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Mittwoch, 10. Juni 2026
„Nicht auf kurzfristige Ersparungen konzentrieren“

FTTH-Ausbau: Open Fiber Austria fordert „Weitblick“

Telekom | Dominik Schebach | 27.05.2026 | |  
Beim Glasfaserausbau dürfe nach Ansicht der OFAA nicht allein der unmittelbare Errichtungsaufwand im Mittelpunkt stehen. „Entscheidend ist, wie zuverlässig und wirtschaftlich ein Netz über Jahrzehnte betrieben werden kann“, betont Martin Wachutka, Vizepräsident der Open Fiber Austria. Beim Glasfaserausbau dürfe nach Ansicht der OFAA nicht allein der unmittelbare Errichtungsaufwand im Mittelpunkt stehen. „Entscheidend ist, wie zuverlässig und wirtschaftlich ein Netz über Jahrzehnte betrieben werden kann“, betont Martin Wachutka, Vizepräsident der Open Fiber Austria. (© OFAA) Vergangene Woche hatten die Netzbetreiber im Rahmen der Digitaloffensive Österreich u.a. die fehlenden Kostensenkungsmaßnahmen im neuen Telekomgesetz beklagt. Heute meldet sich die Open Fiber Austria (OFAA) zu Wort, um genau diese teuren Ausbaumaßnahmen zu verteidigen. Statt einer Aufweichung der Standards fordert die OFAA „Weitblick statt Scheinlösungen“.

Unterirdische Glasfaser, nachhaltige und ausgewogene Finanzierungsmodelle und offene Netze bezeichnet die OFAA als zentrale Voraussetzungen für einen flächendeckenden und wirtschaftlich sinnvollen Ausbau der FTTH-Versorgung in Österreich. Die aktuelle Debatte um den Glasfaserausbau und die Warnung seitens der großen Netzbetreiber vor gefährdeten Investitionen zeige dabei, wie groß inzwischen der Handlungsdruck geworden sei. Aus Sicht der Open Fiber Austria ist diese Diskussion notwendig – sie darf sich jedoch nicht allein auf kurzfristige Einsparungen konzentrieren.

„Beim Glasfaserausbau darf nicht allein der unmittelbare Errichtungsaufwand im Mittelpunkt stehen. Entscheidend ist, wie zuverlässig und wirtschaftlich ein Netz über Jahrzehnte betrieben werden kann“, betont Martin Wachutka, Vizepräsident der Open Fiber Austria. „Gerade in einem Hochlohnland mit anspruchsvoller Topografie müssen Betriebskosten, Wartungsaufwand, Versorgungssicherheit und Resilienz von Anfang an Teil der Rechnung sein.“

Oberirdische Verlegung keine Alternative

Die in diesem Zusammenhang aufgebrachte oberirdische Verlegung der Glasfaserleitung via Masten sei aus Sicht der OFAA in dieser Hinsicht keine flächendeckend anwendbare Alternative. Denn gerade in alpinen Regionen seien diese Leitungen Wetterextremen wie Eislast, Wind und Schneebruch ausgesetzt. Zusammen mit dem höheren Risiko für mechanische Schäden, steige damit die Störanfälligkeit der Netze – was als ein entscheidender Nachteil für eine kritische Infrastruktur zu werten sei. Auch dürfe man die höheren laufenden Kosten nicht vernachlässigen.

„Unterirdische Glasfasernetze bieten höhere Versorgungssicherheit und einen deutlich geringeren Wartungsaufwand“, betont deswegen Wachutka. „Ihre niedrigen laufenden Kosten tragen wesentlich zu stabilen Gebühren bei und stärken damit die Akzeptanz einer Infrastruktur, die künftig täglich gebraucht wird.“

„Ausgewogenes“ Finanzierungsmodell

Gleichzeitig bricht Wachutka eine Lanze für die Landesgesellschaften, denen aus Sicht der OFAA eine zentrale Rolle beim Ausbau der FTTH-Netze zukommt. Sie sollen den Ausbau dort ermöglichen, wo der Markt alleine keine flächendeckende Versorgung sicherstellen könne – aber nicht private Investitionen verdrängen.

„Landesgesellschaften sind kein Gegenmodell zum Markt, sondern ein notwendiges Instrument zur Lösung struktureller Ausbauprobleme“, unterstreicht Wachutka. „Sie schaffen digitale Chancengleichheit zwischen Stadt und Land und sorgen dafür, dass auch wirtschaftlich schwierigere Regionen Zugang zu modernster Infrastruktur erhalten.“

Gerade deshalb braucht ein flächendeckender FTTH-Ausbau nachhaltige und ausgewogene Finanzierungsmodelle. Während Anschlüsse in dicht besiedelten Gebieten vergleichsweise kostengünstig umgesetzt werden können, liegen die Kosten in ländlichen Regionen oft um ein Vielfaches höher. Entscheidend ist ein Gesamtsystem, das wirtschaftlich starke und strukturell benachteiligte Regionen gemeinsam betrachtet.

Allerdings gibt auch Wachutka zu, dass es mit dem Ausbau alleine noch nicht getan sei. Die Netze müssen auch genutzt werden. „Österreich braucht nicht nur schnelleren Glasfaserausbau, sondern eine Glasfaserstrategie, die Ausbau, Nutzung, Open Access und langfristige Betriebskosten gemeinsam denkt“, fasst Wachutka zusammen. „Gebaut ist noch nicht genutzt – und billig errichtet ist noch nicht nachhaltig finanziert.

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