Besuchen Sie uns auf LinkedIn
Montag, 14. September 2026
Verbraucherschlichtung

Nachfrage nach außergerichtlicher Konfliktlösung steigt

Dominik Schebach | 18.03.2026 | | 2  
2514 Anträge auf eine außergerichtliche Konfliktlösung hat die Verbraucherschlichtung Austria im vergangenen Jahr verzeichnet. Ein Anstieg von 26% gegenüber 2024, wie die Schlichtungsstelle in ihrem heute vorgestellten Bericht für das Vorjahr festhält. Damit ist die Zahl der Verfahren bereits zum neunten Mal in Folge gestiegen. Die meisten Konflikte betrafen erneut den Handel – und da drei Branchen: den Elektro-, Bekleidungs- und Möbelhandel.

Bei den Konflikten im Handel ging es vor allem um Garantie- und Gewährleistungsfragen, etwa bei Elektrogeräten, Bekleidung, Möbeln oder Fahrzeugen. Zahlreiche Anträge gab es zudem wegen Unstimmigkeiten im Dienstleistungs- und Versicherungsbereich sowie aufgrund ungewöhnlich hoher Heizkostenabrechnungen.Und obwohl die Teilnahme an Schlichtungsverfahren freiwillig ist, beteiligten sich Unternehmen in rund 80% der Fälle aktiv am Verfahren. In 76% dieser Fälle konnte eine einvernehmliche Lösung erzielt werden.

„Der Jahresbericht 2025 zeigt deutlich: Die Verbraucherschlichtung Austria ist ein wichtiges Instrument, um Konflikte effizient, kostengünstig und ohne Gerichtsverfahren zu lösen“, sagt Vereinsobmann Hermann Germ. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sei Vertrauen in faire außergerichtliche Lösungen besonders wichtig.

Bei Bedarf kann die Verbraucherschlichtung Austria Sachverständige in Verfahren einbeziehen. Möglich wird dies durch eine Förderung der Europäischen Union, sodass für Konsumenten und Unternehmen keine zusätzlichen Kosten entstehen. Sachverständige wurden etwa bei Streitfällen über die Mangelhaftigkeit von Elektrogeräten, bei gekauften Fliesen oder bei der Reinigung hochwertiger Kleidungsstücke beigezogen. Ihr Einsatz sei zwar nur selten erforderlich, trägt jedoch häufig wesentlich zur Klärung komplexer Sachverhalte bei.

Hohe Zufriedenheit bei Konsumenten und Unternehmen

Auch die Rückmeldungen der Beteiligten fallen positiv aus: 96% der Konsumenten und 87% der Unternehmen würden bei Bedarf erneut an einem Schlichtungsverfahren teilnehmen. Trotz steigender Fallzahlen ist die Verbraucherschlichtung Austria – ebenso wie das System der alternativen Streitbeilegung – in der breiten Öffentlichkeit noch vergleichsweise wenig bekannt. Unternehmen sind jedoch gesetzlich verpflichtet, Konsumentinnen und Konsumenten über zuständige Schlichtungsstellen zu informieren, wenn eine Streitigkeit bilateral nicht gelöst werden kann. Nach Einschätzung der Schlichtungsstelle sei dies aber bei vielen kleineren Betrieben noch zu wenig bekannt.

Diesen Beitrag teilen

Kommentare (2)

  1. Kein Wunder dass die „außergerichtlichen Konfliktlösungen“ immer mehr werden… Die Konsumenten werden ja auch immer dümmer und frecher…

    6

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.

An einen Freund senden