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Mittwoch, 10. Juni 2026
Temu bereits Platz 2 in Österreich

Auch Handelsverband begrüßt 200-Mio-Strafe der EU gegen Temu

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 29.05.2026 | | 1  
Die EU-Kommission hat eine Strafe in Millionenhöhe gegen Ramschhändler Temu verhängt. (Bild: VBlock, pixabay.com) Die EU-Kommission hat eine Strafe in Millionenhöhe gegen Ramschhändler Temu verhängt. (Bild: VBlock, pixabay.com) Der Handelsverband begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission, gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro zu verhängen. Hintergrund sind massive Verstöße gegen den Digital Services Act (DSA), insbesondere im Zusammenhang mit der Risikobewertung illegaler und potenziell gefährlicher Produkte auf der Plattform.

Die EU-Kommission hat gegen den chinesischen Ramsch-Onlinehändler Temu eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro verhängt. (elektro.at berichtete) Der Handelsverband begrüßt diese Entscheidung. Es sei ein wichtiges Signal für fairen Wettbewerb, Produktsicherheit und den Schutz europäischer Konsumenten, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. „Wer in Europa Geschäfte machen will, muss sich auch an europäische Regeln halten, unabhängig vom Unternehmenssitz.“

HV-Beschwerde gegen Temu zeigte schon 2024 unlautere Praktiken auf

Der Handelsverband weist seit Jahren auf problematische Geschäftspraktiken asiatischer Billigplattformen hin, von mangelhaften Sicherheitsstandards über manipulative Geschäftspraktiken bis hin zu irreführenden Darstellungen von Werbebildern und Produktbeschreibungen zulasten heimischer Händler. Bereits im August 2024 hatte der HV als eine UWG-Beschwerde gegen Temu bei der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eingereicht. Im März 2026 hatte die Prüfung der BWB die Vorwürfe des Handelsverbands bestätigt – drei unlautere Praktiken auf der Plattform wurden inzwischen eingestellt und eine neue Task Force bei Temu erwirkt.

Temu ist bereits zweitgrößter Marktplatz Österreichs

Es ist erschreckend: Mittlerweile belegt Temu im Ranking der umsatzstärksten Marktplätze in Österreich nach Amazon den 2. Platz. „2025 hat sich der verkaufte Bruttowarenwert auf Temu hierzulande um 65% auf rund 650 Millionen Euro gesteigert“, so Will.

„Es kann nicht sein, dass österreichische Händler strengste Vorschriften auf Punkt und Beistrich erfüllen, während Fernost-Plattformen mit zweifelhaften und potenziell gesundheitsgefährdenden Produkten den Markt fluten. Die EU-Kommission zeigt heute erfreulicherweise klare Kante. Daran sollte sich auch die Bundesregierung orientieren und ihre unsinnige nationale Paketabgabe kübeln“, so der HV GF. „Die Antwort auf den Druck durch globale Plattformen kann nicht sein, die eigenen Unternehmen zusätzlich zu belasten, sondern für fairen Wettbewerb zu sorgen.“

HV-Aktionsplan für ein Level Playing Field im Onlinehandel

Der Handelsverband fordert eine konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Weges auf EU-Ebene: „Dazu zählen der Ausbau der Ressourcen bei den Zollbehörden, wirksamere Kontrollen, raschere Sanktionen, die Einführung einer Plattform-Haftung für die korrekte Warendeklaration sowie temporäre Sperren als Ultima Ratio bei wiederholtem Rechtsbruch“, erläutert Will abschließend.

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Kommentare (1)

  1. Die Strafe von 200 Millionen Euro wirkt auf den ersten Blick hoch. Laut den veröffentlichten Geschäftszahlen der Temu Muttergesellschaft PDD Holdings lag der Jahresgewinn 2025 jedoch bei rund 14,2 Milliarden US Dollar (etwa 12 bis 13 Milliarden Euro). Die Strafe entspricht damit nur rund 1,5 Prozent eines Jahresgewinns. Vor diesem Hintergrund erscheint fraglich, ob ein solcher Betrag für einen Konzern dieser Größenordnung tatsächlich eine nachhaltige Abschreckungswirkung entfalten kann. Quelle: Geschäftsbericht PDD Holdings 2025.

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