Schnellere Elektrifizierung essentiell für die Energiewende
Für die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels sind massive Investitionen nötig. (© Pixabay/M.Hollaen)
Die Internationale Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) warnt: derzeitige Energiesysteme sind nicht dafür ausgelegt, das 1,5-Grad-Klimaziel zu erreichen. Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen müsse beschleunigt und noch mehr auf den Ausbau Erneuerbarer Energie gesetzt werden.„Die Elektrifizierung und der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen sind untrennbar miteinander verbunden und müssen gemeinsam vorangetrieben werden“, betont IRENA-Generaldirektor Francesco La Camera. Das derzeitige Ausbau-Tempo erneuerbarer Energien reiche nicht aus. Da die Nachfrage im Verkehrswesen, in der Industrie, im Bauwesen und durch Digitalisierung und Rechenzentren rapide steigt, muss das Hauptaugenmerk der Energiewende nun auf der Elektrifizierung dieser Endverbraucher liegen, so der Bericht.
Im aktuellen 1,5-Grad-Szenario der IRENA wird vorhergesagt, dass der Anteil der Elektrizität am weltweiten Energieverbrauch von derzeit 23 Prozent bis ins Jahr 2035 auf 35 Prozent und auf über 50 Prozent bis 2050 steigen sollte. Gleichzeitig soll der Anteil fossiler Energien von derzeit 80 Prozent auf nur noch 20 Prozent bis 2050 sinken.
„Die Welt muss sich an die neuen Gegebenheiten im Bereich der Energieversorgung anpassen“, so La Camera. „Abgesehen von dem Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien zu verdreifachen und die Energieeffizienz zu verdoppeln, stehen wir vor einer noch größeren Herausforderung. Ganze Energiesysteme müssen umgestaltet und der Verbrauch fossiler Brennstoffe sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite reduziert werden. Die Elektrifizierung und der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen sind untrennbar miteinander verbunden und müssen gemeinsam vorangetrieben werden.“
Neuordnung der Infrastruktur, massive Investitionen nötig
Laut Bericht würde in erster Linie die Elektrifizierung dafür sorgen, dass über sämtliche wesentliche Bereiche des Endverbrauchs hinweg immer weniger fossile Brennstoffe genutzt werden. Der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen würde zu einer komplett neu geordneten Energieinfrastruktur und Investitionsverteilung führen.
Ein Land muss gleichzeitig ins Netz, in Speicherkapazitäten und in Systemflexibilität investieren, um zuverlässige, sichere und erschwingliche Stromversorgungssysteme zu gewährleisten, die in der Lage sind, die wachsende Nachfrage zu decken.
Der Bericht weist jedoch auf große Herausforderungen hin: Weltweit warten derzeit tausende Gigawatt an Wind- und Solarprojekten auf einen Netzanschluss. Um die Ziele zu erreichen, seien massive Investitionen in Stromnetze, Speicher und Ladeinfrastruktur notwendig. Die bis 2035 und 2050 angestrebten Ausbaumaßnahmen lassen sich ohne beschleunigte Genehmigungsverfahren und deutlich höhere Investitionen nicht erreichen, laut IRENA müssten diese verdoppelt werden.


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