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Montag, 11. Mai 2026
Nach drei Verhandlungsrunden kein Ergebnis

FEEI warnt vor weiterem Stellenabbau und Wohlstandsverlust

Hintergrund | Dominik Schebach | 29.04.2026 | |  
Die Verhandlungen zum KV-Vertrag in der Elektro- und Elektronikindustrie haben in drei Runden zu keinem Ergebnis geführt und FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun appelliert an die Arbeitnehmerseite zur Die Verhandlungen zum KV-Vertrag in der Elektro- und Elektronikindustrie haben in drei Runden zu keinem Ergebnis geführt und FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun appelliert an die Arbeitnehmerseite zur "wirtschaftlichen Realität" zurückzukehren. (© FEEI) Die Kollektivvertragsverhandlungen in der Elektro- und Elektronikindustrie in diesem Frühjahr ziehen sich. Bisher sind drei Verhandlungsrunden ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Arbeitergeberseite macht dafür nun die „realitätsferne Haltung“ der Arbeitnehmervertreter verantwortlich. Diese fordern eine Lohnerhöhung der KV-Löhne in Höhe der rollierenden Inflation von 3,3%. Das Angebot der Arbeitgeberseite liegt bei 1%.

„Die überwältigende Mehrheit unserer Betriebe leidet massiv und seit Jahren unter den bestehenden wirtschaftlichen Gegebenheiten, die durch aktuelle geopolitische Ereignisse zusätzlich verschärft werden. Auch für das laufende Jahr ist daher keine Verbesserung zu erwarten“, erklärt FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun heute, Mittwoch, in einer Aussendung. Unter diesem Aspekt sei auch das Angebot der Arbeitgeber von 1,0% auf KV und IST zu lesen. Dieses sei nicht als Ausdruck mangelnder Wertschätzung, sondern wirtschaftlicher Verantwortung und klaren Versuch, Arbeitsplätze und Standorte in Österreich zu sichern, zu werten.

Der FEEI führt in diesem Zusammenhang an, dass die heimische Industrie seit Jahren unter massivem Druck stehe: So konnte die Branche in den vergangenen drei Jahren kein Wachstum verzeichnen. Besonders alarmierend aus Sicht des FEEI ist der bereits erfolgte Abbau von rund 3.400 Arbeitsplätzen allein im Zeitraum Juli 2023 bis Dezember 2025 – und weitere Stellen sind gefährdet. Zudem verlagern Unternehmen Investitionen immer mehr ins Ausland. Ursache dafür sind laut Verband die im internationalen Vergleich deutlich schlechter gewordenen Standortbedingungen in Österreich – allen voran hohe Energie- und Arbeitskosten, überbordende Bürokratie und fehlende Planbarkeit. Das schwächt die Wettbewerbsfähigkeit enorm und ist für eine stark exportorientierte Branche wie die Elektro- und Elektronikindustrie existenzbedrohend.

Verantwortungsvoller Abschluss gefragt

„Wer in einer Phase ohne Wachstum, mit Stellenabbau und sinkenden Investitionen automatische Inflationsabgeltung fordert und die realen Bedingungen der Betriebe ignoriert, gefährdet das Weiterbestehen des Industriestandorts Österreich“, betont FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun. „Jeder verlorene Industriearbeitsplatz bedeutet weniger Wertschöpfung in Österreich, sinkende Steuereinnahmen aus gut bezahlten Jobs und damit geringere finanzielle Spielräume für den Staat. Am Ende steht ein für uns alle spürbarer Wohlstandsverlust“, so Hesoun.

Der FEEI appelliert daher eindringlich an die Gewerkschaft, zur „wirtschaftlichen Realität und zu verantwortungsvollem Handeln“ zurückzukehren. „Wir brauchen einen verantwortungsvollen Kollektivvertragsabschluss, der sich an der wirtschaftlichen Situation der Mehrheit der Betriebe orientiert und Arbeitsplätze sichert“, so Hesoun abschließend.

 

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