Samstag, 28. Januar 2023
Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen auf Rekordniveau

Otovo: 5 Schritte für eine zukunftsfähige Solarenergie

Photovoltaik Energiezukunft | Julia Jamy | 02.12.2022 | |  
Otovo spricht sich für eine Entbürokratisierung und mehr Transparenz bei der Errichtung von PV-Anlagen in Österreich aus. Otovo spricht sich für eine Entbürokratisierung und mehr Transparenz bei der Errichtung von PV-Anlagen in Österreich aus. (© Otovo) Die Gaskrise und die resultierenden Teuerungen sorgen für einen Ansturm auf erneuerbare Energien. Die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen und Stromspeichern ist auf Rekordniveau, aber der Umstieg gelingt nur langsam. Daher will der Photovoltaik-Anbieter Otovo die Anschaffung und Errichtung von PV-Anlagen in Österreich erleichtern.

„Dass Solaranlagen und Solarstrom nicht ausreichen werden, um die Energiewende allein zu Ende zu führen, ist klar. Sie sind aber ein unverzichtbarer Baustein auf dem Weg dahin – ein Weg, der nur gemeinsam und mit Hilfe der Politik erfolgreich gemeistert werden kann“, erwähnt Andreas Thorsheim, CEO und Gründer von Otovo. Der knapp 90-seitige Leitfaden vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria) beweist laut Otovo, dass die Vorgaben für PV-Anlagen veraltet und teilweise willkürlich seien.

Notwendige Schritte

Otovo sieht fünf notwendige Schritte für eine zukunftsfähige Solarenergie: Zuerst müsse die Mehrwertsteuer auf Photovoltaikanlagen komplett entfallen. Eine entsprechende Vorlage gebe es auf EU-Ebene bereits seit Dezember 2021 , die Regierung muss die Mehrwertsteuerbefreiung jedoch noch umsetzen. Als zweiten Schritt fordert Otovo mutige Förderprogramme, um den vom Fachkräftemangel bedingten „Installationsinfarkt” abzufedern. Damit fehlende Elektriker und Elektrotechniker jedoch nicht zum Flaschenhals werden, sei die staatliche Förderung von PV Installateur-Ausbildungen sowie das aktive Bewerben dieser Ausbildung unumgänglich.

Als dritten Punkt fordert Otovo, dass die Einspeisevergütung wieder stark ansteigen muss.  „Eine Vielzahl von Unternehmen kaufen ihren Strom von PV-Anlagen ab. Dabei gibt es unterschiedlichste Vergütungsmodelle, bei denen hohe preisliche Unterschiede bei Einspeiseverträgen entstehen. Vergleicht man Q4 2020 bis Q4 2022, ist der Marktpreis von 4,2 C/kWh auf 51,4 C/kWh gestiegen. Durch einen starren Tarif hätte diese Preiserhöhung keinen Einfluss auf die Vergütung gehabt, während mit einem variablen Vertrag der Anstieg der Vergütung über 1200 % wäre“, erläutert der Photovoltaik-Anbieter.

Als vierten Punkt spricht sich Otovo für einen einfachen Umgang mit Mieterstrom aus. Dafür brauche es bundesweit einheitliche Lösungen im Umgang mit Datenzählern und die massenhafte Verbreitung von intelligenten Messsystemen. Als fünften und letzten Punkt fordert der Photovoltaik-Anbieter den Abbau der hohen bürokratischen Hürden für Endkunden, zum Beispiel durch eine One-Stop-Anmeldung im Netzregister, die alle anderen Bewilligungen und Anmeldungen (bei Finanzamt & Co) zusammenführt.  Ebenfalls brauche es hier die Digitalisierung und Verschlankung sämtlicher Prozesse zwischen allen Partnern, von der technischen Anschlussregelung bis hin zu den Netzanschlussverträgen, um die administrative Bearbeitung bis zur Installation einer Anlage so gut wie möglich zu reduzieren. „Wenn Photovoltaik eine der tragenden Säulen der Energieversorgung werden soll, braucht es einen Paradigmenwechsel in der österreichischen Solarpolitik: Es braucht mehr Förderungen für Endkunden und Installateure, eine Entbürokratisierung und mehr Transparenz“, ist sich Thorsheim sicher.

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