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Freitag, 17. April 2026
Aus der E&W 1-2/2026: Vorstellung der neuen Landesgremien

Landesgremium Salzburg: Die Gelegenheit am Schopf packen

Wolfgang Schalko | 11.03.2026 | |  
Frischer Wind in Salzburg: Mit Josef Gfrerer steht seit Kurzem ein neuer, top-motivierter Obmann an der Spitze des Landesgremiums Frischer Wind in Salzburg: Mit Josef Gfrerer steht seit Kurzem ein neuer, top-motivierter Obmann an der Spitze des Landesgremiums (© WB/Manuel Horn) Auf eine relativ stabile Fachgruppen-Mitgliederzahl von 950 Betrieben – ziemlich ausgeglichen verteilt auf den Elektro- und den Einrichtungsbereich – kann die Salzburger Landesgremialgeschäftsführerin Antonia Linner-Gabriel blicken, wobei die Lehrlingszahlen mit aktuell nur 60 Nachwuchskräften dem bundesweiten Abwärtstrend folgen. Dem will Josef Gfrerer, der kürzlich die Nachfolge von Josef Rehrl als Landesgremialobmann angetreten hat, mit seinem jungen und motivierten Team – allen voran den Stellvertretern Thomas Canek und Alois Wimhofer – entgegenwirken, wie er gegenüber E&W erklärt.

Josef Gfrerer: Ich habe mir natürlich schon ein paar Gedanken gemacht und es gibt einige Punkte, was ich gerne ändern würde. Als Fan von strategischem Management ist es mir wichtig, dass wir uns Ziele setzen. Um diese zu definieren, möchte ich eine Strategie-Klausur machen. Denn wir als Wirtschaftskammer sind Dienstleister unserer Mitgliedsbetriebe und wir müssen ein Ergebnis liefern, nicht nur darüber reden. Gemeinsam sollten wir daher mindestens drei Ziele erarbeiten, die wir in der nächsten Funktionsperiode gerne umsetzen wollen.

Ein Beispiel dazu: Die Rahmenbedingungen rund um das Thema (De-)Regulierung sind gerade sehr günstig, daher haben wir eine Arbeitsgruppe im Einrichtungshandel gegründet, wo wir definieren, was die Branche stört bzw. welche Regelungen wir gerne abschaffen oder ändern würden. Bis zum Sommer wollen wir ein entsprechendes Papier ausarbeiten und damit die Entbürokratisierung auf Bundesebene anstoßen. Wir glauben, dass wir gute Chancen haben, einige lästige Bestimmungen wegzubringen, wenn wir das Ministerium mit entsprechenden Themen und konkreten Vorschlägen füttern.

E&W: Die Arbeit der Interessenvertretung soll also greifbarer für die Mitgiedsbetriebe werden?

Gfrerer: Die Wirtschaftskammer macht sehr viel für ihre Mitglieder. Wir sind Vertreter der Unternehmer gegenüber der Politik, und dahingehend war 2025 insofern ein historisches Jahr, weil die Benya-Formel gebrochen wurde und die Kollektivverhandlungen erstmals seit Jahrzehnten nicht über der Inflation abgeschlossen wurden. Wobei ich ein großer Befürworter der Sozialpartnerschaft bin, damit KV-Verhandlungen in einem vernünftigen Rahmen passieren und am Ende der soziale Friede gewahrt bleibt. Dazu kommen die gesamten Beratungs- und Serviceleistungen der Wirtschaftskammer, die ganze Aus- und Weiterbildung mit Meisterprüfungen, Befähigungsnachweisen etc., die Beteiligung an Berufs- und Fachhochschulen uvm. – ich will seitens des Elektro- und Entwicklungsfachhandels einfach positive Stimmung für die Wirtschaftskammer nach außen tragen. Das gilt insbesondere auch für die Lehre, wo wir eines der besten Ausbildungsprogramme der Welt haben, das hierzulande aber gerne zu Tode gejammert wird. Wir müssen unsere Stärken einfach wieder hervorkehren und ins positive Licht rücken.

Mit welchen Initiativen und Maßnahmen werden die Mitglieder unterstützt?

Landesgremialgeschäftsführerin Antonia Linner-Gabriel steht dem jungen Salzburger Funktionärsteam mit umfassender Branchenkenntnis zur Seite. (©WK Salzburg)

Antonia Linner-Gabriel: Wir haben für unsere Betriebe weiterhin unsere bewährten Angebote, d.h. einerseits im Rahmen der Kooperation mit den Salzburger Nachrichten, wo jedes Mitglied eine großzügige finanzielle Unterstützung erhält, um sich im Lokalteil der Zeitung zu präsentieren. Außerdem gibt es das ORF Kalendersponsoring, wo sich insgesamt zehn Betriebe auf ORF 2 abends vor „Salzburg heute” dem TV-Publikum vorstellen können – das kommt sehr gut an. Darüber hinaus überlegen wir noch eine weitere Kooperation mit dem ORF, um mit einem allgemeinen Spot die Vorzüge des regionalen Einkaufs beim Salzburger Elektro- und Einrichtungsfachhandel – fachliche Kompetenz, persönliche Beratung, Service und Sicherheit sowie lokale Wertschöpfung – aufzuzeigen.

Daneben unterstützen wir die fachspezifische Aus- und Weiterbildung in Form eines Bildungsbonus. Und wir bauen gerade unser Angebot bei rechtlichen Fragen aus: Hier gab und gibt es seitens der Wirtschaftskammer schon eine rechtliche Grundberatung, aber wir haben gesehen, dass bei Detailfragen ein Vertragsanwalt benötigt wird. Diesen haben wir durch eine Ausschreibung nun gefunden, sodass unsere Mitgliedsbetriebe bei Themen rund um AGBs, Mietsrecht, Vertragsrecht, etc. eine ganze Stunde Beratung sowie ein einmaliges vorprozessuales Schreiben an die Gegenseite in Anspruch nehmen können – die Kosten dafür trägt das Landesgremium. Wir denken, das ist die beste Unterstützung, die wir unseren Mitgliedern geben können..

Wie funktioniert der Austausch mit den Mitgliedsbetrieben aus Ihrer Sicht?

Linner-Gabriel: Seit Corona ist die Kommunikation merklich herausfordernder geworden, im Grunde läuft sie aber sehr gut – insbesondere über unserern regelmäßigen Newsletter, aber auch über persönliche Kontakte bzw. konkrete Anfragen am Telefon.

Eine Besonderheit bildet hier unsere Initiative bei der Gewerbeanmeldung: Alle Mitglieder, die ein Unternehmen gegründet haben, werden nach einem Jahr von der Wirtschaftskammer persönlich kontaktiert, um festzustellen, wie es läuft und sich der Betrieb entwickelt. Und im zweiten Geschäftsjahr rufen wir noch einmal an und fragen nach, wie die Entwicklung ist, ob sich etwas geändert hat und welche Anliegen es an die Wirtschaftskammer gibt. Das ist zwar aufwändig, aber äußerst spanndend, denn so lernt man seine Mitglieder wirklich kennen und bekommt ein gutes Gefühl für die gesamte Branche.

Das Landesgremium Salzburg im Überblick:

Obmann: Josef Karl Gfrerer
Stellvertreter: Thomas Canek
Stellvertreter: Alois Wimhofer

Geschäftsführerin: Antonia Linner-Gabriel
Assistentin: Manuela Schreyer
Assistentin: Gudrun Hinterberger
Telefon: 0662 / 8888-251
Mail: elektro-einrichtung@wks.at
Web: wko.at/sbg/elektro-einrichtung

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