Wertgarantie-Studie: Zwei von drei Verbrauchern halten Reparaturen für zu teuer
Hohe Kosten bleiben aus Verbrauchersicht die größte Barriere auf dem Weg zu mehr Reparaturen. Das geht aus der neuen Wertgarantie-Studie hervor. (© Wertgarantie)
Am kommenden Freitag tritt hierzulande die neue EU-Richtlinie zum Recht auf Reparatur in Kraft. Sie soll Reparaturen leichter machen und Elektroschrott reduzieren. Doch wie eine aktuelle Studie im Auftrag von Wertgarantie nun zeigt, bleiben hohe Kosten aus Verbrauchersicht die größte Barriere auf dem Weg zu mehr Reparaturen. Rund zwei Drittel der Konsumenten stimmen der Aussage zu, dass Reparaturen im Vergleich zum Neukauf grundsätzlich zu teuer sind.In Österreich wird derzeit nur etwa jedes zweite defekte Elektrogerät, das unter das Recht auf Reparatur fällt, tatsächlich instand gesetzt. Wie die vom IFH Köln im Auftrag von Wertgarantie durchgeführte Studie zeigt, sind vor allem die hohen Reparaturkosten ausschlaggebend dafür, dass sich viele Verbraucher gegen eine Reparatur entscheiden. Die neue EU-Richtlinie könnte diese Entwicklung nach Einschätzung der Studienautoren weiter verstärken, etwa durch höhere Ersatzteilpreise oder einen höheren Personalaufwand. Ein großer Teil der Befragten (67 Prozent) gibt an, dass die Reparatur als zu teuer empfunden wird im Vergleich zum Preis eines neuen Geräts. Das Gerätealter ist ein weiterer entscheidender Faktor bei einem Defekt: Für 32 Prozent erscheint eine Reparatur nicht mehr sinnvoll, wenn das Gerät schon älter ist – selbst, wenn sie technisch möglich wäre.
Auch günstige Einstiegspreise bei Elektrogeräten spielen eine Rolle: Wenn ein günstiges Neugerät nur unwesentlich mehr kostet als eine Reparatur des defekten Gerätes, entscheiden sich 17 Prozent der Haushalte gegen die Instandsetzung des Altgeräts.„Unsere Untersuchung zeigt klar: Hohe Kosten – besonders im Vergleich zu neuen Geräten – und das Alter des Produkts sind für viele österreichische Konsumenten ausschlaggebend gegen eine Reparatur“, erklärt Thilo Dröge, Geschäftsführer Vertrieb bei Wertgarantie. „Wenn Verbraucher das Gefühl haben, dass sich Reparieren finanziell nicht lohnt, dann verliert das Recht auf Reparatur in der Praxis an Wirkung. Wir müssen den Blick darauf richten, Reparaturen wirtschaftlich attraktiver zu machen – für Konsumenten ebenso wie für den Handel.“
Bekanntheit fehlt noch
Wie aus der Studie außerdem hervorgeht, ist das Recht auf Reparatur bislang bei weniger als der Hälfte der Bevölkerung bekannt. Nur 40 Prozent der Verbraucher haben bislang davon gehört. Dagegen sind bereits rund 60 Prozent der Fachhandelsunternehmen mit den Richtliniendetails vertraut. Außerdem bestehen bei vielen Verbrauchern nach wie vor Missverständnisse. Denn rund 17 Prozent der Verbraucher, die sich mit dem Gesetz vertraut glauben, gehen fälschlicherweise davon aus, dass sie Anspruch auf eine kostenlose Reparatur haben. Thilo Dröge sieht darin einen klarern Auftrag: „Die Ergebnisse der Studie belegen, dass es auf Verbraucherseite weiterhin an Informationen über die konkreten Inhalte des Rechts auf Reparatur fehlt. Der Fachhandel ist zwar besser informiert, steht jedoch angesichts der neuen gesetzlichen Regelungen vor der Herausforderung einer praxistauglichen Umsetzung.“
Dennoch überwiegt für Thilo Dröge insgesamt die positive Perspektive: „Das Recht auf Reparatur ist eine große Chance für Österreich, um Ressourcen zu schonen und Elektroschrott zu reduzieren. Entscheidend wird sein, dass Handel, Industrie und Dienstleister eng zusammenarbeiten und tragfähige Strategien entwickeln, um das Ziel ‚Reparieren statt Wegwerfen‘ erfolgreich und nachhaltig umzusetzen.“


Entscheidend wird sein, dass Handel, Industrie und Dienstleister eng zusammenarbeiten.
Dem Handel und der Industrie interessiert die Rep. NULL.
Gegenfrage, gibt es welche die etwas zu billig finden?