Österreich bei Glasfaserversorgung im Mittelfeld
In den vergangenen zwei Jahren hat Österreich bei der Verfügbarkeit von GLasfaser deutlich aufgeholt. (© Expert Luwy/Karl Öllinger)
Derzeit findet in London die European FTTH Conference statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde auch die Verfügbarkeit der Verbindungstechnologie in den einzelnen Staaten unter die Lupe genommen. Dabei zeigte sich: Österreich holt zwar bei der Glasfaserdurchdringung auf, nach Ansicht der Glasfaserinitiative Open Fiber Austria besteht allerdings noch immer viel Luft nach oben.Innerhalb von zwei Jahren ist die Glasfasernetzverfügbarkeit in Österreich von 49,7% auf 58% der heimischen Haushalte und Unternehmen gestiegen. Damit befindet Österreich bei der Glasfaserversorgung noch immer im unteren Mittelfeld. Denn in den 39 europäischen Staaten sind rund 295 Millionen Haushalte mit Glasfaseranschlüssen versorgt. Das entspricht einer Abdeckung von etwa durchschnittlich 79%. Absolute Spitzenreiter mit fast 100% sind laut den jüngsten Marktdaten des FTTH Council Europe Malta, Rumänien und Spanien.

„Schon auf europäischer Ebene zeigt das FTTH/B Market Panorama: Glasfaser ist die Grundlage für künftige digitale Ökosysteme“, erklärte dann auch Martin Wachutka, Vice President der Open Fiber Austria, „Der Bogen spannt sich hier von Cloud- und Datacenter-Anbindungen über KI-Anwendungen und immersive Medien bis hin zu industrieller Automation und Sensorik. Länder mit hoher Penetration und Take-up-Rate schaffen damit die Basis für höhere Produktivität, neue Geschäftsmodelle und mehr Resilienz für die heimische Wirtschaft.“
Stark in den Regionen
In Österreich gibt es bereits mehr als 2,4 Millionen Haushalte, an die ein Glasfasernetz herangeführt wurde. Das entspricht einer Verfügbarkeit von rund 58%, womit Österreich knapp vor Deutschland liegt. Rund 600.000 Haushalte hier zu Lande nutzen einen Glasfaseranschluss bereits aktiv. Vor allem im ländlichen Raum konnte die Zahl der echten Glasfaseranschlüsse von 20,8% auf 45,2% gesteigert werden. Die Gründe dafür sind laut ÖFAA vielschichtig: Bund und Länder haben die Breitbandförderungen explizit auf schlecht versorgte, ländliche Gebiete ausgerichtet, um den Ausbau attraktiv zu machen. Zudem fehlte es in diesen Regionen oft an leistungsfähigen Alternativen, meist dominierte die alte xDSL-Kupfertechnik. Darüber hinaus sorgte der ständig steigende Bandbreitenbedarf durch Alltag und Arbeit für eine hohe Nachfrage, weswegen der ländliche Raum zieht bei der Nutzung der Glasfaser den Städten immer schneller davon
Forderung: Infrastruktur weiter ausgebaut werden
„Der Weg des bisherigen Ausbaues reicht nicht. Die veralteten Kupfernetze müssen schneller und effizienter denn je auf die zukunftsträchtige Glasfaser migriert werden“, fordert Wachutka. „Gerade in wirtschaftlich volatilen Zeiten birgt der Ausbau der digitalen Infrastruktur enorme Chancen, die unbedingt genutzt werden müssen.“
Aus Sicht der Open Fiber Austria hat Österreich bei der Versorgung mit Glasfaser zwar gut aufgeholt, dennoch werden Potentiale und Entwicklungspotentiale nicht vollständig genutzt. Das Ziel ist aus Sicht der OFAA muss es deswegen eine österreichweit flächendeckende Glasfaser-Infrastruktur sein. „Nur Glasfaser schafft die entscheidende Grundlage und Infrastruktur einer ökonomisch nachhaltigen Entwicklung“, so Wachutka abschließend.

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