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Donnerstag, 13. August 2026
Editor's ChoiceAus der E&W 6/2026

Thiem Energy: Vom Spitzensport zum Energieanbieter

Photovoltaik Energiezukunft | Wolfgang Schalko | 10.07.2026 | |  Branche, Menschen, Unternehmen
Moritz (li.) und Dominic Thiem haben ein Energie-Unternehmen gegründet, um den Menschen etwas zurückzugeben – mit einem Modell, das regen Zuspruch erfährt und mittlerweile zu den Top 5 Energiegemeinschaften in Österreich zählt. Moritz (li.) und Dominic Thiem haben ein Energie-Unternehmen gegründet, um den Menschen etwas zurückzugeben – mit einem Modell, das regen Zuspruch erfährt und mittlerweile zu den Top 5 Energiegemeinschaften in Österreich zählt. (© Thiem Energy) „Es herrscht noch immer ein bisschen zu viel Kälte im Strombereich”, sagt Moritz Thiem. Um das zu ändern, tritt er mit seinem prominenten Bruder, dem Ex-Tennisprofi Dominic Thiem, im gemeinsamen Unternehmen Thiem Energy an. Die Vision lautet, zu einer „echten Marke” am heimischen Strommarkt zu werden – mit positiven Emotionen, attraktiven Angeboten und einem ausgeprägten Community-Gedanken.

Das Ende der Tenniskarriere von Dominic Thiem war zugleich ein Anfang – in der Welt der erneuerbaren Energien. „Auf den ersten Blick haben Tennis und Energie wahrscheinlich nicht viel miteinander zu tun. Wenn man aber genauer hinschaut, gibt es viele Parallelen” erklärt Thiem. „Im Spitzensport geht es darum, jeden Tag besser zu werden, langfristig zu denken, die richtigen Entscheidungen zu treffen und mit einem starken Team an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten. Genau das erlebe ich heute auch im Unternehmertum.”

Das Thema Energie habe ihn vor allem deshalb fasziniert, weil es jeden Menschen betrifft. „Während ich als Tennisspieler Menschen auf dem Platz begeistern konnte, habe ich heute die Möglichkeit, gemeinsam mit meinem Team etwas aufzubauen, das einen echten Mehrwert für viele Menschen schafft. Mit Thiem Energy wollen wir zeigen, dass nachhaltige Energie nicht kompliziert sein muss und dass jeder Einzelne Teil der Energiewende sein kann. Diese Möglichkeit, etwas mit langfristiger Wirkung zu schaffen, motiviert mich jeden Tag enorm.”

Gemeinsam mit Bruder Moritz, seit jeher auch Manager des Tennisstars, wurde 2024 in Mattersburg Thiem Energy gegründet – zuächst als klassische Energiegemeinschaft. „Unser Hintergedanke war einfach, einen Verein zu gründen und den Fans bzw. Menschen, die Dominic während seiner aktiven Karriere unterstützt haben, auch etwas zurückzugeben – konkret durch niedrigere Stromkosten. So sind wir damals gestartet, noch ohne Mitarbeiter und ohne zu wissen, wohin die Reise gehen würde”, schildert Moritz Thiem. Das Projekt entwickelte sich gut und die Nachfrage stieg rasant, insbsondere auf Seiten der B2B-Kunden. „Also haben wir das Ganze auf professionellere Beine gestellt und mit Thiem Energy Business eine weitere Energiegemeinschaft gegründet, die auf große Verbraucher und große Erzeuger abzielt.” Darin finden sich heute bekannte Mitglieder, wie z.B. der Optik-Filialist sehen!wutscher mit sämtlichen Standorten.

Als jüngster logischer Schritt folgte schließlich die Entwicklung eines Hybrid-Tarifs, der die Leistungen der Energiegemeinschaft um das Reststrom-Angebot „Thiem Energy Basic” ergänzt. „Dafür arbeiten wir mit Max Energy zusammen, sodass Kunden im Strombereich wirklich komplett zu uns wechseln können, wenn sie wollen. Entscheidend ist aber, dass sie das nicht müssen – jeder kann sich bei uns jenen Teil des Angebots herauspicken, der für ihn passt”, führt Moritz Thiem weiter aus und erläutert gleich die nächsten Ideen. „Wir können schon heute 100% Strom aus Österreich und zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen bieten – auch beim Reststrom. In Zukunft werden wir vielleicht einen eigenen PV-Park bauen bzw. würden wir auch gerne ein Windkraftwerk haben. Wir sind da mittlerweile mit vollem Herzblut dabei und auch bereit, entsprechend etwas zu investieren – allerdings nicht mit zu viel Druck und immer unter der Prämisse, dass unser Produkt für den Kunden wirklich funktioniert. Daher kommunizieren wir z.B. auch unsere Preise und Konditionen völlig offen – die derzeit netto bei 8,5ct/kWh für den Verbrauch plus einem gewissen Systembeitrag liegen.”

Mit Emotion zum Erfolg

Im Rahmen der Partnerschaft mit SKE Engineering waren Dominic (im Bild) und Moritz Thiem auch als Vortragende bei der Eröffnung der neuen SKE Firmenzentrale zu Gast.

Auch wenn die Senkung der Stromkosten für die Kunden bei Thiem Energy an erster Stelle steht, geht es schlussendlich aber um mehr als nur Euro und Cent. „Der Community-Gedanke ist eigentlich das Herzstück von Thiem Energy. Wir wollten nie einfach nur ein weiterer Energieanbieter sein. Unsere Vision war von Anfang an, Menschen miteinander zu verbinden und ihnen die Möglichkeit zu geben, aktiv Teil eines modernen Energiesystems zu werden”, beschreibt Dominic Thiem. „Viele Menschen erzeugen heute bereits ihren eigenen Strom mit einer Photovoltaikanlage, andere möchten nachhaltige Energie beziehen. Wir bringen diese Menschen in einer Gemeinschaft zusammen. Im Tennis steht zwar oft eine Person alleine auf dem Platz, aber hinter jedem Erfolg steckt immer ein Team. Genau dieses Prinzip findet man auch bei Thiem Energy wieder. Je stärker die Community wächst, desto größer wird der Nutzen für alle Beteiligten. Deshalb sprechen wir bei Thiem Energy nicht nur von Kundinnen und Kunden, sondern von Mitgliedern einer Gemeinschaft. Wir möchten Menschen nicht einfach Energie verkaufen, sondern ihnen die Möglichkeit geben, Teil einer Bewegung zu sein, die Nachhaltigkeit, regionale Wertschöpfung und gegenseitige Unterstützung in den Mittelpunkt stellt.”

„Natürlich wollen wir eine wirkliche große Menge an Mitgliedern und Energie in unserer Energiegemeinschaft bündeln und da bei den Preisen noch viel weiter runterkommen”, erläutert Moritz Thiem die weiteren Perspektiven. „Wir wollen uns aber gerade auch in der Kommunikation und dem User-Erlebnis von den Marktbegleitern abheben und in unserer Community richtig coole Events mit Dominic zusammen machen.”

Als Fixe Größe etablieren

Bei den Geschäftsaktivitäten von Thiem Energy spielen Kooperationen mit drei Unternehmen eine wesentliche Rolle. Erstens die Solah GmbH, ein ebenfalls in Mattersburg ansässiger Komplettanbieter für PV- und Energielösungen, dessen Geschäftsführer Stefan Herzog den Stein zur Gründung einer Energiegemeinschaft ins Rollen gebracht hatte. Zweitens die Elk Gmbh – der eher zufällig entstande Kontakt zum Fertighausanbieter hat zu einer Partnerschaft geführt, bei der Kunden auch gleich mit Thiem Energy als Stromanbieter starten können. Drittens SKE Solar, mit dem Thiem Energy ein Faible für Tennis sowie der bevorzugte Einsatz von Huawei Produkten verbindet. Im Rahmen dieser Partnerschaft waren Dominic und Moritz Thiem auch als Vortragende bei der Eröffnung der neuen SKE Firmenzentrale zu Gast (elektro.at berichtete).

Von all dem können auch Elektrotechnik-Betriebe profitieren: Einerseits durch die Gewissheit, interessierten Kunden einen professionellen Energieanbieter mit einem bekannten Namen empfehlen zu können und anderseits durch White Label-Angebote, über die sich die Mitarbeiter des E-Technik Betriebs bei Thiem Energyy anmelden können und so Benefits für alle Beteiligten lukrieren.

Denn mittel- und langfristig werden von den zig tausenden Energiegemeinschaften in Österreich bei weitem nicht alle überleben, ist Moritz Thiem überzeugt. „Am Ende des Tages werden sich ein paar Energiegemeinschaften durchsetzen, die professionell agieren und eine gewisse Größe haben. Laut unseren Zahlen zählen wir derzeit zu den Top 5 in Österreich und wir sind davon überzeugt, dass unser Ansatz mit einem neuartigen Produkt, einer coolen Website, dem gezielten Einsatz von KI und Social Media- sowie Real Life-Aktivitäten der richtige ist. Natürlich haben die Landesenergieversorger durch ihre enorme Kundenanzahl einen Vorteil, aber längst nicht alle dieser Kunden sind bei ihrem EVU, weil sie ihn so überzeugend finden – und genau da möchten wir als Thiem Energy mit unserer Marke ansetzen.” 

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