Handelsverband Deutschland: „Unfairer Wettbewerb mit Temu und Shein kostet deutsche Wirtschaft 2,4 Milliarden Euro im Jahr“
Täglich kommen Millionen Pakete von Plattformen wie Temu und Shein nach Europa. (Bild: Peter Lindenau, Pixabay.com)
Unsere deutschen Nachbarn teilen ein Problem mit uns: Chinesische Plattformen, wie Temu und Shein, überfluten das Land mit Ramsch. Täglich werden 460.000 Pakete nach Deutschland geliefert, EU-weit sind es zwölf Millionen Pakete pro Tag (2025). Temu und Shein verstoßen dabei gegen zahlreiche EU-Regeln, wodurch am Ende ein unfairer Wettbewerb entsteht, gegen den Händler aus der EU keine Chance haben. Wie nun eine aktuelle IW-Studie im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zeigt, entgehen der deutschen Wirtschaft dadurch jährlich 2,4 Milliarden Euro Wertschöpfung, davon 1,3 Milliarden Euro allein im Einzelhandel.Ein Wisch, ein Klick, und für wenige Euro macht sich ein Paket aus Fernost auf die Reise … täglich fluten Millionen Pakete von Plattformen wie Temu und Shein den europäischen Markt – auch den deutschen.
„Die Lage ist eindeutig. Die Politik hat bei dem Thema trotz großer Versprechungen noch immer nicht geliefert. Temu und Shein halten sich oft nicht an die rechtlichen und regulatorischen Vorgaben, liefern unsichere Ware in unseren Markt, die mitunter gesundheitsgefährdend ist, und bringen viele heimische Händler an den Rand des Ruins. Denn anders als Temu und Shein werden die hiesigen Händler streng kontrolliert und halten sich an alle Gesetze und Steuersätze“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die Missstände hinterlassen deutliche Spuren: Insgesamt entgehen Bund, Ländern und Kommunen durch Temu und Shein nach der aktuellen Studie 429 Millionen Euro Steuereinnahmen pro Jahr. Darüber hinaus fallen durch den unfairen Wettbewerb über 40.000 Arbeitsplätze in Deutschland weg, davon 28.300 Arbeitsplätze allein im Einzelhandel.
„Die aktuellen Daten machen die Dramatik der Lage deutlich: Die massenhaften Regelverstöße von Temu und Shein schädigen den Einzelhandel und die gesamte deutsche Wirtschaft in großem Umfang. Wenn die Politik nach Jahren des Zuschauens hier nicht endlich massiv und spürbar tätig wird, dann sehe ich schwarz für den Standort Deutschland. Wenn sonst nichts hilft, muss bei solch massiven Regelverstößen der Stecker gezogen werden. Wettbewerb ist gut, aber er muss fair sein“, so von Preen weiter. Zudem fordert der HDE den Zoll auf, ähnlich wie in Frankreich bei der Einfuhr der Pakete mit massiven Schwerpunktkontrollen deutliche Signale zu setzen und den Kontrolldruck zu erhöhen. Darüber hinaus erneuert der Verband seine Forderung, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen solventen und in der Praxis erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss, damit bei Verstößen Sanktionen durchgesetzt und rechtskonformes Verhalten sichergestellt werden kann.

