EEI: Lohnverhandlungen kommen nicht voran
Nach vier ergebnislosen Verhandlungsrunden lehnen die Gewerkschaften das Angebot der Industrie weiterhin ab und drohen mit Streik. (© pixabay)
Auch die 4. Runde der KV-Verhandlungen für die Elektro- und Elektronikindustrie hat heute Montag keine Lösung gebracht. Während der FEEI für die Arbeitgeberseite unter diesen Umständen von herausfordernden Gesprächen berichtet, stehen bei den Arbeitnehmervertretern die Zeichen auf Sturm.Es fehlt die gemeinsame Sicht auf die reale wirtschaftliche Lage. Die Gewerkschaft sieht eine sehr positive Entwicklung, aus Arbeitgebersicht handelt es sich allerdings bis zu einem gewissen Grad um Wunschvorstellungen, hieß in einer Aussendung des FEEI. Um diese unterschiedlichen Sichtweisen zu überbrücken, hat der FEEI ein zweistufiges Modell mit sofortiger Erhöhung und möglicher Nachbesserung im Herbst vorgeschlagen, sofern die Konjunkturprognose im Herbst dies zulässt.
Die Gewerkschaft konnte aus – wie sie sagt – Gründen der mangelnden Planbarkeit diesem Vorschlag nicht zustimmen. Daraufhin wurden die Gespräche für heute beendet und ein weiterer Termin für den 28. Mai vereinbart.
Gewerkschaften rüsten zum Streik
Ob diese allerdings auch so kollegial ablaufen, bleibt dahingestellt. Denn inzwischen haben die Gewerkschaften an der Eskalationsschraube gedreht und es wird kräftig gedroht. Grund dafür sei laut den Gewerkschaften PRO-GE und GPA das Angebot der Arbeitgeber von 1%. Dieses sei angesichts der Teuerungsrate von 3,3% und des wirtschaftlichen Aufwärtstrends der Branche deutlich zu niedrig. „Wir sind in der elften Verhandlungswoche, unsere Geduld ist erschöpft. Vorgangsweise und Angebot der Arbeitgeber sind respektlos gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Es reicht! Wir rufen die Belegschaften auf, vorsorglich Streikbeschlüsse zu fassen“, sagen die beiden Verhandlungsleiter der Arbeitnehmer, Reinhold Binder (PRO-GE) und Eva Scherz.
Dazu sollen in den kommenden Tagen in den Betrieben vorsorglich Streikkommitees gewählt und Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen werden. Die Gewerkschaften wollen zudem die ÖGB-Streikfreigabe einholen. Sollte bei der nächsten Verhandlungsrunde am 28. Mai keine Einigung möglich sein, wird es zu Arbeitsniederlegungen kommen.
Forderungspaket
Binder und Scherz sprechen in diesem Zusammenhang von einer bewusst verbreiteten Untergangsstimmung durch die Arbeitgebervertreter. Dabei seien nach Einschätzung der Gewerkschaften Produktionswert und Umsätze pro Kopf gestiegen – auch sei die Auslastung der Industrie gut.
Neben einer Erhöhung von 3,5 Prozent fordern die Gewerkschaften PRO-GE und GPA deswegen auch eine bessere Bezahlung für sehr belastende Arbeitszeiten. So soll die Zulage für die zweite Schicht auf 1,50 Euro pro Stunde und für die dritte Schicht auf fünf Euro pro Stunde steigen. Zudem stehen unter anderem eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung und die leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche auf dem Forderungsprogramm.

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