Besuchen Sie uns auf LinkedIn
Dienstag, 21. Juli 2026
Telekom-Kommentar E&W 1-2/2026

Die Suche nach dem perfekten Treffer

Telekom | Dominik Schebach | 08.02.2026 | Bilder | |  Meinung

Dominik Schebach
Was können wir von dem neuen Jahr erwarten? Einige der Trends, die derzeit die Telekom-Branche bewegen, können Sie auf Seite 54 dieser Ausgabe finden. Ein zentrales Thema bleibt dabei, wie Netzbetreiber, Handel und Industrie ihre Ertragssituation verbessern können.

Der Markt ist gesättigt. De facto hat heute jeder Benutzer ein Smartphone und jede Wohnung verfügt über einen Internet-Zugang. In dieser Situation bieten sich abgesehen von einem Schwenk zum Diskont drei Strategien an: Ich kann auf höherwertige Produkte ausweichen und so mein Wachstum sichern, oder ich kann zusätzliche Produktbereiche erschließen, und schließlich kann ich die Kunden stärker an mich binden, sodass sie alle Bedürfnisse rund um die Telekommunikation bei mir decken.

Alle drei Strategien werden derzeit von Netzbetreibern sowie Industrie verfolgt und aus Sicht des Handels ist jede davon interessant. Schließlich kann der Handel in allen drei Szenarien seine Stärken bei Beratung, technisches Verständnis und Kundenbindung ausspielen. Trotzdem frage ich mich immer wieder, was kommt danach? Gibt es z.B. eine natürliche Schmerzgrenze beim Gerätepreis, ab welcher der Kunde nicht mehr mitzieht? Wie weit kann ich den Haushalt eines Kunden mit meinen Produkten „durchdringen“? Und welche Produkte passen in mein Sortiment, sodass ich im klassischen Cross- und Upselling diese dem Kunden anbieten kann?

Ich bin mir sicher, dass wir über diese Fragen in den kommenden Monaten noch sehr viel diskutieren werden. Aber zuerst möchte ich einen Blick auf die Gründe werfen, warum der Telekom-Handel überhaupt so erfolgreich wurde? Es ist schließlich keine Selbstverständlichkeit, dass man praktisch aus dem Nichts kommend mit einem Produkt – Mobilkommunikation – die Gesellschaft innerhalb weniger Jahre vollkommen durchdringt. Andererseits können Mobiltelefone und Mobilkommunikation, wie schon der Name sagt, ein Grundbedürfnis des Menschen abdecken: Kommunikation – immer und überall. Das ist und bleibt der Grundstein des Erfolgs der Branche.

Diese Revolution der Mobilkommunikation wurde allerdings erst möglich, weil zum Start des GSM-Zeitalters mehrere technologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Voraussetzungen zusammentrafen. Was ist also – angesichts der heutigen Umbrüche – das Produkt der Zukunft für den Telekom-Fachhandel. In diesem Zusammenhang finde ich es spannend, dass Smartphone-Hersteller derzeit intensiv in Richtung KI und Robotik forschen. Diese können hier ihre Erfahrung aus dem Endkundengeschäft und ihre technische Expertise einbringen. Dabei geht es derzeit vor allem um „Companion Robots“, welche älteren Menschen oder Kindern Gesellschaft leisten oder diese unterhalten. Andere Roboterklassen in Entwicklung unterstützen Pfleger bei der Arbeit oder gehen als Universalisten ihren Besitzern bei der Hausarbeit zur Hand. Die notwendigen Technologien dazu wie Spracherkennung, maschinelles Lernen oder Bilderkennung sind nun verfügbar. Ob am Ende aber wieder so ein perfekter Treffer wie bei der Mobilkommunikation herauskommt, muss sich erst weisen.

Bilder
Diesen Beitrag teilen

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

An einen Freund senden