Rekordhoch bei Sammlung von Elektroaltgeräten
vlnr Valentin Opfermann, Bianca Dvorak, Christian Holzer, Christian Macho bei der EAK Jahrespressekonferenz (© APA-Fotoservice_Martin Hörmandinger)
Die Österreicherinnen und Österreicher sind fleißig beim Sammeln, das bestätigt die Jahresbilanz 2025 der Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle. Mehr als 161.000 Tonnen Elektroaltgeräte und 3.506 Tonnen Gerätealtbatterien wurden in einem Jahr gesammelt. Ein Problem bleiben Batteriebrände durch falsche Entsorgung, doch um dem entgegen zu wirken, soll es ab 2027 neue Impulse geben.Mit einer beindruckenden Menge von über 157.935 Tonnen bei Elektroaltgeräten und 3.506 Tonnen bei Gerätealtbatterien unterstreicht die Jahresbilanz 2025 die anhaltend hohe Sammelmoral der österreichischen Bevölkerung. Diese Zahlen wurden bei der gemeinsamen Präsentation der Daten durch die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK), das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft sowie der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände heute im Rahmen der traditionellen Jahrespressekonferenz in Wien vorgestellt.
Sektionschef Dipl.-Ing. Christian Holzer aus dem Bundesministerium unterstrich zur Eröffnung die Bedeutung der österreichischen Sammelinfrastruktur: „Durch die Kooperation von Gemeinden, Abfallwirtschaftsverbänden und dem Handel verfügt Österreich über eines der dichtesten Sammelnetze Europas mit rund 2.000 kommunalen und mehreren tausend gewerblichen Rückgabestellen. (…)“
Für die kommenden Jahre stehen wesentliche rechtliche Meilensteine bevor. Das für 2027 geplante österreichische Batteriebegleitgesetz wird die neue EU-Batterienverordnung national umsetzen und einen harmonisierten Rechtsrahmen für den gesamten Lebenszyklus von Batterien schaffen. Für die Bürger:innen bleibt die kostenlose Rückgabe im Handel und an den Sammelstellen gewohnt einfach. Zudem tritt ab 1. Oktober 2026 eine Novelle der Elektroaltgeräteverordnung in Kraft, die eine 0:1-Rücknahmepflicht für Elektrokleingeräte die Batterien enthalten (unter 25 cm, wie etwa E-Zigaretten) im Handel ab 25 Quadratmetern Verkaufsfläche vorsieht. So können Kund:innen alte Elektrokleingeräte abgeben, ohne ein neues Gerät kaufen zu müssen. Das bereits beschlossene Verbot von Einweg-E-Zigaretten per Ende 2026 wird zusätzlich dazu beitragen, eine der Hauptursachen für gefährliche Brände in der Abfallwirtschaft einzudämmen, denn die meisten davon werden durch falsch entsorgte und beschädigte Lithium-Ionen-Akkus verursacht.
Aktuelle Sammelmengen und Herausforderungen in der Kreislaufwirtschaft
16122 Tonnen Elektroaltgeräte, rund 17 Kilogramm pro Kopf, wurden 2025 gesammelt. Damit konnte Österreich bei den Elektro- und Elektronikaltgeräten aus Haushalten das hohe Sammelniveau des Rekordjahres 2024 damit noch übertreffen. Bei den Gerätealtbatterien lag die gesammelte Masse bei 3.506 Tonnen. „(…)Das zeigt, wie stark das Bewusstsein für die getrennte Sammlung bereits verankert ist“, betont EAK-Geschäftsführer Mag. Valentin Opfermann, der mit Juli 2026 die Nachfolge von Mag. Elisabeth Giehser angetreten hat.
Gleichzeitig verweist Opfermann auf dringenden Reformbedarf bei den europäischen Vorgaben für Altbatterien. Die rechnerisch ermittelte Sammelquote lag 2025 bei 50,7 Prozent, womit die von der EU vorgegebene Sammelquote von 45 Prozent zwar erneut sicher erfüllt wurde. Hinsichtlich der Lebensdauer geht die EU bei Batterien jedoch pauschal von 3 Jahren aus und ignoriert damit, dass moderne Lithium-Akkus und Batterien meist eine Lebensdauer von bis zu zehn Jahren haben. Ein daran angepasster Durchrechnungszeitraum ist daher dringend erforderlich, um die tatsächlichen Stoffströme realitätsnah abzubilden. Erschwert wird das Marktumfeld zudem durch die ökonomische Gesamtlage sowie die steigende technische Komplexität modernster Elektrogeräte.
Handel fordert Vorgehen gegen Online-Trittbrettfahrer
Aus Sicht des heimischen Handels präsentierte sich das Jahr 2025 als anspruchsvolles Geschäftsjahr. Zwar gab es bei den Elektro-Haushaltsgeräten eine leichte Erholung, die anhaltende Zurückhaltung im Wohn- und Neubau dämpfte das Wachstum im stationären Fachhandel jedoch spürbar. Erfreulicherweise führen zudem langlebige LED-Produkte bei Leuchtmitteln dazu, dass sich insgesamt weniger Volumen im Umlauf befindet. Eine weitere positive Wende gab es bei den europäischen Sammelquoten für Elektroaltgeräte.
Österreich liegt bei der Sammelleistung von Elektroaltgeräten von 17 Kilogramm pro Einwohner:in im Spitzenfeld der EU-Staaten. Damit ergibt sich eine Sammelquote von ca. 90 Prozent. Im heurigen August hat die EU das Tool zur Berechnung der Sammelquote aktualisiert. Dabei werden die unterschiedlichen Lebensdauerkurven von sehr langlebigen Geräten, die im Zuge der Energiewende verstärkt in den Verkehr gesetzt werden (wie Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen), realistisch berücksichtigt. „Die bisherige Berechnungsmethode der EU war veraltet und ist völlig an der Realität vorbeigegangen. Mit der neuen Berechnungsmethode ergibt sich für Österreich eine vorläufige Sammelquote von ca. 90 Prozent, welche deutlich über der neuen Mindestquote von 85 Prozent liegt“, erklärt Mag. Bianca Dvorak, die im Juni 2026 den Aufsichtsratsvorsitz der EAK übernommen hat.
Dvorak warnt zudem vor der zunehmenden Wettbewerbsverzerrung durch ausländische Online-Marktplätze: „Diese Online-Plattformen agieren zunehmend als Trittbrettfahrer, die sich nicht an den Kosten der heimischen Sammel- und Entsorgungssysteme beteiligen. Das erzeugt unfaire Wettbewerbsnachteile für unseren heimischen Handel. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten müssen wir strikt auf ein ‚Level Playing Field‘ für alle Marktteilnehmer:innen achten – das muss auch für den globalen Online-Handel verpflichtend greifen.“
Awareness stärken
Pfandsysteme machen als Anreizsystem für das korrekte Entsorgen ihrer Aussage nach keinen Sinn, denn Anreizsysteme müssten EU-weit genormt sein um einen größeren Nutzen zu bringen. Ihr Ziel: die Entsorgung von Akkus und Altelektrogeräten muss als Selbstverständlichkeit im Alltag der Menschen verankert werden, genauso wie die Entsorgung von Flaschen und Dosen das schon ist. Rund 17 Millionen Lithium-Ionen-Batterien landen in Österreich jährlich im Restmüll. Um die Österreicherinnen und Österreicher mehr auf diese Thema aufmerksam zu machen, gibt es von 12.-17. Oktober eine regionale Aktionswoche gegen Batteriebrände, erklärt Präsident der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, Dr. Christian Macho. Gemeinden, Städte und Abfallwirtschaftsverbände informieren dabei über die richtige Rückgabe, ein Gewinnspiel schafft zusätzliche Anreize.

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