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Freitag, 14. August 2026
Vor der Welle

Expert Nöhmer nimmt 6 MWh-Großspeicher in Betrieb

Energiezukunft | Dominik Schebach | 13.07.2026 | |  
Dass er sich an große Projekte heranwagt, hat Gerhard Nöhmer, Geschäftsführer von Expert Nöhmer schon bewiesen. Nun steigt er in den Energiemarkt ein. Dass er sich an große Projekte heranwagt, hat Gerhard Nöhmer, Geschäftsführer von Expert Nöhmer schon bewiesen. Nun steigt er in den Energiemarkt ein. (© D.Schebach) Als mittelständisches Unternehmen in der vierten Generation ist Expert Nöhmer rund um den Attersee als Installationsbetrieb, aber auch Elektrofachhändler und nicht zuletzt Betreiber eines Glasfasernetzes, das sich inzwischen über drei Bezirke erstreckt, bekannt. Nun erfolgt der Einstieg in den Energiemarkt. Vergangenen Freitag wurde gemeinsam mit Hardwarepartner Dunext in Schörfling am Attersee der neue Großspeicher von Expert Nöhmer eröffnet.

Dass sich Gerhard Nöhmer immer wieder an große Projekte heranwagt und diese erfolgreich auf Schiene bringt, hat der Oberösterreicher in den vergangenen Jahren schon beim Glasfaserausbau bewiesen. Jetzt nimmt sich der Unternehmer ein neues Geschäftsgebiet vor: den Energiemarkt. „Wenn man mir vor 10 Jahren gesagt hätte, dass ich heute Stromspeicher entwickle, dann hätte ich gelacht. Aber das zeigt, wie schnell sich die Welt verändert“, so Nöhmer im Gespräch mit elektro.at bei der feierlichen Inbetriebnahme des Großspeichers. „Der Auslöser war ein PV-Seminar im vergangenen Jahr in Linz, wo wir uns über die Fortschritte der Speichertechnologie sowie die Möglichkeiten des Energiehandels informieren konnten. Danach wollte ich das unbedingt machen. Heute danke ich meiner Familien, meinen Mitarbeitern und den Lieferanten, die gemeinsam dieses Projekt möglich gemacht haben. Denn solch ein Projekt entsteht nicht nur aus Beton und Stahl, sondern aus Vertrauen.“

Unterstützung durch den Netzbetreiber

Gemeinsam mit Dunext CEO Philip Chen nahm Gerhard Nöhmer den neuen Großspeicher in Schörfling in Betrieb. (Foto: D.Schebach)

Insgesamt besteht der Speicher aus vier Container-großen Modulen, und ist direkt an das 30 kV-Netz der Energie Oberösterreich angebunden. Damit verfügt der Speicher über eine Leistung von 2,8 MW und eine Kapazität von 6 MWh. Die Umsetzung des Projekts erfolgte allerdings erst im zweiten Anlauf. Nachdem sich der erste Projektpartner zurückgezogen hatte, kam im September 2025 das Unternehmen SolPro als Turn Key-Partner an Bord – und übernahm die gesamte Projektabwicklung ab der Planung bis zur Inbetriebnahme des Großspeichers. Dabei wurde SolPro vom Speicherhersteller Dunext auch bei der Inbetriebnahme unterstützt.

„Wir sind hier eindeutig vor der großen Welle unterwegs und der Energieversorger hat uns bei dem Projekt sehr unterstützt“, so Nöhmer. „Aber auch seitens der Gemeinde stand man bei dem Genehmigungsverfahren dem innovativen Projekt sehr offen gegenüber.“ Für den Schall- und Witterungsschutz wurde die Anlage speziell eingehaust.

Der Business Case

Die Anlage besteht aus vier Container-großen Modulen mit einer Gesamtspeicherkapazität von 6 MWh. (Foto: D.Schebach)

Der Business Case des Projekts basiert darauf, dass der Speicher billigen Überschussstrom – z.B. aus der PV-Erzeugung zu Mittag – in die Abendstunden verschiebt und dann mit entsprechendem Aufschlag verkauft. Die Vermarktung erfolgt dabei über einen eigenen Trading-Partner. „Unter den derzeitigen Bedingungen gehen wir davon aus, dass sich so ein Speicher in weniger als vier Jahren rentiert“, erklärte dazu Gerald Singer, SolPro Mitbegründer und Technical Expert in PV, Battery & H2 Solutions.

Die Finanzierung des Großspeichers war allerdings auch eine der größten Hürden für Expert Nöhmer. Hier konnte der Oberösterreicher allerdings auf einige Erfahrung zurückgreifen. „Vom Glasfaserausbau her sind wir es gewohnt, mit den Banken über Finanzierungen zu sprechen. Dementsprechend haben wir den Speicher auch einer ganzen Reihe von Banken präsentiert und nicht sofort aufgegeben. Angebissen hat schließlich eine Bank, die uns bereits vom Glasfaserausbau her kennt und daher das Vertrauen hat, dass wir auch dieses Projekt stemmen können“, so Nöhmer abschließend.

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