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Freitag, 16. Januar 2026
Geräte-Retter-Prämie statt Reparaturbonus: „Damit geht ein wichtiges Signal für die Kreislaufwirtschaft verloren.“

refurbed, Kilian Kaminski: „Deutlich schwächer als Reparaturbonus“

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 07.01.2026 | | 4  
refurbed Co-Founder Kilian Kaminski. (Foto: refurbed) refurbed Co-Founder Kilian Kaminski. (Foto: refurbed) Nicht alle haben Freude mit der neuen „Geräte-Retter-Prämie“, die als Nachfolgeinitiative zum Reparaturbonus in wenigen Tagen startet. Dazu gehört auch das Team von refurbed. Wie Co-Founder Kilian Kaminski kritisiert, sei die „Geräte-Retter-Prämie“ „deutlich schwächer“ als der bisherige Reparaturbonus. Besonders unverständlich sei, dass Smartphones künftig nicht mehr gefördert werden.

Am Montag, den 12. Jänner 2026, geht die neue „Geräte-Retter-Prämie“ an den Start. refurbed Co-Founder Kilian Kaminski sagt dazu: „Initiativen wie der Reparaturbonus haben gezeigt, dass viele Menschen bereit sind, ihre Geräte länger zu nutzen, wenn es dafür klare Anreize gibt. Umso bedauerlicher ist es, dass die neue Geräte-Retter-Prämie diesen erfolgreichen Weg nicht konsequent weitergeht. Besonders unverständlich ist, dass Smartphones künftig nicht mehr gefördert werden – obwohl sie zu den am häufigsten genutzten Geräten im bisherigen Reparaturbonus zählten. Gerade bei Alltagsgeräten, die jede und jeder kennt, lassen sich Bewusstsein und Wirkung für Ressourcenschonung besonders gut erzielen. Grundsätzlich gilt: Die Geräte-Retter-Prämie ist besser als gar keine Förderung. Gleichzeitig ist sie deutlich schwächer als der bisherige Reparaturbonus – sowohl in der Höhe der Förderung als auch im Umfang der abgedeckten Produktkategorien. Damit geht ein wichtiges Signal für die Kreislaufwirtschaft verloren.“

Fehlender Blick über die Reparatur hinaus

Kaminski führt weiter aus: „Was uns besonders fehlt, ist der Blick über die reine Reparatur hinaus. Entscheidend ist nicht, wie ein Gerät länger genutzt wird, sondern dass es nicht im Müll landet. Auch Refurbishment – also die professionelle Wiederaufbereitung und der Start eines neuen Nutzungszyklus – erzielt vergleichbare ökologische Effekte wie eine Reparatur, wird aber politisch weiterhin nicht anerkannt. Wenn wir Kreislaufwirtschaft ernst meinen, sollten Fördermodelle alle Maßnahmen unterstützen, die funktionierende Geräte im Umlauf halten: Reparatur, Wiederaufbereitung, Trade-In-Modelle und bewusste Kaufalternativen. Nur so lassen sich Ressourcenverbrauch und Elektroschrott nachhaltig reduzieren. Die aktuelle Ausgestaltung der Geräte-Retter-Prämie zeigt leider, dass hier vor allem gespart wurde – und weniger an langfristige Umweltwirkung gedacht. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass Kreislaufwirtschaft ganzheitlich verstanden und gefördert wird.“

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Kommentare (4)

  1. Naja, ob Herr Kaminski da der richtige ist, um sich zu beschweren, lassen wir im Raum stehen. Denn viele Verkäufer/Händler gebrauchter Geräte auf der Plattform von Rufurbed sind selbst Betrüger. Es werden zu einem beträchtlichen Teil Geräte angeboten, die defekt sind oder Mängel aufweisen. Und wenn man unmittelbar nach Kauf reklamiert, wird so gut wie immer Selbstverschulden diagnostiziert. Man erhält keine Garantie, hat nur unnötige Versandspesen (hin und retour) und Refurbed verteidigt den Händler und nicht den Kunden. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: jeder Euro Förderung für solche zwielichtigen Unternehmen ist 1 Euro zu viel. Refurbed solte hier keinesfalls Ansprüche geltend machen dürfen. Aber in Bezug auf die Prämie und den Scharlatanen, denen wir das verdanken kann ich mich den o.a. Kollegen nur anschließen. Nicht Fisch nicht Fleisch, aber auch nicht vegan ;- (

  2. Die schwarzen Schafe (Betrüger – erster Klasse) der Handybranche waren auch dafür ausschlaggebend,
    dass Handys nicht mehr dabei sind. Ich finde die jetzige Lösung trotzdem sehr gut, sieht man der
    unnötigen Namensänderung ab. Und ein Jammern auf hohen Niveau wird es immer geben.
    Für die meisten Reparaturen ist die Maximalförderung von 130,– vollkommen ausreichend.
    Der Sinn der Sache war ja auch, dass nur diejenigen Geräte repariert werden sollten,
    wo es sich auch ohne Förderung ausgezahlt hat.
    Die Senkung von 200,– auf 130,– vermeidet auch das „zu Tode“ reparieren. Und das ist auch gut so.

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  3. Dem muß ich leider zustimmen. Es wird sicher bei weitem nicht mehr das erreicht werden, was mit den Rep.Bonus errreicht wurde. Vor allem im Handysektor werden jetzt wieder viele Geräte entsorgt, die noch Jahre funktionieren könnten. Hier spart man am falschen Platz und gibt dafür viel Geld aus, damit das Kind einen neuen Namen bekommt. Wäre interessant, ob man dazu Summen erfahren könnte. Wieviele Retterprämien hätte man damit wohl auszahlen können und wieviel Schrott vermeiden :-(.

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    1. Ja aber leider gibt es bei Handys zu viele schwarze Schafe, deswegen nicht mehr. Zusätzlich sind die Geräte für Updates sowieso nur für 5-7 Jahre geeignet, leider. Daher wichtiger Kühlschränke, Herde usw zu retten, die wirklich länger aushalten

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