Mittwoch, 11. Dezember 2019
www.ladestellen.at soll für mehr Transparenz sorgen

Online-Ladestellenverzeichnis für Elektromobilität vorgestellt

E-Technik | Wolfgang Schalko | 15.11.2019 | |  
BMNT-Ministerin Patek, BMVIT-Minister Reichhardt und E-Control Vorstand Urbantschitsch präsentierten das Online-Ladestellenverzeichnis www.ladestellen.at. BMNT-Ministerin Patek, BMVIT-Minister Reichhardt und E-Control Vorstand Urbantschitsch präsentierten das Online-Ladestellenverzeichnis www.ladestellen.at. (© BMNT/Gruber) Die neue Datenbank wurde auf Initiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus in enger Zusammenarbeit mit der Branche entwickelt. Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek präsentierte nun gemeinsam mit Verkehrsminister Andreas Reichhardt und E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch das Resultat.

„Die CO2-Redkution im Verkehrsbereich gehört zu den Schlüsselsektoren für die Erreichung unserer nationalen Klimaziele. Der Weg zu diesem Ziel führt auch über Elektromobilität. Damit e-Autos eine alltagstaugliche Alternative werden, ist eine flächendeckende Infrastruktur notwendig. Mit dem neuen Online-Ladestellenverzeichnis setzen wir einen großen Schritt, um die Nutzung von Elektroautos noch attraktiver zu machen“, betonte Nachhaltigkeitsministerin Maria Patek bei der Präsentation von www.ladestellen.at.

„Mit Elektromobilität erreichen wir zwei wichtige Klimaschutz-Ziele: Weniger CO2-Ausstoß und weniger Abhängigkeit von fossilen Treibstoffen im Verkehr. Umso wichtiger ist es, den Umstieg auf E-Autos zu erleichtern. Das Ladestellenverzeichnis soll Bedenken betreffend der beschränkten Reichweite und Lademöglichkeit ausräumen“, erklärt Patek. Die wichtigste Anforderung an die neue Datenbank war die Benutzerfreundlichkeit für die Konsumentinnen und Konsumenten. „Das ist mit dem neuen Ladestellenverzeichnis gelungen. Künftig können E-Autofahrerinnen und Autofahrer schnell und einfach den nächsten Standort, die Leistung, wie auch die Stecker-Art für das Laden ihres Fahrzeuges aller öffentlich zugänglichen Ladepunkten online einsehen“, so Patek.

„E-Mobilität ist in der Gesellschaft angekommen, nicht zuletzt auf Grund der zahlreichen Maßnahmenbündel der Bundesregierung wie etwa die Auslobung von Förderungen. So beträgt das Gesamtvolumen der E-Mobilitätsoffensive in den Jahren 2019 und 2020 93 Millionen Euro. Der Anteil der E-Fahrzeuge an den Neuzulassungen betrug im September 2019 bereits 5,38 Prozent und war damit so hoch wie nie. In ganzen Zahlen bedeutet dies, dass 34.843 E-Fahrzeuge auf Österreichs Straßen unterwegs sind – Tendenz weiter steigend. Um weiter Anreize auf den Umstieg zu schaffen, arbeiten wir intensiv am Ausbau der Infrastruktur, der sich durchaus ebenfalls sehen lassen kann. In Summe gibt es bis zum Ende des dritten Quartals 2019 3.696 Normalladepunkte (bis 22kW) und 533 Schnellladepunkte (ab 22kW). Das heute präsentierte Online-Ladestellenverzeichnis wird die Akzeptanz in der Bevölkerung nochmals erhöhen“, gibt sich Verkehrsminister Andreas Reichhardt zuversichtlich.

„Das Ladestellenverzeichnis wird auch allen Betreibern von Ladestellen zu Gute kommen und für mehr Transparenz in diesem Bereich sorgen“, erläuterte E-Control Vorstand Wolfgang Urbantschitsch und wies ausdrücklich auf die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den Ladestellenbetreibern und ihren jeweiligen IT-Dienstleistern im Zuge der Erstellung des Ladestellenverzeichnisses hin. „Wir freuen uns, mit der neuen Applikation einen Dienst zur Verfügung stellen zu können, der auch aus der Branche selbst begrüßt und sogar bereits erwartet wurde. In diesem Sinne werden wir auch jetzt unmittelbar nach dem Livegang die weitere Entwicklung und den Ausbau des Tools angehen“, kündigte Urbantschitsch das weitere Vorgehen an. Und er erläuterte die Funktionsweise des Tools: „Ähnlich wie der bewährte Spritpreisrechner steht beim Ladestellenverzeichnis die praktische Situation der Nutzer im Mittelpunkt: ‚Ich bin jetzt hier – wo kann ich am besten laden?‘ Diese Aufgabenstellung wird in der Applikation abgebildet und beantwortet. Nach Eingabe des aktuellen Standortes findet das Tool zunächst die zehn nächstgelegenen Ladestellen. Diese werden sowohl auf einer Karte angezeigt, als auch in einer Liste. Durch Scrollen der Karte lässt sich die Auswahl der Stationen mitbewegen. So kann man zum Beispiel virtuell eine Route auf der Karte entlangfahren und jeweils sehen, wo immer die nächstgelegenen Ladestellen zu finden sind. So lässt sich gut die Übersicht behalten.“

Das online abrufbare Tool basiert auf einer EU-Vorgabe, die eine gesetzliche Meldeverpflichtung an die E-Control aller in Österreich öffentlich zugänglichen Ladestellen vorsieht. Ganz im Sinne von open data sind die Daten des Ladestellenverzeichnisses für jeden zugänglich und weiterverwertbar. So können beispielsweise App-Entwickler oder Automobilclubs die Grundanwendung um zusätzliche Services erweitern. Vorgestellt wurde ganz bewusst eine Betaversion des Verzeichnisses. Um die Datenqualität zu verbessern bedarf es nicht nur der Betreiber-Inputs, sondern auch der Nutzerrückmeldungen sowie einer realen Einschätzung der Marktdynamik.

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