Umzug nach 60 Jahren: Metz startet in ein neues Kapitel
Nach 60 Jahren packt Metz seine Koffer und zieht in die Sigmundstraße 189 im Nürnberger Westen. (© Metz)
Nach fast 60 Jahren heißt es für Metz: Abschied nehmen von Zirndorf und gleichzeitig Aufbruch in eine neue Zukunft. Der Hersteller verlässt seinen langjährigen Standort an der Ohmstraße und zieht in die Sigmundstraße 189 im Nürnberger Westen. Bis Ende 2026 soll der Umzug vollständig abgeschlossen sein.Für Metz ist der Umzug weit mehr als ein Wechsel der Firmenadresse: Am neuen Standort in Nürnberg sollen künftig zentrale Unternehmensbereiche unter einem Dach gebündelt werden – von der Produktion, Entwicklung, Verwaltung bis hin zum After Sales. Dafür wird die Bestandsimmobilie umfassend umgebaut und auf die Anforderungen von Metz zugeschnitten. Der Mietvertrag läuft über 15 Jahre und zeigt: Metz plant langfristig und bleibt der Metropolregion Nürnberg treu.
Mit dem Abschied aus Zirndorf geht zugleich ein Stück Unternehmensgeschichte zu Ende. Seit Ende der 1960er-Jahre war das Unternehmen dort ansässig. Nach der Insolvenz der früheren Metz-Werke und der Übernahme der Fernsehsparte durch den chinesischen Elektronikkonzern Skyworth im Jahr 2015 blieb Metz Consumer Electronics zunächst am angestammten Standort. Da der dortige Mietvertrag Ende 2026 ausläuft, wurde die Suche nach einem neuen Standort notwendig. Doch mit Nürnberg bleibt Metz seiner fränkischen Heimat treu.
Besonders wichtig: Sämtliche Mitarbeiter werden beim Standortwechsel mitgenommen. Der Umzug nach Nürnberg ist nicht mit einem Personalabbau verbunden. Das gilt auch vor dem Hintergrund einer kleinen strukturellen Veränderung: Die Fertigwaren-Logistik wird künftig ausgelagert. Dennoch bleiben alle Beschäftigten an Bord und wechseln mit dem Unternehmen an den neuen Standort. Entwicklung und Fertigung der Premium-TV-Linie Metz Classic sollen damit ebenso in der Region bleiben wie die Arbeitsplätze der Belegschaft.
Neuer Standort, neue Strukturen

Eine der größten Herausforderungen beim Umzug ist die Fertigung. Seit Sommer 2026 läuft deshalb die intensive Umzugsphase: Produktionsanlagen werden in Zirndorf Stück für Stück abgebaut, nach Nürnberg gebracht und dort wieder aufgebaut. Dabei wird allerdings nicht einfach alles so wieder hingestellt, wie es vorher war. Aus den bisherigen zwei Fertigungslinien soll am neuen Standort eine neu organisierte Produktionslinie entstehen. Ergänzt wird sie um einen eigenen Manufakturbereich, in dem besonders großformatige Geräte gefertigt werden können.
Damit der Umzug nicht zum Stillstand führt, ist der Ablauf genau geplant. Die Produktionsunterbrechung soll so kurz wie möglich bleiben, denn schließlich sollen die Kunden auch während des Standortwechsels zuverlässig mit Geräten beliefert werden. Für Metz wird der Standort in der Sigmundstraße grundlegend auf die eigenen Anforderungen zugeschnitten. Produktion, Entwicklung, Service und Verwaltung werden neu organisiert und räumlich enger zusammengeführt. Zudem wird auch energetisch die Immobilie modernisiert. Vorgesehen beziehungsweise umgesetzt werden unter anderem eine neue Heizungsanlage, eine Photovoltaikanlage sowie Verbesserungen an der Gebäudehülle.
Für Metz steht der Umzug auch für einen größeren Transformationsprozess. Der Hersteller will den Standortwechsel nutzen, um über Jahrzehnte gewachsene Abläufe neu zu ordnen und die verschiedenen Unternehmensbereiche am neuen Standort effizienter miteinander zu verzahnen.
Weiterhin „Made in Franken“
Mit dem Abschied aus Zirndorf geht für Metz zweifellos eine Ära zu Ende. Gleichzeitig ist der Schritt geografisch überschaubar: Die Traditionsmarke verlässt Franken nicht, sondern zieht lediglich ein paar Kilometer weiter nach Nürnberg. Genau das macht den Standortwechsel besonders: Trotz internationaler Eigentümerstruktur bleiben Entwicklung und Fertigung hochwertiger Fernseher in der Region. Auch die Belegschaft zieht mit nach Nürnberg. Veränderungen gibt es dennoch, etwa bei der Logistik der Fertigwaren, die künftig ausgelagert wird.
Der neue Standort schafft damit nicht nur mehr Platz für die Zukunft, sondern setzt auch ein klares Zeichen für Kontinuität. Metz verändert seine Strukturen, bleibt aber seinen Wurzeln treu: in der Region, bei seinen Mitarbeitern und bei der Fertigung in Deutschland.

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