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Mittwoch, 15. Juli 2026
Aus der E&W 5/2026: Die Landesinnung Steiermark stellt sich vor

Fürnschuß: „Wir schauen in die Zukunft”

Energiezukunft E-Technik | Wolfgang Schalko | 18.06.2026 | |  Menschen, Wissen
Konsequente Nachwuchsarbeit ist Landesinnungsmeister Alexander Fürnschuss eine Herzensangelegenheit – und findet u.a. in der spartenübergreifenden Initiative „Green Jobs Steiermark“ ihren Ausdruck. Konsequente Nachwuchsarbeit ist Landesinnungsmeister Alexander Fürnschuss eine Herzensangelegenheit – und findet u.a. in der spartenübergreifenden Initiative „Green Jobs Steiermark“ ihren Ausdruck. (© e.denzel) Aktuell zählt die Steiermark mit knapp 2.200 aktiven Mitgliedern zu den vier „großen” Innungen in Österreich, bei den Lehrlingen liegt man mit mehr als 1.000 sogar unter den Top drei. Wenn der steirischen österreichische Landesinnung etwas besonders wichtig ist, dann das Engagement in Sachen „Nachwuchsarbeit”. Wie im Gespräch mit Landesinnungsmeister Alexander Fürnschuß schnell klar wird, eine echte Herzensangelegenheit – und gleichzeitig sehr vorausschauend, um die zahlenmäßig gute Entwicklung der Branche zu sichern.

E&W: Welche Themen stehen in der Steiermark aktuell im Fokus?

Alexander Fürnschuß: Generell natürlich sämtliche Anfragen in Bezug auf normenspezifische Themen sowie fachliche Unterstützung für unsere Mitgliederbetriebe. Ganz konkret forcieren wir derzeit zwei Bereiche: Erstens wollen wir unseren Mitgliederbetrieben möglichst viel Unterstützung zurückgeben. Dafür haben wir ein Wertscheck-Heft zusammengestellt, wo sich alle steirischen Betriebe bis zu 50% der Kosten für Mitarbeiterschulungen, Normen-Kauf, spezielle Kurse, Messgeräte uvm. zurückholen können.

Zweitens haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie wir den Nachwuchs – die Elektrotechniker der Zukunft – zu den Mitgliederbetrieben bringen. Hier starten wir jetzt im Mai das neue Projekt „Think Electric”, bei dem wir als Innung gezielt in die Mittelschulen gehen und in 90 Minuten das komplette Feld der Elektrotechnik umreißen. Gemeinsam mit Magdalena Schnabel (Anm.: in der Branche auch bekannt als „electriciangirl_”) zeigen wir die Hauptaufgabengebiete, was man da macht, welches Werkzeug man braucht, welche Kleidung man trägt usw. – also wirklich Elektrotechnik zum Angreifen. Damit wollen wir die Schüler und Schülerinnen der dritten und vierten Klassen genau dort abholen, wenn sich das Interesse für den Beruf bzw. für die Technik entwickelt, aber viele noch nicht wissen, in welche Richtung sie gehen wollen. Natürlich stellen wir auch Informationsmaterial bereit, das die Kinder dann ihren Eltern zeigen können. Anhand dieser Initiative soll die Jugend einfach mitbekommen, wie extrem breit das Berufsfeld des Elektrotechnikers ist und dass man damit einen zukunftssicheren Job hat – was schlussendlich, und das ist auch unser erklärtes Ziel, mehr Lehrlinge zu unseren Mitgliederbetrieben bringen soll.

Aber evaluieren lässt sich der Erfolg erst frühestens in einem Jahr…

Fürnschuß: So ist es, aber wir sind da recht effektiv, weil wir pro Schultag drei Klassen bzw. 75 Schüler erreichen können, und das deutlich spezifischer und direkter als z.B. auf Messen. Um das Ganze doch irgendwie greifbar zu machen, gibt es begleitende Feedback-Bögen für die Schüler und das Lehrpersonal. Damit haben wir nach einigen Veranstaltungen messbare Ergebnisse, die wir einfließen lassen können.

Grundsätzlich sind unsere Lehrlingszahlen in der Steiermark sehr gut und wir haben auch sehr viele Bewerbungen, aber gerade deshalb halte ich es für eine besonders wichtige Aufgabe der Innung, dass wir in die Zukunft schauen und einen Schritt voraus gehen. Denn wir wissen auch alle, wie schnell sich der Wandel in der Elektrotechnik vollzieht.

Gibt es abgesehen davon im Moment noch andere Herausforderungen?

Fürnschuß: Die aktuelle Wirtschaftslage mit den Preissteigerungen betrifft natürlich alle Mitgliederbetriebe. Aber hier können wir als Innung nicht aktiv eingreifen, sondern nur Ratschläge geben und Infos zur Verfügung stellen. Wo wir uns jedoch sehr aktiv einbringen ist das gesamte Förderwesen bzw. wie Förderungen seitens des Landes bestmöglich aufgesetzt werden können, damit auch unsere Mitgliederbetriebe von den daraus resultierenden Investitionen profitieren. Das ist natürlich viel Arbeit und beansprucht viel Zeit, aber wir haben da ein gut aufgestelltes Team mit den Ausschussmitgliedern, die das forcieren.

Gibt es dabei Kooperationen mit anderen Innungen oder Gewerken bzw. sonstige „übergreifende” Aktivitäten?

Fürnschuß: Gemeinsam mit den Installateuren, Hafnern, Platten- und Fliesenlegern sowie Rauchfangkehrern setzen wir mit der Initiative „Green Jobs Steiermark“ eine gemeinsame Nachwuchs- und Imagekampagne für nachhaltige Zukunftsberufe rund um Energiewende, Energieeffizienz und moderne Gebäudetechnik um.

Bestehen neben der Nachwuchskampagne „Think Electric” noch weitere Kampagnen, Schulungen, Veranstaltungsreihen, o.Ä. für die Mitglieder?

Fürnschuß: Für die Elektrotechnik im Allgemeinen steht auch heuer wieder der Tag der Elektrotechnik am Programm. Da die Elektrotechnik aber so viele Bereiche umfasst, gehen wir gezielt auch auf die Berufsgruppen der Alarm- und Sicherheitstechniker, der Kommunikationselektroniker, der Erdungs- und Blitzschutztechniker (für Veranstaltungstechniker noch in Planung) ein und bieten jeweils Stammtische mit fachspezifischen Themen und Vorträgen. Darüber hinaus widmen wir uns sehr intensiv der neuen Prüfungsordnung und holen neue Kräfte an Bord, damit wir bei den Lehrabschluss- und Meisterprüfungen auch in Zukunft gut aufgestellt sind. Aus meiner Sicht ist es enorm wichtig, dass die Prüfungen von kompetenten Leuten abgenommen werden, denn jeder Absolvent ist dann ein Fachmann, der draußen bei den Kunden Verantwortung übernimmt.

Wie steht es generell um die Kommunikation mit den Mitgliedern?

Fürnschuß: Der Informationsfluss ist grundsätzlich gut. Dennoch wollen wir wir zukünftig noch mehr bzw. aktiver zu den Mitgliederbetrieben gehen und beispielsweise Unternehmensbesuche forcieren – was bei 2.200 Betrieben natürlich schwierig ist, aber wir haben schon gemerkt, dass dieser persönliche Austausch enorm wichtig ist für den Wissenstransfer. Auch um weiterzugeben, was wir als Innung eigentlich machen: Denn viele sehen den Innungsmeister oder die Ausschussmitglieder als Funktionäre, aber im Vordergrund sind wir selbst alle Unternehmer. Das heißt, es ist ein Austausch unter Gleichgesinnten – und aus dieser Warte wird man von den Mitgliederbetrieben auch völlig anders wahrgenommen.

Die Landesinnung Steiermark im Überblick

Innungsmeister: Alexander Fürnschuß
Stellvertreter: Arno Adler
Stellvertreterin: Silvia Hubmann

Geschäftsführer: Johannes Weiß
Assistentinnen: Petra Lackner, Barbara Brandner

Telefon: 0316 / 601 489
Mail: elektrotechniker@wkstmk.at
Web: www.elektrotechniker-stmk.at

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