Sigenergy Day Europe 2026: Die nächste Generation von Utility-Scale BESS
Das Großprojekt in Weissach im Tal (Baden-Württemberg): eine 11,6-MWp-PV-Anlage mit 20-MWh-Batteriespeicher von Sigenergy. (© Sigenergy)
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die KI-gestützte Speicherlösung von morgen: Wie sorgen intelligentes Energiemanagement, modulare Batteriearchitektur und DC-Kopplung für schnellere Projektumsetzung, höhere Betriebsflexibilität und optimierte Erlöse? Ein Highlight bildete der Besuch des Großprojektes in Weissach im Tal (Baden-Württemberg): eine 11,6-MWp-PV-Anlage mit 20-MWh-Batteriespeicher der Deutschen Gesellschaft für Sachwertanlagen (DGS) – bestehend aus 1.660 Sigenergy-Batteriemodulen à 12 kWh Kapazität, 80 Sigen-C&I-PV-Wechselrichter mit je 100 kW sowie zwei Mittelspannungs-Trafostationen mit vorinstallierten Niederspannungsanschlüssen.Zur Eröffnung in Stuttgart begrüßte Tony Xu, Gründer und CEO von Sigenergy, die Gastgeber und Teilnehmer vor Ort und betonte, dass das rasante globale Wachstum des Unternehmens ein gemeinschaftlicher Erfolg sei, der auf enger Zusammenarbeit beruhe.
Vor dem Hintergrund eines europäischen Marktes, der beim Thema Speicher „all in“ geht, bekräftigte Xu die strategische Ausrichtung von Sigenergy – vom Heimspeicher bis hin zu Gewerbe-, Industrie- (C&I) und Utility-PV Parks.
„Sigenergy ist bereit für diese nächste Wachstumsphase“, so Xu. „Mit einem starken europäischen Team und einem umfassenden Produktportfolio – darunter SigenStack, SigenCube und SigenTerra – wollen wir uns vom klassischen Hersteller zum langfristigen strategischen Partner der Energiewende entwickeln.“
Neues Speicherparadigma erforderlich
In seiner Begrüßungsrede betonte Jaime Arau, Gründer und Geschäftsführer von Arausol (dem ausführenden Unternehmen des Großprojektes in Weissach) wie Sigenergys Innovationskraft und Geschwindigkeit Probleme zu lösen den weiteren Ausbau von PV plus BESS – Projekten in Europa vorantreiben. „Partnerschaften wie die zwischen Arausol und Sigenergy zeichnen sich dadurch aus, dass wir Herausforderungen gemeinsam angehen und in Chancen verwandeln“, so Arau. Er stellte die Zusammenarbeit mit Projekteigentümer DGS vor und präsentierte das Projekt in Weissach im Tal, das in rund fünf Monaten Entwicklungszeit realisiert wurde.
Im ersten Vortrag des Tages ging Bernhard Rill, Mitglied des Kuratoriums beim BVES (Bundesverband Energiespeicher Systeme), auf die zentrale Rolle flexibler Energieinfrastruktur für die Erreichung der Erneuerbaren-Ziele in Schlüsselmärkten wie Deutschland, Großbritannien und Italien ein. Sowohl kombinierte Solar-Speicher-Anlagen als auch eigenständige Batteriespeichersysteme (BESS) gehören inzwischen zum Standardrepertoire für die Netzstabilität. Rill betonte, dass die Wahl der passenden Kopplungsmethode und die Systemsicherheit entscheidend für moderne Projekte seien – und verwies dabei auf die sechsstufige Sicherheitsarchitektur von SigenStack, die einen Thermal Runaway binnen Sekunden erkennt und unterdrückt.
Julian Crestani, Projektleiter bei DGS, wurde im Rahmen der Veranstaltung mit dem Preis „Iconic Project of the Year“ für das Projekt in Weissach im Tal ausgezeichnet – eine Würdigung für herausragende Ingenieurskunst, effiziente Betriebsabläufe und kurze Umsetzungszeiten – dank fortschrittlicher „Solar-plus-Speicher“-Architektur von Sigenergy.
Vertrauen in Großspeicher schaffen
Mit wachsender Größe und Komplexität von Speicherprojekten gewinnen Sicherheit und Bankability für Entwickler, Investoren und Betreiber zunehmend an Bedeutung. Syed Zohaib Ahmed, Senior Consultant Battery Storage Northern Europe bei DNV, sprach diesbezüglich zum Thema „Safety, Reliability & Bankability: De-risking Utility-Scale Storage“. Im Zentrum standen die zentralen Faktoren, damit große Batteriesysteme langfristig zuverlässig arbeiten und zugleich strengen Anforderungen an Sicherheit, technische Zuverlässigkeit und Investitionssicherheit genügen. Die Diskussion machte deutlich: Technologische Innovation muss mit robusten Sicherheits- und Zuverlässigkeitsstandards einhergehen, wenn Batteriespeicher zu einem immer wichtigeren Baustein der Energieinfrastruktur werden.
Sigenergys Lösungen haben in diesem Jahr wichtige technische Prüfungen durchlaufen. Zudem hat DNV den Utility-PV-Wechselrichter des Unternehmens technisch begutachtet und dazu den „Sigen Utility Solar Inverter Technology Review Report“ ausgestellt.
In seiner Keynote zeigte Marco Borghesi, Fractional Chief Product Officer bei LUOX Energy, wie virtuelle Kraftwerke (VPPs) dezentrale Batteriesysteme vom einfachen Behind-the-Meter-Asset zu dynamischen, erlösgenerierenden Marktteilnehmern machen.
Durch die Kombination aus Sigenergys effizienter Hardware-Architektur und LUOX Energy können Anlagenbetreiber Flexibilität an Großhandelsmärkten monetarisieren – also höhere Erträge erzielen und gleichzeitig die Netzstabilität in Europa verbessern.
Benjamin Ohlhaeuser, Mitgründer von Team Edda, teilte in seinem Vortrag seine Einschätzung zu Markttrends, praktischen Projekterfahrungen und dem Wert intelligenter BESS-Lösungen. Er eröffnete mit einem Blick auf wachsende Herausforderungen bei der Netzstabilität, die steigende Nachfrage nach flexibler Speicherkapazität sowie die kommerziellen Risiken für Solarentwickler und -investoren in Deutschland. Speicher, so Ohlhaeuser, sind im heutigen Freiflächenmarkt oft der entscheidende Faktor zwischen Bestehen und Scheitern.
Im Anschluss ging es um den Vergleich von DC- und AC-Kopplung. Hier betonte Ohlhaeuser, dass es keine universell überlegene Topologie gibt – entscheidend ist stets die passende Lösung für das jeweilige Projekt zu finden. Die vorhandene Infrastruktur des Solarparks ist dabei das wichtigste Kriterium für die Wahl zwischen DC- und AC-Kopplung.
Von der Idee zur Umsetzung: Das Arausol-Projekt in Weissach im Tal
Im Anschluss an die technische Debatte ging es um die konkrete Projektumsetzung: Björn Lamprecht und Henning Wicht, Geschäftsführer bei Arausol, gaben Einblick in die Herangehensweise und technische Umsetzung des Projekts in Weissach im Tal.
Anders als bei klassischen Container-Systemen lässt sich die dezentrale SigenStack-Architektur direkt an den PV-Strings installieren – das spart aufwendige Verkabelung, schwere Technik und umfangreiche Fundamentarbeiten. Das Projekt kam auf nur 20 Installationstage und zwei Stunden Inbetriebnahme und zeigt damit das Beschleunigungspotenzial modularer Speicherlösungen für Großprojekte.
Drei Vorteile hoben sie besonders hervor:
- Höhere Systemeffizienz: Die DC-Kopplung führt den Strom direkt von den PV-Modulen zur Batterie, vermeidet unnötige Umwandlungsverluste und macht eigene Batterietransformatoren überflüssig – das steigert den Energieertrag um 3-4%
- Optimierte Flächennutzung: Die modularen BESS-Einheiten von Sigenergy werden direkt unter den PV-Montagegestellen installiert. So lässt sich die vorhandene Fläche besser nutzen und zusätzliche PV-Kapazität auf demselben Areal unterbringen.
- Durchgängige Infrastruktur und Projektumsetzung: Sigenergy-Wechselrichter und -Trafos bildeten das technische Rückgrat der Anlage. Zusammen mit technischer Unterstützung vor Ort während der Inbetriebnahme und der Abstimmung mit Netzbetreibern ermöglichte dies die termingerechte Inbetriebnahme Anfang August.
Stromhandel: Gespeicherte Energie zu Marktwert machen
Den wirtschaftlichen Wert intelligenter Speicher beleuchtete Christoph Gardlo, COO von ESFORIN SE. Die Zukunft der Flexibilitätsvermarktung liegt in kombinierten PV-Speicher-Anlagen. Mit Verweis auf historische EPEX-Intraday-Daten zeigte Gardlo, dass steigende Preisvolatilität enorme Ertragschancen für integrierte PV-Speicher-Projekte schafft. Mit der KI-gestützten Handelsplattform FLEXtrading von ESFORIN lässt sich das Asset-Management automatisieren und der Stromhandel in Echtzeit abwickeln – kombinierte PV-BESS-Anlagen können so bis zu dreimal so hohe Erlöse erzielen wie reine Solarparks.
Zum Abschluss rief Roy Zhang, President of Global Sales and Service bei Sigenergy, die Gäste zum gemeinsamen Handeln auf: Kontinuierliche KI-Innovation, technisches Know-how und langfristige Partnerschaften prägen Europas nachhaltige Energiezukunft.
Mit über 170 Millionen Euro Forschungsinvestitionen, mehr als 900 Ingenieuren und über 1.000 Patenten ist Sigenergy für diese Transformation gerüstet. Vom bewährten SigenStack über das kommende C&I-System SigenCube bis zu den Utility-Lösungen von SigenTerra und dem ersten branchenweiten Full-Domain-KI-Agenten SigenAgent bietet Sigenergy ein durchgängiges Portfolio für alle Einsatzszenarien. Gemeinsam mit einem wachsenden lokalen Servicenetz lädt Sigenergy Branchenakteure ein, Hardware und digitale Intelligenz zu vereinen und gemeinsam eine belastbare, ertragsstarke Energiezukunft aufzubauen.
Fazit: Die nächste Generation intelligenter Energieinfrastruktur
Der Sigenergy Day Europe 2026 brachte Teilnehmer der gesamten Wertschöpfungskette zusammen – mit einer klaren Botschaft: Bei der Zukunft von Großspeichern geht es nicht nur um mehr Batteriekapazität, sondern darum, jede Kilowattstunde intelligenter, flexibler und deutlich ertragreicher zu machen.
Von KI-gestütztem Energiemanagement und DC-Kopplung über modulare Installation und VPP-Bündelung bis zum Echtzeit-Stromhandel setzte die Veranstaltung einen Rahmen für moderne Energiesysteme. Das Projekt in Weissach im Tal zeigt: Dieser Wandel ist längst Realität. Durch die Kombination aus dezentralem Speicher und intelligenter Optimierung demonstriert Sigenergy, wie sich Erträge maximieren und Installationsaufwand zugleich minimieren lassen.

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