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Sonntag, 13. September 2026
„Meilenstein in der Energiewende"

„Schwarmspeicher“ in Wolkersdorf soll Energiewende vorantreiben

Energiezukunft | Julia Jamy | 12.08.2026 | | 1  
EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und electrify-Chairman Rudolf Schütz bei der Inbetriebnahme des Schwarmspeichers. (v.l.n.r.) EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und electrify-Chairman Rudolf Schütz bei der Inbetriebnahme des Schwarmspeichers. (v.l.n.r.) (© NLK Khittl) Ein Pilotprojekt in Wolkersdorf soll zeigen, wie sich erneuerbare Energie in Niederösterreich künftig effizienter nutzen lässt. Dafür werden Orts-Trafos mit Batterien ergänzt. Der sogenannte „Schwarmspeicher“ wurde gestern, am Dienstag, im Beisein von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz und electrify-Chairman Rudolf Schütz offiziell in Betrieb genommen.

Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner ist das Pilotprojekt ein „Meilenstein in der Energiewende“. „Es gilt alles zu tun, die Energiewende voranzutreiben. Denn das Klima verändert sich, das zeigen uns nicht nur die Statistiken, das zeigt uns die derzeitige Hitzeperiode und wir alle spüren das Tag für Tag“, sagte sie und meinte weiter, dass der Hauptverursacher für den Klimawandel die Nutzung fossiler Energie sei. „Deswegen ist Niederösterreich auf einem guten und vor allem sehr erfolgreichen Weg mit der Produktion von erneuerbarer Energie: über 40 Prozent der erneuerbaren Energie aus Wind und Sonne kommt für ganz Österreich aus Niederösterreich.“ Mit dem System der neuen Schwarmspeicher sei es möglich, überschüssige Energie zu speichern und sie dann zu nutzen, wenn sie gebraucht wird.

EVN-Vorstandsdirektor Stefan Szyszkowitz ergänzte: „Die Energietransformation braucht Pioniere. Dieses Projekt unterstreicht, dass diese Pioniere auch und vor allem in Niederösterreich sind. Wir wollen mit diesem Projekt konkrete Informationen bekommen, damit ein Optimum gefunden werden kann zwischen den Erzeugern, dem Netz und den Speicherbetreibern. Das ist im Interesse der Versorgungssicherheit und der Kundinnen und Kunden. Das wird uns in Österreich ein Stück unabhängiger machen.“ electrify smart energy-Chairman Rudolf Schütz will möglichst viele Schwarmspeicher im Ortsnetz integrieren, um den Überschussstrom in der Region zu verwerten, die Netze zu entlasten und die Preise zu stabilisieren. „Jede Gemeinde kann von diesem Konzept profitieren“, ist er überzeugt.

Win-Win-Win Situation

Der Schwarmspeicher nimmt überschüssigen PV-Strom von Haushalten und Gewerbe direkt dort auf, wo er entsteht, und gibt ihn wieder ans Netz ab, wenn er gebraucht wird. Diese Speicher sollen das Stromnetz entlasten und die Effizienz erhöhen, weil der Strom nicht in höhere Netzebenen transferiert werden muss. Gemeinsam mit der EVN und Netz NÖ untersucht die electrify smart energy im Rahmen eines Forschungsprojekts die positiven Auswirkungen der Schwarmspeicher auf das Verteilnetz. Dabei hat Netz NÖ erstmals in Österreich „flexible Netzzugänge“ vergeben. Das bedeutet, dass Batterie- und Netzbetreiber rund um die Uhr eng zusammenarbeiten: Wenn das Netz belastet ist, gibt die Netz NÖ „Hüllkurven“ vor, in deren Rahmen die Speicher betrieben werden müssen. Das sei eine Win-Win-Win Situation: Der Netzbetreiber bekommt Planungssicherheit und mehr Kapazität im bestehenden Netz und Batteriebetreiber erhalten rascher einen Netzzugang.

Insgesamt werden im ersten Schritt bei zehn Trafo-Standorten 24 Speicher errichtet. Das gesamte Speichervolumen beträgt rund fünf Megawattstunden. Ist das Projekt erfolgreich, ist ein Roll-out in Niederösterreich ab 2027 geplant.

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