Nach 5 Runden: KV-Abschluss in Elektro- und Elektronikindustrie geschafft
Die IST-Löhne wachsen dieses Jahr um 1,82% und 22 Euro. (© Claudia Hautumm/ pixelio.de)
Außergewöhnlich hart haben sich dieses Jahr die KV-Verhandlungen in der Elektro- und Elektronikindustrie gestaltet. Nach fünf intensiven Verhandlungsrunden haben sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen schließlich auf einen KV-Abschluss geeinigt, der von beiden Seiten als Erfolg verkauft werden kann: Die Ist-Löhne und -Gehälter steigen rückwirkend mit 1. Mai 2026 um 1,85% plus einem Sockelbetrag von 22 Euro, die Grundstufe der KV-Löhne und -Gehälter um 3%.Erhöht werden zudem die Schichtzulagen: Die Zulage für die zweite Schicht wird gleichmäßig über drei Jahre um insgesamt 47 Cent angehoben, die Zulage für die dritte Schicht wird binnen zwei Jahren gleichmäßig um insgesamt 34 Cent erhöht.
„Unser vorrangiges Ziel war es, in diesen durch geopolitische Verschiebungen, regulatorische Unsicherheiten und technologische Disruption wirtschaftlich herausfordernden Zeiten heuer deutlich unter der rollierenden Inflation abzuschließen – das ist uns gelungen. Der Fokus ist klar auf den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gelegt, die gerade für die exportstarke Elektro- und Elektronikindustrie essenziell ist“, sagt FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun.
Änderungen im Rahmenrecht
Das Ergebnis der KV-Verhandlungen betrifft auch Änderungen im Rahmenrecht. Eltern von Kindern mit Behinderung erhalten eine zusätzliche Pflegefreistellung von einer Woche jährlich. Die Verhandlungsparteien einigten sich weiters auf die Einführung von Gesundheitstagen unter Berücksichtigung betrieblicher Maßnahmen: Ab 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Mindestalter von 40 Jahren erhalten Beschäftigte einen Gesundheitstag. Zwei Gesundheitstage stehen Personen ab 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Mindestalter von 45 Jahren zu. Bei 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Mindestalter von 50 Jahren sind drei Gesundheitstage jährlich vorgesehen. Bei Erreichen der 6. Urlaubswoche entfällt der Anspruch auf diese Gesundheitstage. Die Verhandlungsergebnisse betreffen rund 60.000 Beschäftigte.
Hart geführte Verhandlungen
Die Verhandlungen wurden dieses Jahr besonders hart geführt. Die Gewerkschaften beharrten lange auf einer Lohnerhöhung von 3,5%, während die Arbeitgeberseite auch wegen der unsicheren Lage auf den Weltmärkten und den internationalen Rahmenbedingungen nur 1% Lohnerhöhung bot. Das führte dazu, dass die Gewerkschaft vor der letzten Verhandlungsrunde Streiks vorbereitete.
„Es stand Spitz auf Knopf. Bis zuletzt boten die Arbeitgeber nur eine Mini-Erhöhung von einem Prozent an und erst heute kam endlich Bewegung in die Verhandlung. Mit Betriebsversammlungen, Solidarität und Streikentschlossenheit mussten sich die Belegschaften den Respekt und die Wertschätzung erst erkämpfen“, erklärten die Chefverhandler Reinhold Binder (Gewerkschaft PRO-GE) und Chefverhandlerin Eva Scherz (Gewerkschaft GPA).


Kommentare