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Sonntag, 6. September 2026
Nach Neuaufstellung Cashflow-positiv

MediaShop will wieder durchstarten

Hintergrund | Dominik Schebach | 17.08.2026 | | 3  
Zwei Monate nach Übernahme der Marke durch die ONE Spot Gmbh will MediaShop wieder durchstarten. Die bisherige Firmenzentrale in Neunkirchen soll aufgegeben werden. Zwei Monate nach Übernahme der Marke durch die ONE Spot Gmbh will MediaShop wieder durchstarten. Die bisherige Firmenzentrale in Neunkirchen soll aufgegeben werden. (© MediaShop) Mitte März hat der TV-Vermarkter MediaShop seinen Insolvenzantrag zurückgezogen und ein Konkursverfahren eingeleitet. Jetzt meldet sich das Nachfolgeunternehmen, MediaShop by ONE Spot GmbH, mit einer Erfolgsgeschichte zurück: Zwei Monate nach der Übernahme der Marke und dem Erwerb wesentlicher Assets weise das operative Geschäft nun einen positiven Cashflow auf. Für 2026 wird ein Umsatz von 40 Mio. Euro angestrebt.

„Wir haben auf Basis einer bekannten und starken Marke in kürzester Zeit ein neues Unternehmen aufgebaut. Nach zwei Monaten stehen wir operativ auf soliden Beinen, arbeiten Cashflow-positiv und gewinnen gleichzeitig wieder Reichweite und neue Märkte“, sagt Christoph Bauer, Eigentümer von MediaShop by ONE Spot in Mödling.

Die neue Gesellschaft hat mit 1. Juni 2026 die Verantwortung für die weitere Entwicklung der Marke übernommen. Seither wurde laut Unternehmen praktisch die gesamte operative Infrastruktur neu geordnet und der Mitarbeiterstand auf 40 reduziert. Gleichzeitig wurden ERP-, CRM- und weitere IT-Systeme neu aufgesetzt sowie zahlreiche Prozesse digitalisiert und vereinfacht.

Infrastrukturkosten auf einen Bruchteil reduziert

Durch die Reorganisation konnten demnach die Kosten für IT, Infrastruktur und Software von rund 250.000 Euro auf 20.000 Euro/Monat reduziert werden. Die Neuausrichtung umfasst auch die Unternehmenszentrale. Da plant MediaShop die Übersiedlung an einen neuen Standort. Der Mietvertrag werde laut Bauer derzeit verhandelt. Mit dem Wechsel soll die genutzte Bürofläche deutlich reduziert und gleichzeitig effizienter organisiert werden.

„Entscheidend für unseren Geschäftserfolg ist nicht der Umsatz, sondern was nach den Kosten übrigbleibt. Deshalb haben wir jeden Prozess, jeden Vertrag und jede Struktur hinterfragt. Dass wir heute mit einem Bruchteil der früheren Infrastrukturkosten arbeiten und gleichzeitig bereits wieder wachsen, zeigt, wie fundamental diese Neuaufstellung ist“, so Bauer.

Von 16 auf 50 TV-Sender

Parallel zur internen Neuaufstellung wurde die Vertriebsreichweite deutlich ausgebaut. Im April 2026, kurz nach Insolvenz der Mediashop Gruppe, war MediaShop auf 16 TV-Sendern in zwei Ländern präsent, im Mai auf 20 Sendern. Im Juni waren es bereits 37 TV-Sender in drei Ländern, im Juli 45 Sender in vier Ländern. Im August erreicht MediaShop rund 50 TV-Sender in fünf Ländern. (Ö, D, CH, HU, SK)

Damit wird das Geschäftsmodell wieder konsequent international ausgerichtet. Neben den bestehenden Kernmärkten sollen schrittweise weitere Märkte erschlossen beziehungsweise reaktiviert werden. Ungarn, Tschechien, die Slowakei und Rumänien stehen dabei im Fokus. In Ungarn wurde bereits eine Tochtergesellschaft gegründet.

Demonstration Commerce

MediaShop positioniert sich nach eigenen Angaben als Spezialist für Demonstrations-Commerce. Im Mittelpunkt stehen Produkte, deren Nutzen erklärt und demonstriert werden kann. TV bleibt dafür ein wesentlicher Kanal, wird aber zunehmend mit Online, Social Media und weiteren digitalen Vertriebskanälen verbunden. „Wir wollen nicht Amazon, Temu oder Shein kopieren – das ist nicht unser Geschäft und das sind auch nicht unsere Mitbewerber. Unsere Kompetenz beginnt dort, wo ein Produkt erklärt werden muss, und sein Nutzen durch Demonstration sichtbar wird. In einer Welt mit einem nahezu unbegrenzten Angebot wird nicht noch mehr Auswahl zum entscheidenden Faktor, sondern Orientierung und Vertrauen. Genau dort sehen wir die Stärke von MediaShop“, sagt Bauer.

Neu aufgebaut wird auch das Sortiment. Der mit dem Erwerb der Assets mitübernommene Warenbestand von rund 10.000 Paletten werde nun systematisch abgebaut. Parallel beschafft MediaShop Neuware und baut das künftige Sortiment auf, wobei sich der TV-Vermarkter nach eigenen Angaben als Qualitätsanbieter positionieren will, der das Vertrauen der Endkunden genießt.

40 Mio. Euro Umsatz 2026 – mittelfristiges Ziel bei 120 Mio. Euro

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 plant MediaShop einen Umsatz von rund 40 Mio. Euro. Mit der weiteren Internationalisierung, zusätzlichen Vertriebskanälen, einem erneuerten Produktsortiment und einer skalierbaren Logistik- und IT-Infrastruktur verfolgt das Unternehmen mittelfristig ein Umsatzziel von rund 120 Mio. Euro.

Das Wachstum soll dabei ausdrücklich nicht mit einem Wiederaufbau der früheren Strukturen verbunden sein. Die neue Organisation ist darauf ausgerichtet, zusätzliche Märkte und steigende Umsätze mit einer weitgehend skalierbaren technologischen und logistischen Infrastruktur abzuwickeln. „Die ersten beiden Monate haben gezeigt, dass die neue Struktur funktioniert. Jetzt investieren wir in Wachstum: in neue Märkte, zusätzliche Reichweite, Produkte, Technologie und Automatisierung. Für diesen nächsten Schritt planen wir auch eine Kapitalmaßnahme. Entscheidend ist dabei für uns: Wir finanzieren die Skalierung eines operativ neu aufgestellten Unternehmens“, so Bauer abschließend.

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Kommentare (3)

  1. Das stinkt doch bitte zum Himmel und nach einem Schuldenabbau auf Lieferantenkosten, oder wirklich schlechten Management.
    Insolvenzantrag, Insolvenz zurückgezogen, Konkurs, und Zack haben wir wieder Umsatz und Wachstum. IT Kosten auf 10 % reduziert, erst nach dem Konkurs? Warum erst jetzt? Woher soll die Kohle für die Expansion der Distribution bei den Sendern kommen? Ich kann nicht glauben, dass die Sender da nicht sichere Finanzverhältnisse einfordern. Sorry, das stinkt

    2

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