Vorfreude
In zwei Wochen ist es soweit: Die EFHT im Design Center Linz öffnen für zwei Tage ihre Tore und heuer erwartet die Besucher – vor allem den Nachwuchs – einiges. Ich freue mich darauf – und das nicht nur aus einem, sondern gleich aus zwei Gründen ...Ich freue mich auf die EFHT. Und das ist nicht einfach so dahingesagt. Ich habe nämlich einen Grund. Eigentlich sogar zwei.
Zum einen sind da die Neuheiten. Und zwar jene, die heuer erstmals spürbar vom Thema Künstliche Intelligenz geprägt sein werden. Natürlich reden wir seit Jahren über KI. Gefühlt gab es schon KI, als wir noch dachten, das Internet sei eine vorübergehende Erscheinung. Doch mittlerweile ist diese Technologie tatsächlich angekommen. Nicht als Schlagwort auf einer Verpackung, sondern als praktischer Mehrwert.
Miele zum Beispiel spricht bereits vom „Ende der Hausarbeit“. Das klingt zunächst wie eine hohle Phrase, die man innerlich auf dieselbe Ablage legt wie „die Revolution des Kochens“ oder „das ultimative Unterhaltungserlebnis“. Schaut man aber genauer hin, steckt durchaus etwas dahinter. Die Idee lautet: Nicht mehr der Nutzer muss sich Gedanken über unzählige Einstellungskombinationen machen, sondern die Maschine übernimmt das. Im Idealfall bedeutet das: Wäsche hinein, Tür zu, fertig. Ähnlich bei einem Geschirrspüler und wer jemals minutenlang vor elf Waschprogrammen, zwölf Zusatzfunktionen und weiteren Einstellmöglichkeiten gestanden ist, wird zugeben müssen: Das ist im Grunde keine schlechte Entwicklung.
Auch bei den Kleingeräten hält KI langsam Einzug – noch nicht in derselben Geschwindigkeit wie in der Weißware, aber die Richtung ist klar erkennbar. Ein Vorreiter ist Dyson. Die Briten sind zwar schon lange nicht mehr auf den EFHT, trotzdem bekommt man mit, woran das Unternehmen gerade tüftelt, und aktuell ist das Mundpflege. Ja, genau: Mundpflege. Dyson launcht seine erste elektrische Zahnbürste mit Kamera und KI um 479 (!) Euro. Vor ein paar Jahren hätte man einen solchen Satz vermutlich für Satire gehalten. Heute nennt man das Produktinnovation (und ich frage mich, wer das braucht).
Der zweite Grund für meine Vorfreude sind die Menschen. Eine der nachhaltigsten Hinterlassenschaften der Corona-Zeit ist die digitale Kommunikation. Wir sehen und hören einen Großteil der Leute nur mehr über Bildschirme und erledigen Termine, für die früher hunderte Kilometer gefahren wurden, heute zwischen zwei Kalendereinträgen. Das ist praktisch. Das spart Zeit. Das spart Geld.
… und es geht so viel verloren. Denn die besten Gespräche entstehen selten in einer Videokonferenz. Sie entstehen zwischen zwei Terminen, beim zufälligen Treffen auf dem Gang, beim gemeinsamen Kaffee oder spätabends bei einer Messeveranstaltung, wenn die offiziellen Präsentationen längst vorbei sind und plötzlich Zeit für die wirklich spannenden Geschichten bleibt. Ich glaube ja, dass noch niemand nach einer besonders gelungenen Videokonferenz gesagt hat: „Daran werde ich mich noch Jahre erinnern.“ Nach einem netten Messeabend hingegen schon. Denn da spricht man über Dinge, die in keiner Agenda auftauchen. Da entsteht Vertrauen – und manchmal sogar Freundschaften. Die digitale Kommunikation kann vieles ersetzen. Den persönlichen Händedruck, das gemeinsame Lachen und die Geschichten spätabends an der Bar jedoch nicht.
Deshalb freue ich mich auf die EFHT. Wegen der Innovationen, die zeigen werden, wie KI unsere Geräte verändert. Und wegen der Menschen, die zeigen, warum persönliche Begegnungen trotz aller Digitalisierung unersetzbar bleiben. Die Neuheiten wird man bei uns nachlesen können. Die Gespräche abseits der Terminkalender nicht 😊

…und wer jemals minutenlang vor elf Waschprogrammen, zwölf Zusatzfunktionen und weiteren Einstellmöglichkeiten gestanden ist, wird zugeben müssen: Das ist im Grunde keine schlechte Entwicklung….. Hast du recht, aber wer braucht so viele Auswahlmöglichkeiten? Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und schätze mal, niemand. Oder anders gesagt, was verwendet man wirklich? Womit sich die KI bei diesen Geräten dann auch erldigen würde.