 erhoben werden. Damit wird eine wichtige Forderung des Handelsverbands aus dem PLAN H sowie aus dem Ende April präsentierten E-Commerce-Aktionsplan von HV und Greenpeace aufgegriffen, um die strukturelle Benachteiligung europäischer Händler gegenüber Fernost-Plattformen wie Temu und Shein zu reduzieren.

„Die Einführung eines 3 Euro Paket-Zolls auf Drittstaaten-Pakete unter 150 Euro Warenwert zählt zu den zentralen Forderungen des Handelsverbands. Wir sind erleichtert, dass diese dringende Empfehlung nun auch von den EU-Finanzministern aufgegriffen wurde. Der Handlungsdruck ist nun auf oberster Ebene angekommen, sodass ab Juli 2026 Online-Ramschhändler wie Temu und Shein endlich stärker zur Kasse gebeten werden. EU-weit sind damit Mehreinnahmen von 13,8 Milliarden Euro möglich“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands in einer ersten Stellungnahme.

Paket-Zoll von 3 Euro ist wichtiger Schritt

Der Paket-Zoll von 3 Euro soll dazu beitragen, die Zollbehörden bei der Kontrolle der enormen Menge an Billigimporten aus Fernost zu entlasten und sicherstellen, dass importierte Produkte den EU-Sicherheitsstandards entsprechen. „Die Regelung gilt zumindest solange, bis eine dauerhafte Lösung zur Abschaffung der De-Minimis-Zollbefreiung für Online-Einkäufe unter 150 Euro gefunden ist – also voraussichtlich bis 2028“, sagt Will und: „Der 3 Euro Paket-Zoll ab Juli 2026 ist ein weiterer großer Erfolg der FairCommerce-Initiative des Handelsverbands und ein Meilenstein für den europäischen Handel. Ein großer Dank geht an den österreichischen Finanzminister Markus Marterbauer sowie an die europäische Dachorganisation eCommerce Europe, wo sich der Handelsverband bis zuletzt für mehr FairPlay in Brüssel eingesetzt hat.“

HV E-Commerce-Aktionsplan empfiehlt 4 weitere Maßnahmen

Der Handelsverband sieht in dem neuen Paket-Zoll einen wichtigen Schritt, empfiehlt jedoch vier weitere Maßnahmen:

  • Senkung der 150-Euro-Zollfreigrenze auf 0 Euro bereits 2026

    „2024 wurden 4,6 Mrd. Pakete mit Waren unter 150 Euro aus Fernost nach Europa geliefert, zwei Drittel davon falsch deklariert. % stammen aus China. Betrüger umgehen systematisch Zölle und Steuern, etwa durch Teillieferungen. Der Schaden für den österreichischen Handel liegt bei 4,5 Mrd. Euro. Innenstädte leiden unter Leerstand, den Kommunen entgehen Millionen an Steuereinnahmen“, erklärt der HV GF.
  • Mehr Ressourcen für Zollbehörden und strenge Importkontrollen

Will erklärt: „Produkte von Temu, Shein und AliExpress enthalten oft verbotene, giftige Chemikalien. Dennoch gelangen solche Produkte wegen unzureichender Kontrollen ungehindert auf den Markt. Die enorme Menge an Billigwaren aus Asien überfordert die bestehenden Kontrollkapazitäten der nationalstaatlichen Zollbehörden – diese müssen gestärkt werden.“

  • Einführung einer Plattformhaftung für die korrekte Warendeklaration

Auf nationaler Ebene die zeitnahe Einführung einer Plattformhaftung für die korrekte Warendeklaration analog zur Schweiz.

  • Temporäre Sperre bei wiederholtem Rechtsbruch

Fernost-Plattformen umgehen vielfach EU-Vorgaben – meist ohne Konsequenzen. Wiederholte Rechtsverstöße müssen zu temporären Plattform-Sperren führen. In Frankreich läuft bereits ein entsprechendes Verfahren gegen Shein.

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