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Sonntag, 13. September 2026
PV-Förderungen

Made in Europe Bonus wird gut genutzt

Energiezukunft Die Branche | Valerie Hagmann | 02.09.2026 | | 2  
Das PV-Fördersystem legt vermehrt Wert auf Bauteile europäischer Hersteller, und das scheint zu funktionieren. Das PV-Fördersystem legt vermehrt Wert auf Bauteile europäischer Hersteller, und das scheint zu funktionieren. (© intersolarsystems/pixabay) Mehr als 27.000 Förderanträge für PV-Anlagen, also rund die Hälfte aller Einreichungen, konnten den Made in Europe Bonus bei den ersten beiden Fördercalls 2026 geltend machen. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer sieht darin eine klare Bestätigung für den eingeschlagenen Weg.

„Bereits jeder zweite Antrag setzt auf zumindest eine europäische Komponente. Das zeigt: Die Menschen sind bereit, auf europäische Qualität zu setzen, wenn wir dafür die richtigen Anreize schaffen. Damit stärken wir Wertschöpfung, Arbeitsplätze und technologische Unabhängigkeit in Europa“, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer

Beim ersten Fördercall von 23. April bis 11. Mai enthielten 47,8 Prozent der eingereichten Anträge zumindest eine Made-in-Europe-Komponente. Beim zweiten Fördercall von 16. bis 30. Juni lag der Anteil bei 48 Prozent. So ist die Förderung definiert: Für Photovoltaikanlagen, die mit technischen Komponenten aus europäischer Wertschöpfung – EWR und Schweiz – errichtet werden, erhöht sich der Investitionszuschuss um bis zu 20 Prozent. Für Stromspeicher beträgt der mögliche Zuschlag 10 Prozent jeweils für Photovoltaikmodule, Wechselrichter und Stromspeicher.

Besonders hoch ist die Nachfrage bei Wechselrichtern: In beiden Calls enthielten jeweils 46 Prozent der Anträge einen Wechselrichter mit europäischer Wertschöpfung. Bei Stromspeichern stieg der Anteil leicht von 20 auf 21 Prozent, bei PV-Modulen lag er in beiden Calls bei 16 Prozent.

Made in Europe als nächster Schritt der Industriestrategie

Der Bonus in der PV-Förderung ist ein erstes konkretes Erfolgsmodell für eine stärkere europäische Ausrichtung öffentlicher Mittel. Dieses Prinzip soll nun im Rahmen der Industriestrategie weiterentwickelt werden. Ziel ist, bei Förderungen und öffentlichen Investitionen neben dem Preis stärker auf europäische Wertschöpfung, Versorgungssicherheit, Qualität, Innovation und die Kosten über den gesamten Lebenszyklus zu achten.

„Made in Europe ist der nächste konsequente Schritt unserer Industriestrategie. Wir wollen die enorme Kraft öffentlicher Investitionen gezielt für europäische Wertschöpfung nutzen. Damit halten wir Unternehmen in Österreich, schaffen neue Anreize für Betriebsansiedlungen und sichern Arbeitsplätze sowie starke und unabhängige Lieferketten“, so Hattmannsdorfer.

Neuausrichtung des Fördersystems ab 2027

Auch in der geplanten Neuausrichtung der EAG-Förderung ab 2027 soll europäische Wertschöpfung berücksichtigt werden. Mit dieser Maßnahme hat sich die Regierung die Kritik aus der Branche an der Vergabelotterie zu Herzen genommen. Parallel zum Europa-Fokus soll das First-Come-First-Serve-Prinzip beendet und die Förderung stärker auf intelligente Energiemanagementsysteme, Speicherlösungen und die Nachrüstung bestehender PV-Anlagen ausgerichtet werden. Innovative Anwendungen sollen weiterhin unterstützt werden.

 

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