JD.com und die MediaMarktSaturn-Übernahme: Chancen für den FH?
(Bild: Gerd Altmann, pixabay.com)
Die Deutsche Presseagentur veröffentlichte ein Gespräch mit dem deutschen Euronics Chef Benedict Kober. Dieser sieht durch die geplante Übernahme von MediaMarktSaturn durch JD.com neue Perspektiven für das eigene Geschäft. Die geplante Übernahme bedeute Chance und Risiko. „Mit einem spürbaren Übergewicht auf Chance“, so Kober.Wie verändert sich der Elektrofachhandel, wenn JD.com aus China MediaMarktSaturn übernimmt? Darüber machen sich derzeit wohl viele Leute Gedanken. Euronics Deutschland-Chef Benedict Kober meinte im Gespräch mit der dpa: Da die Ladenflächen vermutlich nicht ausgebaut würden, müssten bisherige Produkte entsprechend substituiert werden. Euronics stehe im engen Austausch mit den Herstellern. Umsätze, die sie dann womöglich nicht mehr bei MediaMarktSaturn erzielen, könnten sie bei Euronics machen.
Auch Kober geht davon aus, dass im Fall der Übernahme im Sortiment des Konkurrenten MediaMarktSaturn künftig mit einem höheren Anteil chinesischer Produkte zu rechnen sei. Es sei eine fundierte Mutmaßung, dass chinesische Fabrikate einen deutlich stärkeren Fokus bekommen werden.
Der Durchschnittspreis im TV-Markt sei durch chinesische Fabrikate bereits erheblich unter Druck gekommen und natürlich könne das auch an anderer Stelle passieren. Davon könne am Ende aber keiner ein sehr profitables Geschäft gestalten. Entsprechend müsse Euronics den Premiumanteil im Sortiment hochhalten, um entsprechende Erträge erwirtschaften zu können, die es für solche Ladenflächen brauche. Kober sehe die Chance, Kunden im wertigeren Bereich ein Angebot formulieren zu können, damit diese künftig bei Euronics einkaufen.
Kober meint weiter, dass JD.com stark auf die Logistik und Lieferketten ausgerichtet sei. Sollten sie diesen Ansatz auch in Deutschland verfolgen, würden beispielsweise Themen wie Lieferungen am selben Tag im Vordergrund stehen. Die Kunden in Deutschland seien es gewohnt, in einen Laden zu gehen und dort die Ware direkt mitzunehmen. Ob sie es annehmen würden, ein Produkt zum Beispiel in sechs Stunden nach Hause geliefert zu bekommen, werde man sehen. Für Euronics spreche zudem die Fachberatung und persönliche Nähe zu den Kunden, sagte Kober.
Die dpa sprach auch mit dem Geschäftsführer des Handelsforschungsinstituts IFH Köln, Kai Hudetz, der durch die geplante Übernahme von MediaMarktSaturn Chancen für Ketten wie Euronics oder Electronic Partner sieht. Er erwartet, dass diese sich künftig „noch klarer über persönliche Beratung, Servicekompetenz und Kundennähe profilieren können“. Und damit über jene Faktoren, die digitale Plattformen deutlich schwieriger abbilden könnten. Studien zeigten, dass zwei Drittel der Konsumenten starke Vorbehalte gegenüber Plattformen aus Fernost haben.
„Stationäre Wettbewerber von MediaMarktSaturn könnten ihre Verankerung in Deutschland und der jeweiligen Region noch stärker als Verkaufsargument nutzen“, so der deutsch Handelsexperten gegenüber der dpa. Vieles spreche dafür, dass JD.com die Übernahme nach außen möglichst unauffällig gestalten werde, um die Markenwahrnehmung weitgehend zu bewahren.


Meiner Meinung besteht eher die Chance für Mediamarkt, eine Abspaltung und zurück zu den Wurzeln, weg von bürokratischen Zentralismus und wieder zu eigenständig regional angepassten Märkten.
Sie sind aber kein Insider! 😁😂🤣