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Freitag, 17. April 2026
Rekordhoch bei Stromspeichern, Trendumkehr bei E-Mobilität

Erneuerbare Energien Studie: Weiter hohe Zustimmung zu Energie- und Mobilitätswende

Photovoltaik Energiezukunft Elektromobilität | Wolfgang Schalko | 24.02.2026 | |  Wissen
Die Studie „Erneuerbare Energien in Österreich 2026 Die Studie „Erneuerbare Energien in Österreich 2026" hat einmal mehr die allgemeine Stimmung in der österreichischen Bevölkerung eingefangen – und gezeigt: Die Zustimmungswerte zu Erneuerbaren bleiben hoch. Erneuerbare Energieprojekte stoßen in Österreich – trotz teils gegenläufiger globaler Entwicklungen – auf breite Zustimmung. Das zeigt eine aktuelle Studie von Universität Graz, Deloitte Österreich und Wien Energie. Vor allem Photovoltaik-Anlagen erfreuen sich großer Beliebtheit. Trotz allgemeiner Teuerungen ist die Bevölkerung hier bereit, größere Investitionen zu setzen. Im Mobilitätsbereich zeichnet sich eine Trendumkehr ab: Nachdem dem Allzeittief im Vorjahr steigt das Interesse an E-Autos wieder an.

Die repräsentative Studie, die jährlich – und heuer bereits zum elften Mal unter mehr als 1.000 Befragten – die Einstellung der Österreicher zu erneuerbaren Energien erhebt, kommt erneut zu einem klaren Ergebnis: Trotz eines insgesamt leichten Rückgangs bleibt die Akzeptanz von erneuerbaren Energieprojekten auf einem hohen Niveau und mehr als zwei Drittel stehen diesen Projekten auch in ihrer Nähe positiv gegenüber.

„Die Zustimmung zu erneuerbaren Energieprojekten hält sich laut unserer Umfrage weiterhin auf hohem Niveau – trotz Teuerung und Kostendruck. Gerade in Zeiten, in denen andere globale Themen zunehmend in den Vordergrund rücken, ist das ein wichtiges Signal für die langfristige Verankerung der Energiewende in der österreichischen Bevölkerung“, erklärt Nina Hampl, Studienautorin und Professorin an der Universität Graz.

Photovoltaik bleibt favorisierte Technologie

Unter den erneuerbaren Energietechnologien ist die Photovoltaik in Österreich weiterhin besonders beliebt. Fast ein Drittel der Befragten hat bereits eine PV-Anlage am eigenen Haus oder Wohngebäude installiert. Als wichtige Anreize dafür gelten vor allem erwartete Kosteneinsparungen (69%), positive Umweltaspekte (34%) sowie öffentliche Förderungen (34%). Besonders erfreulich: Die Bevölkerung ist trotz allgemeiner Teuerung bereit, in die Optimierung der Anlagen zu investieren. So gab es 2025 ein Rekordhoch bei den Installationen von Stromspeichern. Fast die Hälfte der Studienteilnehmer mit PV-Anlagen verfügt mittlerweile über Stromspeicher.

Bei der Präsentation der Studie waren sich Gerhard Marterbauer, Nina Hampl und Karl Gruber (v.l.n.r.) einig: In Sachen Energie- und Mobilitätswende gehts in Österreich weiter in die richtige Richtung.

„Der fortschreitende Ausbau der Erneuerbaren lässt Stromproduktion und -verbrauch zeitlich zunehmend auseinanderklaffen. Das kann unter anderem dadurch gelöst werden, dass man mit Batterien den Strom einspeichert, wenn zu viel davon vorhanden ist und sie ihn abgeben, wenn er wieder benötigt wird“, so Karl Gruber, Geschäftsführer von Wien Energie. „Neben großen Batteriespeichern der Energiewirtschaft setzen auch immer mehr Österreicherinnen und Österreicher auf Speicher bei ihrem eigenen Zuhause – das Jahr 2025 brachte ein Rekordhoch bei installierten Stromspeichern im privaten Bereich.“


Energiesparen ist vor allem kostengetrieben

Steigende Preise sind weiterhin ein Anlass, sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen. Investitionen tätigt die Bevölkerung aber auch, um langfristig Energie und damit Kosten zu sparen. Im Dreijahresvergleich setzen laut Studie immer mehr Menschen auf strukturelle Maßnahmen wie den Austausch von Heizungssystemen oder die Gebäudesanierung – auch wenn das kurzfristig eine hohe Investition bedeutet.  

Parallel dazu nimmt auch das Interesse an gemeinschaftlichen Modellen weiter zu. Mehr als ein Drittel der Befragten zeigt weiterhin hohes Interesse an einem Bürgerbeteiligungsprojekt, auch der Anteil jener Personen, die an einer Energiegemeinschaft beteiligt sind oder selbst eine gegründet haben, ist steigt auf 15%.

„Die Österreicherinnen und Österreicher beschäftigen sich immer mehr mit langfristigen Lösungen im Energiebereich und ziehen weiter auch gemeinschaftliche Modelle in Betracht“, so Gruber weiter.

E-Autos werden beliebter

Im Mobilitätsbereich ist eine Trendumkehr zu beobachten: Das Kaufinteresse für Elektroautos steigt wieder an. Dabei stehen für die Befragten mit den geringeren Betriebskosten (67%) im Vergleich zu Verbrennern vor allem wirtschaftliche Überlegungen im Vordergrund. Doch auch Klimaschutzaspekte (60%) sind ein wichtiges Motiv, während öffentliche Förderungen nur mehr eine untergeordnete Rolle spielen.
  
„Förderungen allein setzen den Markt nicht nachhaltig in Bewegung – es braucht vor allem leistbare E-Fahrzeuge. Die vielfach noch hohen Kaufpreise lassen viele potenzielle Käufer weiterhin zögern. Für eine dauerhafte Trendumkehr braucht es vor allem wettbewerbsfähige Preise und ein attraktives Angebot an Fahrzeugen im unteren und mittleren Preissegment“, betont Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. „Das Gute: Viele Hersteller haben für 2026 und 2027 neue Modelle in diesen Segmenten angekündigt und teilweise sehen wir diese Fahrzeuge auch schon auf den Straßen.“

Zusammenfassend lässt sich laut den Studienautoren feststellen, dass entgegen vieler globaler Entwicklungen der Trend in Sachen Energiewende und Klimaschutz in Österreich in die richtige Richtung geht und die Konsumenten für weitere klimapolitische Maßnahmen offen sind. „Fast die Hälfte der Befragten fordert von der Bundesregierung eine Beschleunigung bei der Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz. Das ist ein klarer Auftrag an die Politik, trotz Sparmaßnahmen die Energie- und Mobilitätswende weiter voranzutreiben“, so Marterbauer abschließend.

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