…und jetzt?
Panasonic wollte in München ein Zeichen setzen und Vertrauen in die Zukunft seines TV-Geschäfts schaffen. Doch wer auf konkrete Antworten zu Vertrieb, Lieferketten und Ansprechpartnern hoffte, wurde enttäuscht. Für viele Händler blieb am Ende vor allem der Eindruck eines großen Events mit wenig greifbarem Inhalt.Mehr als hundert Journalisten waren Ende Februar extra nach München angereist, um endlich zu erfahren, wie es mit dem TV-Geschäft von Panasonic in Europa weitergeht. Wer allerdings auf konkrete Antworten hoffte, dürfte enttäuscht worden sein. Lieferketten? Unklar. Ansprechpartner für den Handel? Unklar. Vertriebswege? Unklar. Stattdessen viel PR, viele schöne Worte und das gefühlt hundertste Mal das Versprechen: „Panasonic bleibt Panasonic.“
Da stellt sich mir schon die Frage: Warum so ein großes Event, wenn man eigentlich noch nichts Konkretes sagen kann oder darf? Für die vielen Händler, die einen Tag später ebenfalls extra nach München angereist waren und seit Monaten unter Lieferengpässen leiden, muss das Event fast gewirkt haben wie ein großes PR-Spektakel ohne echte Inhalte und greifbare Antworten. Mir ist schon klar: Panasonic will die Marke schützen, die Premium-DNA bewahren und Skyworth soll bei der Produktion helfen. Das klingt gut, aber für die Händler bedeutet das noch lange nichts. Wer genau Ansprechpartner ist, wie die Abläufe im täglichen Geschäft funktionieren oder wann überhaupt genügend Geräte verfügbar sein werden, bleibt komplett unklar. Solange diese Punkte offen sind, ist schwer abzusehen, ob die Neuausrichtung tatsächlich funktioniert oder ob am Ende vor allem viel Arbeit für den Handel bleibt, ohne dass sich wirklich etwas ändert.
Die Strategie klingt auf den ersten Blick ja solide: vier Säulen, die Markenidentität sichern, Wachstum ermöglichen, Skalierung bringen und Innovation fördern sollen. Panasonic verspricht schnellere Produktzyklen, größere Stückzahlen und eine breitere Modellpalette, von OLED bis Mini-LED. High-End-Modelle wie die OLED-Serien Z95B und Z90B bleiben das Aushängeschild, neue Serien wie die Z85C bringen 120-Hz-Panels, Film-Modi und Dolby-Formate ins Portfolio. Mini-LED-Geräte wie die W97C und W95C sollen vor allem Gamer ansprechen, mit HDMI 2.1, VRR und niedriger Latenz. All das sind starke Produkte. Auf dem Papier sieht das gut aus, aber die Realität im Handel erzählt eine andere Geschichte: Händler berichten weiterhin von Lieferproblemen und warten seit Monaten vergeblich auf konkrete Antworten. Wer soll wann beliefert werden bzw. an wen wenden sich Händler künftig bei Vertriebsfragen – Panasonic oder Skyworth? Bleibt der bisherige Panasonic-Außendienst bestehen oder verändert sich die Betreuung im Handel? Wie werden Reklamationen und Garantiefälle künftig abgewickelt? Und vor allem: Wie viel Panasonic steckt künftig tatsächlich in einem Panasonic Fernseher? Antworten darauf blieben beim Event vage. Auch auf gezielte Fragen von E&W gab es keine Klarheit.
Für den TV-Markt bietet die Neuausrichtung trotzdem Chancen: Panasonic könnte dem Druck durch chinesische Hersteller etwas entgegenstellen, Innovationen schneller in den Handel bringen und die Premium-Sparte stärken. Ob das klappt, hängt davon ab, wie die Umsetzung letztendlich wirklich aussieht. Schafft das Unternehmen es, wieder Marktanteile zu holen? Klar ist: Panasonic zeigt Mut, aber das Event in Ottobrunn wirkte eher wie ein Versuch, den Markt zu beruhigen, statt echte Antworten zu liefern.


Vielleicht noch eine Ergänzung: Skyworth hat ja nicht nur Panasonic TV gerade übernommen sondern, vielleicht wissen es nicht alle: 2015 STRONG und METZ. Ich denke, beide Marken haben in den letzten 10 Jahren das Vertrauen der Ö-Händler nicht enttäuscht. Ich denke kann hier getrost, wie im Straßenverkehr, der Vertrauensgrundsatz gelten lassen. In dem Fall ja eben über 10 Jahre nachweißlich.
Da kann doch geschrieben werden was will. Wie soll den Panasonic Panasonic bleiben wenn es jetzt schon nicht mehr ist. Die Geheimnis krämerei sagt doch eh schon alles.