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Sonntag, 6. September 2026
Über Yelllow und China-Zölle  

Post wird Grundversorger

Zubehör Hintergrund | Dominik Schebach | 07.08.2026 | |  
Trotz eines anspruchsvollen Umfelds konnte die Post ihren Umsatz im 1HJ/2026 steigern, wie Generaldirektor Walter Oblin, berichtete. Trotz eines anspruchsvollen Umfelds konnte die Post ihren Umsatz im 1HJ/2026 steigern, wie Generaldirektor Walter Oblin, berichtete. (© Post AG) Heute, Freitag, hat die Österreichische Post AG ihr Ergebnis für das erste Halbjahr 2026 vorgestellt. Aus Sicht der Telekom-Branche besonders interessant sind dabei die ersten Erfahrungen des Konzerns mit der eigenen Mobilfunkmarke Yelllow, die Anfang April gestartet ist. Interessant auch die Entwicklung des Online-Handels, wobei hier die ersten Auswirkungen der EU-Paketzölle für Sendungen aus China spürbar werden. Der Umsatz im 1.HJ/2026 betrug 1,544 Mrd Euro.

Das erste Halbjahr 2026 ist von einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld mit hohem Kostendruck geprägt. Die zunehmende Digitalisierung knabbert am Briefgeschäft, gleichzeitig hält aber die Veränderung im Kaufverhalten der Konsumenten an und das Paketvolumen aus dem E-Commerce nimmt weiter zu. Die Post will diesen Trends in Österreich als Grundversorger durch ein breites Serviceangebot von Post- und Logistikdienstleistungen bis hin zu Finanzdienstleistungen und einem neuen Internet- und Mobilfunkangebot begegnen. Im Heimmarkt Österreich investiert das Unternehmen zudem konsequent in Servicequalität und Infrastruktur. Im ersten Halbjahr wurde die 3.000. Poststelle eröffnet. Bis Jahresende wird das Netz auf mehr als 3.100 Standorte anwachsen.

„Trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds konnten wir unseren Umsatz steigern. Gleichzeitig treiben wir die strategische Transformation unseres Konzerns konsequent voran – mit Investitionen in neue Geschäftsfelder, internationaler Expansion und den Ausbau unserer Infrastruktur“, sagt Walter Oblin, Generaldirektor der Österreichischen Post.

Fünfstellig

Eines dieser neuen Geschäftsfelder ist der Einstieg in den Mobilfunkmarkt. Da hat die Post seit ihrem Start am 1. April laut Oblin eine „deutlich fünfstellige Zahl“ an Kunden für Yellow gewonnen. Dabei nutzten 90% der Kunden das Beratungs- und Serviceangebot in einer Postfiliale.

„Wir haben den preisaggressiven Wettbewerb nicht mitgemacht“, so Oblin. „Stattdessen punkten wir mit den Menschen in den Postfilialen und fairen Tarifen.“ Dabei wolle sich der Konzern auch den Umstand zunutze machen, dass viele Menschen die Post noch immer mit Telekommunikation verbinden. Als Ziel für diesen Geschäftsbereich nannte der Generaldirektor 300.000 Kunden in den nächsten fünf Jahren.

Neue Regulierungen

Im Kernbereich der Post AG verändern derweil Regulierungen den internationalen E-Commerce-Markt. Die Einführung des Pauschalzolls von 3 Euro für Sendungen unter 150 Euro, die angekündigte Paketsteuer in Österreich für Versandhändler sowie die Bearbeitungsgebühren für Sendungen aus Nicht-EU-Staaten ab dem 1. November sorgen für Unsicherheiten.

„Diese Regularien verändern den Markt und wir sehen hier schon Reaktionen von den Versendern in Fernost“, so Oblin. „Einerseits führt dies zu einem Dämpfer bei den Direktsendungen, andererseits verschieben diese Plattformen ihr Fullfillment in die EU.“ Derzeit machen die Sendungen aus Aisen weniger als 10% im Portfolio der Post aus. Ein Rückgang von bis zu 3% des Konzernvolumens sei möglich.

Stabile Entwicklung

Auf das Wachstum des Konzerns hat das bisher keine Auswirkungen gehabt. Insgesamt erwirtschafte die Österreichische Post im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 1,544 Mrd Euro – ein Plus von 3,8 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wachstumstreiber war erneut die Division E-Commerce & Logistics, die von der anhaltenden Dynamik im Online-Handel sowie einer starken Marktposition in Österreich profitierte. Die Umsätze der Division erhöhten sich um 11,5 % auf 910,9 Mio Euro.

In Österreich legten die Paketmengen um 9 % zu und entwickelten sich damit deutlich stärker als der Markt. Zusätzliche Impulse kamen aus dem E-Commerce-Fulfillment-Geschäft mit der Erstkonsolidierung des E-Commerce-Providers euShipments.com, der seit März 2026 Teil des Konzerns ist. Das EBITDA lag bei 187,7 Mio. Euro (–5,9 %), das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei 73,3 Mio Euro (–22,0 %).

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