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Montag, 11. Mai 2026
Sammelquote steigern, Brände vermeiden

EAK: „Her mit Leer II“ geht an den Start

Hintergrund | Dominik Schebach | 14.04.2026 | |  
Bundesgremialobmann Robert Pfarrwaller, EAK-GF Elisabeth Giehser, Umweltminister Norbert Totschnig und Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl stellten gemeinsam die neue Bundesgremialobmann Robert Pfarrwaller, EAK-GF Elisabeth Giehser, Umweltminister Norbert Totschnig und Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl stellten gemeinsam die neue "Her mit Leer"-Kampagne vor. Sie sind in vielen Produkten wie Kopfhörern, Spielzeug bis hin zu Glückwunschkarten enthalten. Gleichzeitig stellen sie in der Entsorgung ein zunehmendes Problem dar: Rund 36 größere und unzählige kleinere Brände bei heimischen Entsorgungsbetrieben gingen im vergangenen Jahr auf Li-Stromspeicher im Restmüll zurück. Mit der heute vorgestellten Informationskampagne „Her mit Leer II“ wollen nun die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle, das Umweltschutzministerium, der österreichische Gemeindebund und das Bundesgremium gegensteuern.
Die neue Kampagne geht auf die Brandgefahr durch falsch entsorgte Batterien und Li-Akkus ein. (Grafik: EAK)

Nach dem großen Erfolg der ersten Kampagnenphase (2021–2024) startet heute, Dienstag, den 14. April 2026, die bundesweite Fortsetzung mit Werbespots in nationalem und digitalem Radio, TV-Spots und digitalem Bewegtbild sowie Verkehrsmittelwerbung. Um die notwendige Verhaltensänderung tief zu verankern, wird die Kampagne durch eine breit angelegte Social-Media- und Online-Kampagne ergänzt, die den Dialog mit der Bevölkerung fördert. Die Botschaft geht dabei ganz klar auf die Brandgefahr durch falsch entsorgte Batterien und Li-Akkus ein. Insgesamt soll die Kampagne 800.000 Euro kosten, wovon 100.000 Euro/Jahr das Umweltschutzministerium übernimmt.

Flankierend zur Kampagne dient die Landingpage hermitleer.at als zentrale Informationspattform. Hier finden Konsumenten in sieben Sprachen Tipps zur Handhabung, Entsorgungshinweise sowie den praktischen Sammelstellenfinder. Das Ziel ist klar definiert: Die Bevölkerung soll noch intensiver für die korrekte Rückgabe von Batterien und besonders Li-Akkus sensibilisiert werden, um das Brandrisiko in der Abfallwirtschaft, aber auch im privaten Hausmüll zu minimieren und wertvolle Rohstoffe für den Kreislauf zu sichern.

Prominente Vorstellungsrunde

„Lithium-Akkus sind praktisch nicht mehr wegzudenken. Damit wächst allerdings auch die Verantwortung für uns alle“, so Umweltschutzminister Norbert Totschnig bei der heutigen Vorstellung der neuen Kampagne. „2025 verzeichneten wir 36 größere Brandereignisse in der Abfallwirtschaft, bei denen falsch entsorgte Akkus als Ursache vermutet werden. Solche Vorfälle sind ein ernsthaftes Risiko. Sie gefährden Mitarbeitende und die Funktionsfähigkeit unserer systemrelevanten Entsorgungsinfrastruktur und können bis zum Totalausfall ganzer Anlagen führen.“

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat das Ministerium bereits im September 2025 zum „Runden Tisch Batterien“ geladen. Ein wesentliches Ergebnis dieser Expertendiskussion war die Wiederaufnahme der erfolgreichen Öffentlichkeitskampagne unter Federführung der EAK. „Mit ‚Her mit Leer II‘ wollen wir die Bevölkerung umfassend aufklären und motivieren. Jeder einzelne Beitrag zählt, um die akute Brandgefahr durch Fehlwürfe, etwa von E-Zigaretten im Restmüll, zu bannen. Mein persönliches Anliegen ist es, das Bewusstsein so zu schärfen, dass Österreich bei der Sammelquote nicht nur zum EU-Schnitt aufschließt, sondern eine Vorreiterrolle in der sicheren Kreislaufwirtschaft einnimmt“, so Totschnig. Die Kampagne sei nach Angaben des Umweltschutzministers allerdings nur der erste Schritt. Weitere sollen folgen.

Dichtes Sammelnetz

Für den Erfolg entscheidend sei allerdings ein dichtes Sammelnetz. In diesem Zusammenhang hob Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl das Angebot der Gemeinden mit ihren mehr als 2000 Sammelstellen hervor. Damit werde es den Konsumenten leicht gemacht, die Umwelt zu schützen und gleichzeitig zur Sicherheit in den Entsorgungsbetrieben beizutragen.

Bundesgremialobmann Robert Pfarrwaller wiederum betonte die Rolle des EFHs als zentraler Ansprechpartner für die Konsumenten. „Als flächendeckende Nahversorger und zentrale ‚Touchpoints‘ für die Bevölkerung sehen wir uns im Elektro- und Einrichtungsfachhandel als unverzichtbare Partner für die sichere Rücknahme von Batterien“, so Pfarrwaller. „Wir beobachten die Zunahme von Lithium-Akkus mit großer Sorge, da falsch entsorgte Batterien im Restmüll zur gefährlichen ‚tickenden Zeitbomben‘ für Entsorgungsbetriebe werden. Um schwere Brände zu verhindern, leistet der stationäre Handel eine enorme, oft risikobehaftete Zusatzleistung: Wir nehmen als kostenloses Service auch Altbatterien aus Onlinekäufen in Drittstaaten an und sorgen für deren hochprofessionelle Entsorgung. Mit der Unterstützung von ‚Her mit Leer II‘ appellieren wir eindringlich an die Konsumenten, Akkus nicht zu Hause zu lagern oder im Hausmüll zu entsorgen, sondern die unkomplizierte Rückgabe direkt beim nächsten Einkauf im Fachhandel zu nutzen. Nur durch diese gemeinsame Kraftanstrengung sichern wir wertvolle Ressourcen und schützen unsere Infrastruktur.“

Lücke schließen

Die neue Kampagne läuft auch auf TV.(Screenshot: EAK)

EAK-GF Elisabeth Giehser will in diesem Zusammenhang die Lücke zwischen Bewusstsein und Verhalten bei den Konsumenten schließen. Denn obwohl das Wissen der Bevölkerung über die richtige Entsorgung von Lithium-Akkus seit 2016 stetig gestiegen ist, stimmt das Bewusstsein oft nicht mit dem tatsächlichen Handeln überein. „Information allein reicht nicht mehr aus – wir müssen eine Verhaltensveränderung herbeiführen. Genau hier setzt ‚Her mit Leer II‘ an. Wir wollen die Menschen direkt in ihrem Alltag erreichen. Nur wenn wir die Rückgabe und die Entsorgung so selbstverständlich und einfach machen wie den Neukauf, können wir die Brandgefahr minimieren und wertvolle Rohstoffe dauerhaft im Kreislauf halten“, erklärt Giehser.

Das Kampagnen-Ziel ist die flächendeckende Sensibilisierung der österreichischen Bevölkerung über alle Alters- und Sozialschichten hinweg. Daher wird die Kampagne mit der wohl bekanntesten Batterie Österreichs, „Hermit“, fortgesetzt und damit eine inhaltliche Wiedererkennung zum Thema erzeugt. Er ist die personifizierte sichere Batterie und praktischer Helfer im Alltag. Allerdings hat Hermit nun ein „zweites“ Gesicht: sein Alter-Ego „Li-Zifer“. Wenn man ihn falsch entsorgt, dann geht es mit ihm durch – und Li-Zifer erscheint.

Hermit und Li-Zifer bilden das einprägsame Key-Visual-Duo und illustrieren als komplementäre Charaktere den schmalen Grat zwischen Alltagsnutzen und Brandgefahr. Ein sicheres Produkt wird erst durch menschliches Fehlverhalten – die falsche Entsorgung – zur Gefahr. Der begleitende Slogan „Sei kein Zündler!“ vermittelt dazu die klare Botschaft, dass falsch entsorgte Batterien Brände verursachen und der Umwelt sowie der Abfallwirtschaft schaden.

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