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Mittwoch, 10. Juni 2026
Dämpfer für JD.com

CECONOMY-Übernahme: Die EU-Kommission schürft tiefer

Hintergrund | Dominik Schebach | 28.05.2026 | | 1  
Es geht um ausländische Subventionen und ob diese den Wettbewerb innerhalb der EU verzerren. Wie die EU-Kommission heute, Donnerstag, bekannt gegeben hat, will sie deswegen die Übernahme von CECONOMY durch den chinesischen Internet-Konzern JD.com genauer unter die Lupe nehmen.

Die Meldung der Kommission ist in der üblichen vorsichtigen, technischen Sprache der Brüsseler Bürokraten verfasst. Doch für die Übernahmepläne von JD.com bzw. auch das Management von CECONOMY, welches den Einstieg des chinesischen Konzerns einhellig begrüßt hatte, sind sie ein eindeutiger Dämpfer. Statt die Pläne einfach durchzuwinken, gehen die Wettbewerbshüter der Kommission in die Tiefe. Sie haben nach einer ersten Untersuchung „vorläufige Bedenken gegen den Merger angemeldet.

Begründet wird das Vorgehen der EU-Kommission mit dem Verdacht, dass JD.com ausländische Subventionen erhalten haben könnte, die den EU-Binnenmarkt verzerren könnten. Dazu zählen u.a. auch Vorzugsfinanzierungen, steuerliche Anreize und Zuschüsse, die von Einrichtungen gewährt wurden, die möglicherweise der VR China zuzurechnen sind.

Solche staatlichen Unterstützungen könnten so die Überlegung der Kommission  JD.com zu einer vorteilhaften Position im Verhandlungsprozess zur Übernahme der MediaMarkt-Mutter verholfen haben. Die Kommission hat außerdem vorläufige Bedenken, dass die Transaktion dem fusionierten Unternehmen ermöglichen könnte, Investitions- und Geschäftsstrategien zu verfolgen, die die Wettbewerbsbedingungen im EU-Binnenmarkt beeinflussen könnten.

Konkret sollen zwei Punkte geprüft werden:

  • Ob die möglichen von JD.com erhaltenen ausländischen Subventionen das Ergebnis des Übernahmeprozesses verzerrt haben, insbesondere indem sie JD.com ermöglicht haben, einen hohen Kaufpreis anzubieten und die wirtschaftlichen Aktivitäten sowie den Wachstumsplan von CECONOMY durch die eigenen technologischen und logistischen Fähigkeiten von JD.com zu unterstützen.
  • Ob solche möglichen ausländischen Subventionen die Wettbewerbsposition des fusionierten Unternehmens verbessern und nach der Transaktion negative Auswirkungen auf den Binnenmarkt im Hinblick auf dessen Geschäftstätigkeiten haben könnten.

Die Transaktion wurde der Kommission am 17. April 2026 gemeldet. Die Kommission hat nun 90 Arbeitstage – bis zum 2. Oktober 2026 – Zeit, um eine Entscheidung zu treffen. Am Ende dieser Untersuchung sind drei Ergebnisse möglich:

  • Die Kommission kann die Übernahme unter Auflagen, welche die Wettbewerbsverzerrungen „vollständig und wirksam“ beseitigen, genehmigen;
  • den Zusammenschluss untersagen; oder
  • eine Unbedenklichkeitsentscheidung erlassen.

Die Einleitung einer eingehenden Untersuchung greift in dieser Hinsicht dem Ergebnis der Untersuchung nicht vor, wie die Kommission in ihrer Aussendung betont.

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Kommentare (1)

  1. Die EU-Kommission prüft die geplante Übernahme von CECONOMY durch JD.com – 90 Arbeitstage voller strategischer Ungewissheit für alle Beteiligten. Für die Industrie stellt sich dabei eine unbequeme Frage: Stehen die derzeit kursierenden, teils unrealistischen Forderungen seitens MediaMarkt im Zusammenhang mit eben dieser Unsicherheit? Übernahmeprozesse dieser Größenordnung binden Kapital, lähmen strategische Entscheidungen und erzeugen Druck auf kurzfristige Ergebnisse – der traditionell als Konditionendruck an Lieferanten weitergegeben wird. Was heute als Partnerschaftsdiskussion verpackt wird, könnte strukturell ein Liquiditätsproblem sein, das nach unten durchgereicht wird. Dasselbe gilt spiegelbildlich für den Fachhandel: Wer jetzt voreilig Konditionen zusagt, trägt das Risiko eines Prozesses, der nicht sein Prozess ist. Diese Unsicherheit ist kein Risiko, sondern ein Fenster. Wer jetzt Hersteller als verlässlichen Partner positioniert, baut eine Bindung auf, die MediaMarkt in dieser Phase nicht bieten kann

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