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Freitag, 14. August 2026
Varta Consumer Batteries nicht betroffen

Varta AG meldet erneut Insolvenz an

Hintergrund Energiezukunft | Julia Jamy | 27.07.2026 | | 5  
(© Varta) Varta steckt erneut in einer schweren Krise. Der Batteriehersteller hat für die Varta AG sowie mehrere Tochtergesellschaften vergangenen Freitag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Während der Konzern nun neu aufgestellt werden soll und für einzelne Bereiche Investoren gesucht werden, ist das Geschäft mit Haushaltsbatterien nicht betroffen: Der Bereich Varta Consumer Batteries läuft nach Unternehmensangaben normal weiter. Produktion, Vertrieb, Kundenservice und Lieferungen werden ohne Einschränkungen fortgeführt.

Für viele kommt diese Entwicklung nicht überraschend: Bereits im Juli 2024 hat Varta ein sogenanntes vorinsolvenzliches Sanierungsverfahren angemeldet (elektro.at berichtete). Im Rahmen des Restrukturierungsplans wurde daraufhin das Grundkapital der Varta AG zunächst auf null Euro herabgesetzt. Dadurch wurden sämtliche bisherigen Aktien gelöscht. Anschließend erfolgte eine Kapitalerhöhung, bei der neue Aktien ausgegeben wurden, allerdings ausschließlich an die neuen Eigentümer und Investoren (elektro.at berichtete).

„Unvermeidbarer Schritt“

Vergangenen Freitag hat die Varta AG nun erneut beim Amtsgericht Stuttgart Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Neben der VARTA AG als Konzernmuttergesellschaft sind auch die operativen Einheiten VARTA Microbattery GmbH, Ellwangen, VARTA Micro Production GmbH, Nördlingen, und VARTA Storage GmbH, betroffen. Dabei wurde für die VARTA Microbattery GmbH, Ellwangen ebenfalls ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet.

Ziel sei es, die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen. CEO Michael Ostermann bezeichnete den Schritt als „leider unvermeidbar“ und zeigte sich persönlich betroffen: „Wir sind uns im Vorstand und in der Geschäftsleitung der Gesamtverantwortung für Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten und Geldgeber bewusst und arbeiten mit aller Kraft daran, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, eine nachhaltige Fortführung zu ermöglichen und für alle Stakeholder die bestmöglichen Perspektiven zu schaffen. Der Markt für Energiespeicher ist unverändert eine Zukunftsbranche, die starke heimische Anbieter und Technologieführer wie die VARTA AG benötigt.“

Sachwalter und Rechtsanwalt Tobias Wahl ergänzt: „Die vom Unternehmen eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen bieten eine Chance, gemeinsam mit dem Management eine tragfähige Lösung für die Zukunft des Unternehmens zu finden.“

Ursachen

Als Ursache für den Insolvenzantrag nennt Varta das Zusammenwirken mehrerer Faktoren, darunter deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungskurseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden. Gleichzeitig würden die bestehenden Konzernstrukturen mit komplexen internen Verflechtungen eine wirkungsvolle Umsetzung nötiger Sanierungsmaßnahmen erschweren und einen zusätzlichen Liquiditätsbeitrag erfordern.

Trotz des Verfahrens soll der Geschäftsbetrieb nach Unternehmensangaben uneingeschränkt weiterlaufen. Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner sollen weiterhin die gewohnten Leistungen und Services erhalten. Auch für die Mitarbeiter gibt es zunächst keine unmittelbaren Änderungen: Löhne und Gehälter sollen nach der Insolvenzantragstellung weitergezahlt werden. Die Geschäftsführung will die notwendigen Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Eigenverwaltung gemeinsam mit den beteiligten Parteien umsetzen.

Consumer Batteries nicht betroffen

Eine positive Nachricht gibt es dennoch für Kunden und Geschäftspartner: Der Bereich Varta Consumer Batteries (Haushaltsbatterien) soll seinen Betrieb ohne Einschränkungen fortsetzen. Produktion, Vertrieb, Kundenservice und Lieferungen laufen nach Unternehmensangaben normal weiter. Auch neue Bestellungen werden weiterhin angenommen. Bestehende Garantien, Gewährleistungs- und sonstige Kundenansprüche bleiben bestehen.

Zwar wird die Eigentümerstruktur dieses Geschäftsbereichs im Hintergrund neu organisiert, für Kunden und Handelspartner soll sich jedoch nichts ändern. Nach Unternehmensangaben verfügt der Bereich über eine ausreichende finanzielle Basis und arbeitet weiterhin stabil.

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Kommentare (5)

  1. Geschäftsführer und Eigentümer, die Aktionäre vor wenigen Monaten erst einfach unentgeltlich enteignet haben, haben es nicht anders verdient; ich hoffe, dass ihnen kein Geldgeber mehr glaubt.
    R.R

    1

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