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Mittwoch, 10. Juni 2026
Landwirtschaft unter Strom

AGRI-PV: Versorgungssicherheit muss neu gedacht werden

Photovoltaik Die Branche | Valerie Hagmann | 13.05.2026 | |  
Der Bereich unter PV-Anlagen ist wichtig für die Biodiversität. Der Bereich unter PV-Anlagen ist wichtig für die Biodiversität. (© 7x7 Unternehmensgruppe) Im Rahmen einer Info-Veranstaltung der BOKU Wien wurde anhand von Impulsvorträgen über PV-Projekte in der Landwirtschaft informiert, die anschließende Podiumsdiskussion zeigte Perspektiven rund um Agri-Photovoltaik und ihr Wachstumspotential auf. Fazit: es braucht mehr Forschung, Effizienz und Akzeptanz.

„Wir treffen uns jetzt in einer Zeit, wo man eigentlich davon ausgeht, dass Energie uneingeschränkt zur Verfügung steht. Es scheint uns alle ganz selbstverständlich zu sein. Aber es ist nicht ganz so“, eröffnete die Leiterin des Departments für Agrarwissenschaften, Siegrid Steinkellner, die Veranstaltung, bei der an Fallbeispielen über die Chancen der Agri-PV gesprochen wurde.

Das Fazit vorab: Agri-Photovoltaik (Agri-PV), also die gleichzeitige Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen, hat in Österreich ein großes Potential, es ist aber notwendig, die Ressourcen präziser zu nutzen und Lösungen zu finden, die ökologisch, sozial und auch wirtschaftlich tatfähig sind. Für eine effiziente Kombination aus Landwirtschaft, Biodiversität und Energie braucht es mehr Forschung, Standards, Netzausbau und auch gesellschaftliche Akzeptanz. Dies wurde zunächst in Impulsvorträgen erörtert.

Alexander Bauer, Leiter des Instituts für Landtechnik an der BOKU, analysierte das Potential für Agri-PV in Österreich und was es bräuchte, um dieses voll auszunutzen: am wichtigsten sei ein System zu entwickeln, bei dem Technik, Landwirtschaft und Forschung eng zusammenarbeiten können. Der Bereich unter PV-Modulen, der von großen Landwirtschaftsgeräten nicht bearbeitet werden kann, biete großes Potential zur Förderung der Biodiversität. „Wenn man eine Technologie umsetzt, ist es immer auch wichtig, dass man die Folgen dieser Technologie auf die Umwelt und auf das System kennt“, so Bauer.

Wie die Bewirtschaftung zwischen den PV-Modulen auch tatsächlich funktionieren kann, darüber sprach Hubertus Wiberg (BOKU-ATEC) und zeigte dazu Daten und Erkenntnisse aus den Anlagen der BOKU, bei denen unterschiedliche Bewirtschaftungsbreiten und ihre Vor- und Nachteile erforscht wurden. BOKU-Doktorandin Maria König sprach anschließend über Pflanzenwachstum und Mikroklima unter den PV-Paneelen und den Einfluss verschieden breiter Abbaustreifen.

Senior Researcher am Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau Michael Obriejetan, der sich mit mit der Entwicklung maßgeschneiderter Maßnahmen für das Grünflächenmanagement beschäftigt, hob hervor, wie wichtig Biodiversität unter PV-Anlagen in der Landwirtschaft für die agrarökologische Resilienz sind – Stichwort Bestäubungssicherung. Theresa Kern, die an Nachhaltigkeitsthemen forscht, gab einen systematischen Blick auf das Ganze und betonte, dass man auch bei Photovoltaik die Umweltauswirkungen im Blick haben müsse.

Beim anschließenden Podium mit Markus Wurzer (Landwirt, Beeren-APV), Ralf Roggenbauer (Landwirt, Energiepark Bruck/Leitha), Christa Hainz-Renetzeder (BOKU, Biodiversität) und Iris Kral (EY denkstatt GmbH – Nachhaltigkeit) wurden Probleme, Herausforderungen und Lösungsansätze zum Thema Agri-PV besprochen.

Die ganze Veranstaltung kann auf dem YouTube-Kanal der BOKU nachgeschaut werden.

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