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Freitag, 19. April 2024
Bilanz Q4 und 2022/23

Ceconomy: Rote Zahlen trotz Umsatzplus

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 19.12.2023 | | 4  Unternehmen
Ceconomy gab die Ergebnisse des Q4 sowie des Geschäftsjahres 2022/23 bekannt. Demnach sind die Umsätze bei Mediamarkt (und Saturn) gestiegen, wegen einer Wertberichtigung schreibt Ceconomy jedoch rote Zahlen. Dividende werde keine ausgezahlt, dennoch spricht das Unternehmen von „starken Jahresergebnissen“, einem „Übertreffen der Markterwartungen“ sowie von der „Zukunftswende“ ...

Gleich zu Beginn der Ceconomy Aussendung wird Chef Karsten Wildberger zitiert: „Wir bei Ceconomy haben ein klares Ziel: Wir wollen die Zukunft des Handels aktiv mitgestalten. Unser starkes Jahresergebnis bestätigt, dass wir mit unserem kundenorientierten Ansatz auf dem richtigen Weg sind. Wir verbessern das Kundenerlebnis und setzen auf neue Services und Dienstleistungen. Und unsere Ergebnisse sprechen für sich: Wir sind in einem herausfordernden Marktumfeld stark gewachsen und haben unsere Marktposition deutlich gestärkt. Unsere Kunden profitieren bereits heute von unserem ‚Experience Electronics‘-Ansatz, der Online- und Offline-Kanäle intelligent miteinander verknüpft. Diese strategische Neuausrichtung hat uns nicht nur effizienter und schlanker gemacht, sondern auch unsere Leistungsfähigkeit deutlich gesteigert. Wir haben gezeigt, dass wir schnell auf Marktveränderungen reagieren und gleichzeitig ein bereicherndes Einkaufserlebnis bieten können. (…).“

Die Zahlen

Ceconomy habe im Geschäftsjahr 2022/23 „trotz herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erneut Widerstandskraft gezeigt und ihre Kapitalmarktprognose vollumfänglich erfüllt“, so das Unternehmen. Konkret konnte der Umsatz um +4,7 Prozent auf 22,2 Mrd. Euro (2021/22: 21,8 Mrd. €) gesteigert werden. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) betrug 243 Mio. € (2021/22: 208 Mio. €), was einem Wachstum von 35 Mio. € (+17 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zu dieser Steigerung haben „die gute Entwicklung des stationären Geschäfts, vor allem aber eine Mischung aus Kostendisziplin und konsequentem Margenmanagement“ beigetragen, wie Ceconomy sagt. Wertberichtigungen und Verluste bei seiner Beteiligung am französischen Unternehmen Fnac Darty, der Verkauf von Unternehmensteilen sowie Umbaukosten drückten Ceconomy unter dem Strich jedoch in die Verlustzone.

Blick auf die Länder und Regionen

Im Segment DACH verzeichnete Ceconomy im Geschäftsjahr 2022/23 einen Umsatz von 12,1 Mrd. € und lag damit auf Vorjahresniveau. Während das stationäre Geschäft zulegen konnte, sanken die Umsätze im Online-Geschäft. Im Segment West-/Südeuropa verringerte sich im vergangenen Geschäftsjahr der Umsatz um 1,5 Prozent auf 7,0 Mrd.€. Umsatzzuwächse waren in den Niederlanden zu verzeichnen sowie ein leichter Umsatzanstieg in Spanien. Im Segment Osteuropa stieg der Umsatz um 65,3 Prozent, dabei entwickelte sich die Türkei infolge der guten Nachfrage und Marktposition, den neu eröffneten Märkten sowie inflationsbedingt deutlich positiv. Marktanteile wurden in Deutschland, Österreich, Benelux und der Türkei gewonnen.

Stationäres Geschäft mit Zuwächsen, Online-Umsatzanteil gesunken

Das Unternehmen verzeichnete laut eigenen Angaben eine steigende Kundenfrequenz im stationären Handel. Ceconomy konnte seine Umsätze in den stationären Märkten um 6,6 Prozent auf 16,9 Mrd. € erhöhen. Der Online-Umsatzanteil inklusive Drittanbietern sank 2022/23 um 2,49 Prozentpunkte auf 22,2 Prozent. Ein frommer Wunsch: Bis zum Geschäftsjahr 2025/26 soll der Online-Anteil 30 Prozent betragen.
Die Pick-up-Rate stieg im Geschäftsjahr 2022/23 auf 38 Prozent (2021/22: 37 Prozent). Das Unternehmen hat laut eigenen Angaben rund 2 Milliarden Kundenkontakte pro Jahr und plant, „das Kundenerlebnis und Service-Level für eine noch stärkere Kundentreue weiter zu verbessern“. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte Ceconomy die Anzahl seiner Mitglieder im Loyalty-Programm um 5 Mio. auf 39 Mio. steigern. Bis 2025/26 sollen 50 Millionen Loyalty-Kunden gewonnen werden.

„Strategische Weiterentwicklung schreitet voran“

Ceconomy verfolgt den Plan, „die traditionelle Rolle des produktorientierten Einzelhändlers hinter sich zu lassen und sich stattdessen zu einer kundenzentrierten Serviceplattform zu entwickeln, die ebenfalls die Themen Nachhaltigkeit und hervorragende Kundenservices in alle Aspekte der Geschäftstätigkeit integriert“, so die Beschreibung. Dazu hat das Unternehmen mittelfristige Ziele kommuniziert. Diese sind:

  1. Ausbau der Storeformate und Steigerung der Produktivität
  2. Services & Solutions sollen hohes Niveau halten
  3. Wachstumsfeld Marketplace
  4. Retail Media stark entwickeln
  5. Weiterentwicklung der Eigenmarken

Apropos Eigenmarken: Im Geschäftsjahr 2022/23 lag der Umsatzanteil der Eigenmarken bei 2,4 Prozent und somit auf dem Niveau des Vorjahres. In Sachen Sortimentsoptimierung hat das Unternehmen gerade eine neue Produktserie für die DACH-Region auf den Markt gebracht, die mit dem deutschen Spitzenkoch Tim Raue entwickelt wurde und die Eigenmarke KOENIC weiter aufwerten soll. Ceconomy will den Eigenmarken-Anteil am Gesamtumsatz bis zum Geschäftsjahr 2025/26 auf rund 5 Prozent steigern.

Striktes Kostenmanagement und Portfolio-Optimierung

Ceconomy setze weiterhin auf „strikte Kostendisziplin“. Dazu schreibt das Unternehmen: „Um die Transformation hin zu einer kundenorientierten Serviceplattform zu gestalten, analysieren wir unsere Organisation kontinuierlich und nehmen, wenn nötig, Anpassungen vor.“ Mit dem Verkauf der operativen Aktivitäten in Schweden und Portugal setze Ceconomy seine Lead-or-Leave-Strategie konsequent um. „Zudem konnten weitere Margenoptimierungen vorgenommen werden“, so der Text in der Aussendung.

CFO Dr. Kai-Ulrich Deissnersagt: „Die deutlich gestiegene Profitabilität ist auch Ausdruck unserer konsequenten Ausrichtung auf Wachstum und Wertsteigerung. Unser Umsatzwachstum, eine EBIT-Steigerung um 17 Prozent voll im Rahmen der Prognose, eine verbesserte Brutto- und EBIT-Marge und ein Free Cash Flow von mehr als 200 Millionen – das sind erste konkrete Ergebnisse unserer Transformation, die wir jetzt weiterführen werden.“

Die Maßnahmen, die Ceconomy zur Stärkung der Liquidität ergriffen habe, hätten Wirkung gezeigt: Dazu haben vor allem die Optimierung und Reduzierung der Lagerbestände beigetragen. Zudem sei es Ceconomy gelungen, den Warenumschlag erheblich zu verbessern.

Ausblick

Mit Blick auf 2023/24 erwartet Ceconomy „erneut“ einen leichten Anstieg des währungs- und portfoliobereinigten Gesamtumsatzes und „eine deutliche Verbesserung“ des bereinigten EBIT. Dabei sollen alle Segmente zum Umsatzwachstum beitragen. Die erwartete Verbesserung des bereinigten EBIT sei auf die Segmente DACH und West-/Südeuropa zurückzuführen.
Ceconomy sei gut vorbereitet in das neue Geschäftsjahr gestartet, wie es abschließend in der Mitteilung heißt: „Die vergangenen Wochen standen im Zeichen von unternehmensweiten zentral gesteuerten Aktionen rund um den Black Friday und die Vorweihnachtszeit, die sowohl in den Märkten als auch online gut angenommen wurden.“

Übrigens: chinesischer Onlineriese liebäugelt

Wie deutsche Medien berichten, scheint ein chinesischer Onlineriese Interesse am Elektronikkonzern zu zeigen – es handelt sich um JD.com. Ceconomy könnte JD.com vergleichsweise günstig eine Tür nach Europa öffnen, wie das Manager Magazin schreibt. Der chinesische Onlinehändler sei laut Insidern mit drei Ceconomy-Aktionären – u.a. Haniel (Anteil: 16,7 Prozent) – in Gesprächen, die sich um den Einstieg beim deutschen Elektronikriesen drehen sollen.

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Kommentare (4)

  1. Das Zustell Service ist seit Jahren leider nur mehr Mittelmäßig, aus meiner Sicht ist das wie ein Orchester (Matinee) im Intercontinental ohne Dirigent, im Service darf das stärkste operative Glied nicht unten oder oben sondern viel mehr im mittleren Management angesiedelt sein. Dieser ‚Dirigent‘ darf in keinster Weise von oben nach unten führen sondern immer auf Augenhöhe mit den ausführenden Kräften, nur so erreicht man eine nahaltige gute Service Lösung

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  2. War schon immer so in dem Verein, viel ankündigen und nichts zusammen bringen. Am verbesserten Service werkeln die schon seit 15 Jahren und was ist das bisherige Ergebnis??? Kistenschieber sind und bleiben Kistenschieber

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  3. Umsatz ist kein Erfolg, das weiß man ohne Wirtschaft studiert zu haben.
    Nicht mal die gängigen Knopfzellen im Markt, da kann man auf das tolle Service schon stolz drauf sein.

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  4. Ja. was sollen sie denn sonst sagen ausser schönfärben? Die Aktie liegt konstant bei rund 2 EUR, Ausgabekurs waren 10 EUR. Wenn sich die Chinesen einkaufen würden, dann würde es wirklich in der Kiste scheppern- dann würden manche merken dass Mandarin nicht die männliche Form von Mandarine ist. Dagegen waren dann auch die bittersten Zeiten bei Media Saturn ein warmes Bett in der Komfortzone.

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