Paketsteuer: Neue GAW-Studie warnt vor wirtschaftspolitischem Bumerang
Der Handelsverband übt scharfe Kritik an der geplanten Paketsteuer. (Bild: Steve Buissinne, pixabay.com)
Heute (26. Mai 2026) endet die parlamentarische Begutachtungsfrist zur geplanten Paketabgabe. Die Kritik an der neuen Massensteuer wird allerdings immer heftiger – auch seitens des Handelsverbands, für den klar ist: „Die Bundesregierung steuert mit voller Geschwindigkeit auf ein wirtschaftspolitisches Eigentor zu.“ Ein brandneues Gutachten der GAW – Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung, Innsbruck, zeige nun erstmals die massiven volkswirtschaftlichen Folgekosten der Paketsteuer auf.Der Handelsverband bezieht sich auf die Ergebnisse einer aktuellen GAW-Studie, die mit Blick auf die Paketsteuer vor einem „wirtschaftspolitischem Bumerang“ warnt. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten der Paketsteuer wären massiv, so die Studie:
- Verlust von rund 2.400 Arbeitsplätzen
- Rückgang des Bruttoregionalprodukts um bis zu 300 Mio. Euro jährlich
- Rückgang der Bruttowertschöpfung um bis zu 238 Mio. Euro jährlich
- Einkommensverluste der Handelsbeschäftigten im Ausmaß von 29 Mio. Euro
- Rückgang der öffentlichen Rückflüsse aus Steuern/Abgaben um knapp 140 Mio. Euro
„Die Paketabgabe würde die österreichische Wirtschaftsleistung jährlich um bis zu 300 Millionen Euro reduzieren. Gleichzeitig droht unserem Land der Verlust von 2.400 Jobs. Die volkswirtschaftlichen Schäden stehen in keinem Verhältnis zu den erwarteten Mehreinnahmen des Staates“, fasst Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will zusammen.
Konsumenten und Händler tragen die größten Lasten
Nahezu alle Wirtschaftsbereiche wären laut Studie von den Effekten der Paketabgabe direkt oder indirekt betroffen. Besonders gilt dies für die heimischen Händler, die laut HV einen Rückgang der Bruttowertschöpfung von 46 Millionen Euro verkraften müssten. „Gleichzeitig drohen allein im Handel rund 500 verlorene Vollzeitstellen sowie Einkommenseinbußen von rund 29 Millionen Euro für die Beschäftigten. Damit bestätigt sich, dass die im Handel auftretenden Kaufkraft- und Nachfrageverluste nicht nur die Wertschöpfung, sondern auch die Beschäftigung unmittelbar belasten“, so Will.
Dabei würden sich die negativen Auswirkungen keineswegs auf einzelne Großunternehmen beschränken. „Die Studie zeigt deutliche Wertschöpfungsverluste in allen Unternehmensgrößenklassen: von EPUs über Klein- und Mittelbetriebe bis hin zu Großunternehmen. Allein Kleinst- und Kleinbetriebe verlieren laut den GAW-Berechnung 106 Millionen Euro an Wertschöpfung“, berichtet Will, laut dem sich die Rückgänge bei Wertschöpfung, Beschäftigung und Einkommen auch unmittelbar auf das Steuer- und Abgabenaufkommen auswirken würden, wodurch ein erheblicher Teil der Einnahmen aus der Paketabgabe durch rückläufige Einnahmen an anderer Stelle kompensiert werde. „So gehen öffentliche Einnahmen in Höhe von rund 138 Millionen Euro verloren. Den größten Anteil daran macht der Rückgang der Umsatzsteuereinnahmen mit 50 Millionen Euro aus. Gleichzeitig sinken die Sozialversicherungsbeiträge um 40 Millionen Euro sowie die Einnahmen aus Einkommen- und Lohnsteuern um weitere 33 Millionen Euro“, sagt Will und: „Wer glaubt, mit der Paketsteuer ausschließlich internationale Plattformen zu treffen, der glaubt auch an den Osterhasen. Die Kosten werden natürlich entlang der gesamten Wertschöpfungskette weitergegeben. Am Ende zahlen vor allem heimische Konsumenten sowie der österreichische Mittelstand die Rechnung.“
RH bestätigt: Paketsteuer befeuert Inflation und erzeugt zusätzliche Bürokratie
„Die Paketsteuer ist ein 2-Euro-Österreich-Aufschlag im Onlinehandel. Sie belastet den Wirtschaftsstandort, verhindert Innovation, erzeugt durch neue Meldepflichten zusätzliche Bürokratie und befeuert den Inflationsdruck in der Bevölkerung. Das hat auch der Rechnungshof schwarz auf weiß bestätigt“, erklärt Harald Gutschi, Geschäftsführer von Otto Austria, HV-Vizepräsident und Leiter des HV-Fachforums „E-Commerce & Marktplätze“. „Die ‚5 Ks – Krieg, Konjunktur, Konkurrenz, Konsumstimmung, Kostensteigerungen‘ führen generell zu schwierigen und oft auch rückläufigen Umsätzen stationär und online. Mit dieser unüberlegten Paketsteuer wird der Handel weiter stark belastet. Diese Steuer rechnet sich für den Staat nicht, belastet Österreichs Bürger und wird dazu führen, dass dieses Land wirtschaftlich für Firmen nicht mehr attraktiv ist. Ein Rückzug von Firmen wird die logische Konsequenz sein.“
Der Handelsverband appelliert daher eindringlich an alle zuständigen Mitglieder der Bundesregierung, die Pläne für eine nationale Paketsteuer zu stoppen und stattdessen sinnvolle Maßnahmen zur Stärkung von Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit umzusetzen. „Österreich hat kein Einnahmenproblem, wir haben ein Ausgabenproblem. Hier muss die Bundesregierung ansetzen. Es braucht endlich mehr Mut bei strukturellen Reformen“, so Will abschließend.
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besser wäre dem kostenlosen Rückversand abzustellen! mindestens € 10,- pro Paket !!!!
da werden zig „Fetzen“ bestellt und fast alles wied wieder retourniert, „kost ja nix“
Es ist schon ein Wahnsinn auf welche Ideen unsere Superhelden kommen, dabei ist es bis Jetzt gar nicht so lange heiß.
Die verwechsel das Wort Sparen mit Abzocken.