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Sonntag, 9. August 2026
Kommt in Zukunft die Konkurrenz aus dem All?

SpaceX will in den Mobilfunkmarkt

Telekom | Dominik Schebach | 05.08.2026 | |  
Mit der nächsten Satelliten-Generation will SpaceX den Mobilfunkmarkt in den USA aufmischen. Mit der nächsten Satelliten-Generation will SpaceX den Mobilfunkmarkt in den USA aufmischen. (© SpaceX Images) Beim jüngsten Investor-Call zur Präsentation der Ergebnisse für das Q2/2026 ließ SpaceX President Gwynne Shotwell aufhorchen. Denn wie der internationale Mobilfunk-Dienst Mobile World Live berichtete, will der Konzern von Elon Musk in naher Zukunft in den nordamerikanischen Mobilfunkmarkt einsteigen. Der kommerzielle Dienst soll demnach mit Ende des kommenden Jahres aufgenommen werden.

Derzeit wird der rund 600 Mrd. Dollar schwere nordamerikanische Mobilfunkmarkt von den großen Anbietern AT&T, Verizon und T-Mobile USA beherrscht. Nun bekommen diese Branchenriesen allerdings Konkurrenz aus dem All. Ermöglicht werden soll dies einerseits durch eine neue Generation von leistungsfähigeren Starlink-Satelliten, andererseits durch den Spektrum-Deal mit EchoStar, womit Starlink Mobile – das Endkunden-Business von SpaceX – in den USA über ein Mobilfunk-Spektrum von 65 MHz verfügt.

Laut Mobile World Live plant Starlink Mobile allerdings keine Direktverbindung aus dem All zu den Smartphones der Endnutzer. Vielmehr sollen die Starlink-Satelliten den Kern des Netzwerks bilden. „Man kann die Mobilfunkbasisstation, auf einer Bodenstation mit Starlink-Breitbandschüssel aufsetzen“, erklärte demnach Shotwell. „Diese kleinen Femtozellen kann man wiederum im ganzen Land verteilen und dort einsetzen, wo Bedarf besteht. Damit muss man nicht unbedingt viele Milliarden Dollar im Low-Band-Spektrum ausgeben, bevor man sein System einsetzt.“

Über die Investitionskosten für dieses Mobilfunk-Netz wollten sich weder Shotwell noch SpaceX CEO Elon Musk äußern. Beide betonten jedoch, dass der Ansatz des Unternehmens einige Kostenvorteile beim Rollout biete. Anstelle von großen, teuren Basisstationen könne man billigere Sites näher am Enduser nutzen.

„Die Starlink-Antennen befinden sich auf den Dächern von Häusern und Geschäften“, zitiert Mobile World Live den SpaceX CEO. „Sie haben also eine Art klare Sicht, um direkt mit Handys am Boden verbunden zu sein.“ Musk erwartet, dass der resultierende Dienst „bessere und höhere Bandbreite bietet als das, was derzeit von Mobilfunkanbietern verfügbar ist.“

Fazit

Der vorgestellte Ansatz verbindet die Stärken von SpaceX in der Satellitenkommunikation mit den Anforderungen an den Mobilfunk. Denn bisher waren Direct-2-Device-Anwendungen durch die Notwendigkeit einer direkten „Sichtverbindung“ zwischen Smartphone und Satelliten eingeschränkt. Durch die Nutzung von Femtozellen mit Starlink-Breitbandantennen kann Starlink Mobile einerseits eine Indoor-Versorgung anbieten und gleichzeitig das Netzwerk ohne zusätzliche Infrastruktur schnell über den gesamten Markt ausrollen.

Es wird daher interessant, wie das Angebot von den Endkunden angenommen wird. Sollte der Versuch erfolgreich sein, kann man davon ausgehen, dass Starlink Mobile ähnliche Dienste auch bald in Europa anbieten wird.

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