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Freitag, 9. Oktober 2026
30 Auszeichnungen

WorldSkills 2026: Österreich räumt bei der Berufs-WM ab

Hintergrund | Julia Jamy | 29.09.2026 | |  
Das Team Austria räumte bei den WorldSkills 2026 ordentlich ab. Das Team Austria räumte bei den WorldSkills 2026 ordentlich ab. (© SkillsAustria/Wieser/Slovencik) 48 junge österreichische Fachkräfte aus allen neun Bundesländern traten in 42 Berufen gegen die Besten der Welt an – mit Erfolg: Team Austria sicherte sich bei den Berufsweltmeisterschaften vier Silber- und sechs Bronzemedaillen sowie 20 Medals for Excellence. Insgesamt bringen die österreichischen Teilnehmer 30 Auszeichnungen aus Shanghai mit nach Hause.
Andreas Landl, Fliesenleger, und Luca Ladler, Maler, überzeugten bei der Berufs-WM und sicherten sich jeweils eine Silbermedaille. (©SkillsAustria/Wieser/Slovencik)

Zum erfolgreichsten Teilnehmer im Team Austria krönt sich Andreas Landl: Der Fliesenleger aus Wartberg an der Krems in Oberösterreich holt Silber und wird zusätzlich mit dem prestigeträchtigen Titel „Best of Nation“ ausgezeichnet. Ebenfalls Silber gewinnt Marcel Riener: Der Sanitär- und Heizungstechniker aus Reingers in Niederösterreich sichert sich den zweiten Platz.

Österreichs außergewöhnliche Erfolgsserie der Maler setzt Luca Ladler fort: Der Vorarlberger aus Fußach pinselt sich zum Vizeweltmeistertitel und holt bei der 21. österreichischen WorldSkills-Teilnahme in diesem Beruf bereits die 16. Medaille. Für die vierte Silbermedaille sorgt Vincent Track. Der Verfahrenstechniker aus Breitenbach am Inn in Tirol tritt als erster Österreicher überhaupt im WorldSkills-Bewerb Wassertechnologie an und schafft auf Anhieb den Sprung auf Platz zwei.

Sechsmal Bronze

Bronze gewinnt Zimmerer Luca Reitböck aus Taufkirchen an der Pram in Oberösterreich. Die Fachkraft der Hauer Zimmerei GmbH in Enzenkirchen  holt den Podiumsplatz für Team Austria. Eine weitere Bronzemedaille geht nach Niederösterreich: Die Betonbauer Julian Gintner und Michael Pomassl aus Vitis sichern sich im Teambewerb den dritten Platz.

Für eine Medaillenpremiere sorgt Benedikt Pritz: Der Niederösterreicher aus Raxendorf gewinnt im erstmals bei WorldSkills ausgetragenen Wettbewerb Schienenfahrzeugtechnik Bronze. Ebenfalls Bronze gewinnt René Bitschnau aus Frastanz in Vorarlberg. Der Absolvent der HTL Dornbirn erreicht in der Chemielabortechnik den dritten Platz.

In der Maschinenbautechnik jubelt Vorarlberg nochmals über Bronze: Keanu Frick aus Lauterach schafft den Sprung auf das Podium. Die sechste Bronzemedaille holt Jonas Baltuska. Der Wiener von der HTL Mödling erreicht in der Optoelektronik in Shanghai den dritten Rang.

20 „Medals for Excellence“

Wie breit Österreich aufgestellt ist, zeigen auch 20 Medals for Excellence: Diese Auszeichnungen werden für herausragende Leistungen direkt hinter den Medaillenrängen vergeben. Aus Oberösterreich werden Kälte- und Klimatechniker Jonas Danninger, Koch Hannes Sortsch, CNC-Dreher Fabian Spitzer sowie die Gartengestalter Marcel Ortner und Simon Weiß ausgezeichnet.

Fünf Medals für Excellence gehen nach Vorarlberg: an Anlagenelektriker Janick Gehrer, Hotel-Rezeptionistin Elena Mathis, CNC-Fräser Deniz Mutun, Schweißer Simon Österle und an Maschinenbau-CAD-Techniker Sandro Flatz.Die Steiermark darf über Auszeichnungen für Grafiker Paul Bürki, Modeschülerin Julia Kaufmann und Verkaufsexpertin Anna Tritscher jubeln.

Aus Salzburg erhalten Floristin Julia Gschwandtner und Land- und Baumaschinentechniker Bernhard Moser ein „Medal for Excellence“. Nach Niederösterreich gehen drei weitere Auszeichnungen: an Konditorin Valentina Otzelberger, Bautischler Paul Meisterhofer und Elektroniker Christoph Schöndorfer. Komplettiert wird die rot-weiß-rote Erfolgsbilanz durch Medals for Excellence für Möbeltischler Elias Stephan aus dem Burgenland, Hochbauer Noah Trettenbrein aus Kärnten und Digital-Construction-Teilnehmer Abdulkadir Özen aus Wien.

„Unglaublich stolz“

Wirtschaftsstaatssekretärin Elisabeth Zehetner, die das Team Austria in Shanghai vor Ort unterstützte, gratuliert den Teilnehmern: „Ich bin unglaublich stolz auf diese 48 jungen Menschen. Wer hier bei den WorldSkills antritt, gehört schon zu den Besten seines Fachs. Ich durfte unserem Team über die Schulter schauen und habe gesehen, was hinter diesen Leistungen steckt: jahrelanges Training, volle Konzentration, Ehrgeiz und Nervenstärke. Und auch die Fähigkeit, weiterzumachen, wenn einmal etwas nicht funktioniert. Genau das ist Leistung.“

Für die Staatssekretärin zeigen die WorldSkills zugleich, welchen Stellenwert hervorragend ausgebildete Fachkräfte für den Wirtschaftsstandort haben: „Ein Land wird nicht stark, weil wir darüber reden, was alles möglich wäre. Es wird stark durch Menschen, die etwas können, die anpacken, besser werden wollen und bereit sind, dafür etwas zu leisten. Genau solche jungen Menschen habe ich hier in Shanghai erlebt. Sie zeigen, welches Potenzial in Österreich steckt.“ Gerade im internationalen Wettbewerb seien qualifizierte Fachkräfte, berufliche Ausbildung und praktische Fähigkeiten entscheidende Standortfaktoren.

„Alles andere als eine Selbstverständlichkeit“

Auch Manfred Denk, Obmann der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), freut sich über das tolle Ergebnis: „Ich gratuliere allen Medaillengewinnern und dem gesamten Team Austria sehr herzlich. Ein besonderes Dankeschön gebührt auch den Ausbildungsbetrieben sowie den Trainerinnen und Trainern, die dieses starke Ergebnis mit ihrem Engagement ermöglicht haben“, betont Denk. „Dass sich ein kleines Land in der Weltspitze mit Riesennationen wie China, Brasilien oder Japan behauptet, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Wir werden weltweit um unsere Berufsausbildung ‚Made in Austria‘ beneidet – jetzt sieht hoffentlich auch im eigenen Land jeder, dass wir exzellente Betriebe und berufsbildende Schulen haben.“

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