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Donnerstag, 25. Juli 2024
Neuer Rekord

PV-Zubau in Österreich erstmals über 1 Gigawatt

Photovoltaik | Julia Jamy | 27.06.2023 | |  
Österreich knackt erstmals Gigawatt-Marke beim Photovoltaik-Zubau. Österreich knackt erstmals Gigawatt-Marke beim Photovoltaik-Zubau. Wie der Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria) mitteilt, hat Österreich im vergangenen Jahr 2022 beim Photovoltaik-Ausbau erstmals die Gigawatt-Marke geknackt. Konkret wurden Anlagen mit einer Spitzenleistung von 1.009 Megawatt (MWp) errichtet.

„2022 war ein besonderes Jahr: Es war das Auftaktjahr des Erneuerbaren Ausbau Gesetz, zugleich hat der hohe Strompreis große Teile der Bevölkerung und der Unternehmen in die eigene Sonnenstromproduktion getrieben. Entsprechend groß war der Zubau, der auch noch in das aktuelle Jahr reicht. Unsere Unternehmen melden aber bereits ein Abflachen der Nachfrage, weswegen aus heutiger Sicht noch unklar ist wie sich der Trend fortsetzen wird.“ so Vera Immitzer, Geschäftsführerin von PV Austria.

Im vergangenen Jahr wurde in Österreich eine PV-Leistung von 1.009 Megawattpeak (MWp) zugebaut. Damit wird mit der Gesamtleistung von 3.792 MWp 6,6 % der Stromnachfrage über Sonnenstrom gedeckt. Trotz des Rekordzubaus seien aber noch nicht einmal 30 % der notwendigen PV-Leistung von 2030 installiert. Denn bis 2030 sind mindestens 13.000 MWp (Ziel: vollständig erneuerbarer Strom), bis 2040 mehr als 50.000 MWp (Ziel: Klimaneutralität) PV-Leistung notwendig.

„Nach wie vor werden die ,Low-Hanging Fruits‘ geerntet – alle Anlagen, die keine groben Probleme in der Genehmigung haben, sind gebaut. Wir sind von den Zielen 2030 noch weit entfernt, vergessen aber, dass für 2040 noch deutlichere Kraftanstrengungen gefordert sind. Nach dem EAG auf Bundesebene sind nun die Bundesländer dran den PV-Ausbauturbo weiter zu befeuern. Der entsprechende Schub funktioniert nur mit einer PV-fitten Genehmigungslandschaft und vor allem ausreichend verfügbaren Flächen“, sagt Herbert Paierl, Vorstandsvorsitzender von PV Austria einmal mehr fordernd an die Bundesländer.

Bundesländervergleich

Die Marktdaten verdeutlichen auch den PV-Zubau der einzelnen Bundesländer. Auf Grund von Flächengröße und Einwohnerzahl, waren die Top 3 Oberösterreich (+ 243 MW), Niederösterreich (+ 234 MW) und die Steiermark (+ 147 MW). Den geringsten Zubau gab es in Vorarlberg (+ 28 MW), im Burgenland (+ 39 MW) und in Salzburg (+ 40 MW). Den größten Aufholbedarf hat das Bundesland Tirol, welches erst 16 % des Solls von 2030 erfüllt hat, gefolgt von Salzburg und Kärnten mit jeweils 19 %.

Je nach Anlagensegment sind die Preise im vergangenen Jahr um bis zu zehn Prozent im vergangenen Jahr gestiegen.  Sie befänden sich PV Austria zufolge auf dem Niveau von vor acht Jahren. Weiters würden in Österreich rund 90 Prozent der Photovoltaik-Anlagen innerhalb der staatlichen Förderung errichtet. Die heimische Modul- und Wechselrichterproduktion sei weiter ausgebaut worden, wobei 82 Prozent der Wechselrichter und 54 Prozent der Module exportiert würden. Der Gesamtumsatz im Bereich Planung und Errichtung von Photovoltaik-Anlagen stieg im vergangenen Jahr auf fast 1,7 Milliarden Euro. Mittlerweile biete die Solarbranche 6100 Arbeitsplätze, 34 Prozent mehr als im Vorjahr.

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