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Mittwoch, 15. Juli 2026
Neustart oder Zerschlagung?

Varta erneut in der Krise?

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 25.06.2026 | | 2  Unternehmen
(Screenshot Varta) (Screenshot Varta) Der Absprung eines großen Kunden scheint Varta erneut in eine schwierige Situation zu bringen. Der deutsche Batterie-Profi braucht dringend neues Kapital, bekommt er dieses allerdings nicht, droht die Zerschlagung, wie deutsche Medien berichten.

Varta, mit Hauptsitz im schwäbischen Ellwangen, schlingerte Anfang der 2020iger Jahre in eine Krise, die 2024 zu einem Sanierungsverfahren im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes (StaRuG) führte. Für Aktionäre bedeutete das einen herben Schlag, denn die Aktien wurden für wertlos erklärt. Im Zuge der Sanierung stiegen die Porsche AG und Mehrheitsgesellschafter Michael Tojner mit frischem Kapital ein. Der Schuldenberg wurde kleiner, eine Neuaufstellung abgeschlossen und Varta kam mit einem blauen Auge davon.

Doch nun ziehen die nächsten Gewitterwolken auf. Im Werk im bayerischen Nördlingen werden Knopfzellen produziert – der allergrößte Teil davon allerdings für nur einen Kunden: Apple. Und Apple hat im Mai – angeblich aus Kostengründen – beschlossen, die Zellen für seine Air Pods nicht mehr beim baden-württembergischen Batteriehersteller produzieren zu lassen, sondern weit günstiger in China, was Varta nun in die nächste existenzielle Krise zu stürzen scheint. Die Fabrik in Nördlingen soll geschlossen werden, wodurch 350 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Varta betonte gegenüber deutschen Medien, dass man sich um „sozialverträgliche Lösungen“ bemühe und versuche, einzelne Mitarbeiter an anderen Standorten zu übernehmen. Gleichzeitig teilte das Unternehmen mit, man habe in den vergangenen Monaten neue Kunden gewinnen können. Deren Aufträge scheinen jedoch sehr klein zu sein, denn „damit lässt sich die Produktion in Nördlingen nicht ansatzweise auslasten“, sagte Unternehmenschef Michael Ostermann der Wirtschaftswoche.

Die Situation ist wirklich schwierig: Hohe Schulden und das Verfehlen von Wachstumszielen im Energiespeichergeschäft haben die finanzielle Lage massiv verschärft. Varta braucht dringend neues Kapital. Wie u.a. aktien.news schreibt, setze das Management seine Hoffnungen auf eine vielversprechende Natrium-Ionen-Batterietechnologie. Diese Innovation könnte zahlreiche Arbeitsplätze in Deutschland schaffen, benötige allerdings eine Investition in Milliardenhöhe. Ob die Großaktionäre Porsche und Tojner bereit sind weiteres Kapital locker zu machen, ist nicht bekannt. Stattdessen berichten Medien von einer möglichen „Zerschlagung des Unternehmens“ bis Juli 2026. Finanzanalysen würden darauf hindeuten, dass eine Aufspaltung für vorrangige Gläubiger profitabler sein könnte als eine vollständige Rettung. Tojner habe vorgeschlagen, die „Non-Consumer“-Sparte für einen symbolischen Euro zu übernehmen und die „Consumer-Sparte“ (mit den Haushaltsbatterien) den Gläubigern zu überlassen, schreibt aktien.news.

Die Wirtschaftswoche hingegen berichtet von einem Schweizer Geschäftsmann, der angeblich verspricht, Vartas Schuldenproblem zu lösen. An anderer Stelle bekommt der Geschäftsmann einen Namen. Es handle sich um Pino Sergio, CEO der Schweizer Firma Allswiss AG. Das Unternehmen habe scheinbar angeboten, die Gläubiger auszukaufen, um Varta zu retten. „Die Bankenbranche begegnet dem Angebot jedoch mit Skepsis – unter Verweis auf frühere geschäftliche Misserfolge Sergios und die unkonventionelle Natur seines Vorschlags“, so aktien.news.

Eine Stellungnahme zum Sachverhalt von Karl Strobl, General Manager Varta Consumer Austria, finden Sie HIER.

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Kommentare (2)

  1. Man denkt eben kleinkariert, ich dachte nämlich immer das eine Firma nur am Leben erhaltenswert ist wenn wenn die Gewinn macht oder zumindest Bare aussteigt..

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