JD.com will neuen Antrag stellen
(Bild: Redaktion)
Nachdem Österreich bei der Übernahme von MediaMarkt durch JD.com bremst, schlägt der chinesische Tech-Riese nun einen neuen Weg ein und möchte hierzulande im Rahmen des Investitionskontrollgesetzes einen neuen Antrag stellen, wie der Standard berichtet.Frankreich und Italien haben der Übernahme von MediaMarktSaturn durch JD.com bereits zugestimmt, Deutschland und Spanien sollen bald folgen, nur die österreichischen Behörden bremsen, wie Ende letzter Woche bekannt wurde (elektro.at berichtete). Die „ausländische Direktinvestition“ müsste hierzulande vom Wirtschaftsministerium genehmigt werden, allerdinge gebe es „Sicherheitsbedenken“ – vor allem hinsichtlich des Datenschutzes, hieß es.
Wie der Standard heute berichtete, reagiert JD.com auf diese Hürde, und stellt hierzulande einen neuen Antrag im Rahmen des Investitionskontrollgesetzes. „Der Antrag wird innerhalb der nächsten Wochen neu eingereicht“, wird ein Sprecher zitiert. Das österreichische Wirtschaftsministerium hätte zuvor erklärt, der Prüfantrag sei mit Wirkung zum 10. April zurückgezogen worden.
Die konkreten Absichten der beteiligten Firmen würden sich vor diesem Hintergrund derzeit nicht erschließen, meinte laut Standard das Wirtschaftsministerium, das sich zudem irritiert über Aussagen des Unternehmens gezeigt habe, wonach sich die Behörde einer gemeinsamen Lösungsfindung versperre. Man sei im höchsten Maße kooperativ und stehe in laufenden Gesprächen, hieß es in einer Aussendung weiter. Details nannte das Ministerium unter Verweis auf die strengen gesetzlichen Vorgaben zur Vertraulichkeit des Verfahrens nicht.
Seitens Ceconomy hieß es gegenüber der APA, dass das prozesstechnische Vorgehen und der Rückzug des Antrags mit der Behörde abgesprochen seien, und dass man weiter „konstruktive Gespräche“ anstrebe.
Noch am Freitag hieß es seitens der MediaMarktSaturn-Mutter, dass ungewiss sei, ob und wann die investitionskontrollrechtliche Freigabe in Österreich erteilt werde. Ein Rückzug aus Österreich sei jedenfalls die letzte Option, so der österreichische MediaMarkt Noch-CEO Jan Niclas Brandt.
Verkäufe ins außereuropäische Ausland
Das Wirtschaftsministerium prüft bei Verkäufen ins außereuropäische Ausland, ob die Transaktion die Sicherheit oder die öffentliche Ordnung gefährden könnte – vor allem den Bereich der kritischen Infrastruktur betreffend.


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